Die Tragödie des Flugzeugabsturzes des Germanwings-Airbus in Frankreich hat eine tragische Wendung genommen. Wie die Staatsanwaltschaft in Marseille mitteilte, hat der Co-Pilot des Airbus A320 den Sinkflug absichtlich eingeleitet. Die Hintergründe sind weiter unbekannt. Das wissen wir über Andreas L..

Die Germanwings-Maschine, die am Dienstag in Frankreich auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf verunglückt ist, wurde absichtlich zum Absturz gebracht. Das teilte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, auf einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen des Flugzeugabsturzes mit. Der Co-Pilot Andreas L. hatte demnach die Cockpit-Tür verriegelt und den Sinkflug eingeleitet. Pilot Patrick S. sei aus der Kabine ausgesperrt gewesen. "Es sieht so aus, als ob der Co-Pilot das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz gebracht und so zerstört hat", sagte Robin. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es bislang nicht.

Co-Pilot Andreas L. war seit September 2013 bei Germanwings angestellt und hatte bisher 630 Flugstunden absolviert. "Der Mann war bei uns zunächst als Flugbegleiter tätig, flog dann ab 2013 als Co-Pilot den Airbus A320", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf der Pressekonferenz von Lufthansa und Germanwings. Der 27-Jährige lebte bei seinen Eltern in Montabaur in Rheinland-Pfalz und soll auch eine Wohnung in Düsseldorf gehabt haben.

Ein "eher ruhiger" Mann

L. war langjähriges Mitglied im Fliegerverein seines Heimatortes. In der Traueranzeige, die der Verein nach dem Absturz der Germanwings-Maschine auf seiner Webseite veröffentlichte, heißt es: "Als Jugendlicher wurde Andreas Mitglied im Verein, er wollte seinen Traum, das Fliegen, verwirklicht sehen".

Die Traueranzeige vom Luftsportclub Westerwald, in dem Andreas L. Mitglied war.

Zum religiösen Hintergrund von Andreas L. machte die französische Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Er habe keine Anzeichen von Depressionen gezeigt, berichten Bekannte des Co-Piloten der amerikanischen Nachrichtenagentur "Associated Press" (AP). "Er war glücklich, dass er den Job bei Germanwings hatte und es ging ihm gut", sagte ein Mitglied des Segelflugklubs, in dem Andreas L. Mitglied war, der Agentur. Er beschreibt L. als einen "eher ruhigen", aber freundlichen jungen Mann.

Die Federal Aviation Administration (FAA) hatte L. im September 2013 eine besondere Ehre zuteil werden lassen und ihn in die prestigeträchtige "FAA Airmen Certification Database" aufgenommen. L. habe die Erwartungen in seiner Ausbildung an der "Lufthansa Flight Acadamy" in Bremen übertroffen und sei ein Aushängeschild der Pilotenzunft.

Wie auf der Pressekonferenz von Lufthansa und Germanwings bekannt wurde, hatte L. seine Ausbildung vor sechs Jahren allerdings für mehrere Monate unterbrochen. Dies sei laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr allerdings nicht ungewöhnlich. Gründe für die Unterbrechung nannte Spohr nicht. Er versicherte jedoch, L. habe alle Tests und Checks in der Folgezeit bestanden, war hundertprozentig flugtauglich. "Seine fliegerische Leistung war einwandfrei."

(ska)