Im Berliner Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung hat ein 32 Jahre alter Ex-Manager als Zeuge ausgesagt. Lohfink hatte ihm sowie einem Fußballer Vergewaltigung vorgeworfen. Er bestreitet die Vorwürfe.

Der frühere Manager Sebastian Castillo Pinto hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, das Model Gina-Lisa Lohfink vergewaltigt zu haben. "Es war einvernehmlicher Sex", sagte er vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. "Wir hatten zu dritt Spaß." Auch Drogen oder K.o.-Tropfen seien in der Nacht im Juni 2012 nicht im Spiel gewesen.

Lohfink wirft Pinto und einem Fußballer Vergewaltigung vor. Die frühere "Germany's next Topmodel"-Kandidatin muss sich deshalb vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen falscher Verdächtigung verantworten.

Pinto erklärte als Zeuge, der eigentlich Geschädigte sei er, weil er keine Arbeit mehr bekomme. Er war bis vor kurzem für die Justiz nicht auffindbar. Vor Gericht erklärte er nun, er sei psychisch nicht dazu in der Lage gewesen, sich früher zu melden.

Richterin rügt Anwalt von Lohfink

Zuvor war Lohfink bei der Fortsetzung ihres Prozesses in Tränen ausgebrochen. Als die Richterin am Montag ein Sexvideo zur Beweisaufnahme - den Laptopmonitor vom Publikum abgewandt - anschauen ließ, blieb das Model zunächst auf seinem Platz.

Als ihr Anwalt sie dazu holte, begann sie zu weinen. "Es ist wirklich schlimm, was hier mit mir gemacht wird", sagte sie. Richterin Antje Ebner rügte daraufhin den Anwalt: "Sehen Sie nicht, dass Ihre Mandantin emotional überfordert ist? Warum müssen Sie Ihre Mandantin so vorführen?" (dpa/cai)