Tag drei nach dem Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine, bei dem 150 Menschen auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf auf tragische Weise ihr Leben verloren haben. Die Bergungsarbeiten wie auch die Ermittlungsarbeiten in Frankreich gehen weiter. Noch ist die Unglücksursache nicht bekannt. Doch alles deutet darauf hin, dass der Co-Pilot den Sinkflug wissentlich eingeleitet hat. Eine Zusammenfassung.

Was ist bekannt

  • Die tragischen Fakten: Ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings stürzte am Dienstag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in Frankreich ab. 150 Menschen, darunter wohl 72 Deutsche, kommen ums Leben.
  • Kurz nach Erreichen der regulären Reiseflughöhe von 11,5 Kilometern ging die Maschine ohne Hinweis an die französische Flugkontrolle in einen Sinkflug über, der etwa acht Minuten dauerte.
  • Der Chef der französischen Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA hat bereits am Mittwoch erste Ergebnisse der Ermittlungen vorgestellt. "Das Flugzeug ist bis zum Schluss geflogen. Es hat also keine Explosion gegeben", erklärte Rémi Jouty. Diesen Schluss lässt der Zerstörungsgrad der zerborstenen Flugzeugteile zu.
  • Das Flugzeug war 24 Jahre alt. Das ist jedoch nach Meinung mehrerer Experten nicht sicherheitsrelevant.
  • Nach Angaben von Germanwings wurde das Flugzeug zuletzt einen Tag vor dem Abflug einem Routinecheck unterzogen. Die letzte große Wartung fand am 13. Mai 2013 statt. Germanwings-Chef Thomas Winkelmann zufolge gab es keinerlei Auffälligkeiten, die auf einen technischen Defekt hingedeutet hätten.
  • Beim Absturz der Germanwings-Maschine war nur der Co-Pilot im Cockpit. Er muss demnach den Sinkflug eingeleitet haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Marseille mit. Aus den Aufnahmen des bereits gefundenen Sprachrekorders geht hervor, dass der Pilot vor dem Sinkflug das Cockpit verlassen und anschließend vergeblich versucht hat, die Tür zu öffnen, um wieder ins Cockpit zu kommen. "Der Mann draußen klopft leicht an die Tür, aber es gibt keine Antwort", zitiert das Blatt einen Ermittler. "Dann klopft er stärker an die Tür, und wieder keine Antwort. Es gibt nie eine Antwort. Und dann kann man hören, wie er versucht, die Tür einzutreten." Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat diesen Bericht bestätigt.

Die offenen Fragen

  • Was bewegte einen der beiden Piloten, das Cockpit zu verlassen?
  • Wieso reagierte der zweite Pilot nicht auf das Klopfen seines Kollegen?

Wie geht es heute weiter?

  • In den französischen Alpen soll in den frühen Morgenstunden die Bergung der Leichen und die Suche nach dem zweiten Airbus-Flugschreiber fortgesetzt werden. Die Blackbox könnte Aufschluss über die Ursache des Unglücks geben.
  • Die Staatsanwaltschaft ist ebenfalls in dem Ort Seyne-les-Alpes nahe der Unglücksstelle. Sie ermittelt weiter. Zudem werden auch Luftfahrtexperten im Einsatz sein sowie Fachleute zur Identifizierung der Toten. Die Wrackteile der Maschine sollen soweit möglich geborgen werden - auch sie könnten Aufschluss geben über die Unglücksursache. Um 12:30 Uhr will der Staatsanwalt von Marseille eine Pressekonferenz geben.
  • Im Laufe des Tages werden Angehörige von Opfern aus Deutschland in dem Gebirgsort erwartet.
  • Lufthansa und Germanwings werden um 14:30 Uhr eine weitere Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen geben.

(ska/tfr/dpa)