Eine 19 Jahre alte Studentin wird vergewaltigt und anschließend ermordet - knapp elf Monate nach der Tat beginnt vor dem Freiburger Landgericht am Dienstag der Prozess gegen einen jungen Flüchtling. Hussein K. gibt kurze Zeit nach Beginn zu, bei seinem Alter gelogen zu haben.

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Der wegen Mordes an einer 19-jährigen Studentin in Freiburg angeklagte Hussein K. hat zugegeben, über sein Alter gelogen zu haben. Bei der Ankunft in Deutschland im Jahr 2015 sei er bereits 18 und nicht, wie damals von ihm behauptet, 16 Jahre alt gewesen.

Er habe zur Schule gehen wollen, sagte der junge Flüchtling am Dienstag beim Freiburger Landgericht. "Wenn man minderjährig ist, ist die Situation in Deutschland besser." Sein Alter ist eine zentrale Frage im Prozess. Nach Auffassung der Ankläger ist K. sogar mindestens 22. Papiere mit Geburtsdatum oder Angaben zur Herkunft gibt es nicht.

Schwere Vorwürfe gegen Hussein K.

Hussein K. ist nach Angaben des Gerichts wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres Maria L., die mit dem Fahrrad nachts alleine auf dem Weg von einer Studenten-Party nach Hause war, überfallen und vergewaltigt zu haben.

Als sie sich nicht beruhigt, fürchten Beamte um die Sicherheit des Jungen.

Danach soll der Tatverdächtige die junge Frau im knietiefen Wasser des Flusses Dreisam abgelegt haben. Die 19-Jährige ertrank, eine Joggerin fand sie am Morgen.

16 Verhandlungstage sind angesetzt

Hussein K. wurde rund sieben Wochen nach der Tat Anfang Dezember festgenommen. Die Polizei hatte DNA-Spuren von ihm am Tatort gefunden, über Videoaufnahmen in einer Straßenbahn kamen ihm die Ermittler auf die Spur.

Für den Prozess vor der Jugendkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge 16 Verhandlungstage angesetzt.

Hussein K. wurde bereits wegen einer Gewalttat verurteilt

Das Urteil könnte demnach im Dezember gesprochen werden. Gehört werden sollen den Planungen zufolge 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige.

Hussein K. war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen.

Was die Behörden damals nicht wussten: Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau auf der griechischen Insel Korfu war Hussein K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und im Oktober 2015 unter Auflagen vorzeitig entlassen worden.

Er tauchte unter und kam als Flüchtling nach Deutschland. Nach eigenen Angaben kommt der Mann aus Afghanistan.© dpa