Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nun auch von Heiner Geißler ins Gebet genommen worden: Im ARD-Morgenmagazin hat der CDU-Politiker dem Limburger Skandal-Bischof geraten, nach Afrika zu gehen. Dort könne er zum Armutsgrundsatz des Evangeliums zurückkehren. Die Zukunft von Tebartz-van Elst ist derzeit noch offen. In Limburg plant man jedoch schon ohne den Bischof.

Heiner Geißler hat sich in der ARD kritisch über Franz-Peter Tebartz-Van Elst geäußert. Der katholische Politiker hält es für unwahrscheinlich, dass der umstrittene Bischof weiter im Amt bleiben wird. "Im Bistum Limburg gibt es Schulen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen. Denen fehlt Geld, viel Geld, auch für Investitionen. Wenn der Bischof sich zugleich für 700.000 Euro einen privaten Garten anlegen lässt (...), dann hat er eben jede Glaubwürdigkeit verloren", sagte Geißler im TV-Interview. Auch im Evangelium heißt es: "Die frohe Botschaft wird den Armen verkündet."

Darum werde Tebartz-van Elst im Bistum nicht mehr akzeptiert. Stattdessen rät ihm Heiner Geißler, sich der Armutslehre der Jesuiten und von Papst Franziskus zu verschreiben: "Möglicherweise kann man dem Bischof empfehlen, dass er mal ein Bistum in Afrika übernimmt, wo er beweisen kann, dass er seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnt, denn er ist ja und bleibt ja Bischof."

Die Zukunft des Bischofs ist derzeit noch offen. Franz-Peter Tebartz-van Elst hat mit dem Bau des Bischofsitzes in Limburg für einen Skandal gesorgt. Mindestens 31 Millionen Euro soll die Errichtung gekostet haben. Auch die Versetzung des Bischofs an eine Hochschule, über die spekuliert wird, empfiehlt Geißler nicht: "Seine Theologie ist stark rechtskonservativ."

Am Montag hatte Tebartz-van Elst eine Audienz beim Papst. Was zwischen den Kirchenmännern besprochen wurde, bleibt jedoch geheim. Eine Entscheidung des Vatikans über den unbescheidenen Bischof wird für Mittwoch erwartet.

Die Limburger müssen inzwischen seit zwei Wochen ohne ihre Kirchenführung auskommen, obwohl wichtige Planungen anstehen. Ihre Zukunft sehen sie jedoch ohne Tebartz-van Elst. Domdekan Günther Geis sagte der Bistumszeitung: "Es muss im Bistum Limburg einen Neuanfang mit einem neuen Bischof geben." (com)