Eine echte Bayerin hat natürlich auch ein Dirndl im Schrank hängen. Was aber, wenn man zu einem besonderen Anlass auch eine besondere Tracht tragen will, ohne zu tief in den Geldbeutel zu greifen? Die Antwort: Man mietet sich das passende Kleid.

Natascha Grün kennt die Wünsche ihrer Kundinnen: "Natürlich haben viele Frauen schon ein eigenes Dirndl. Aber für eine besondere Einladung auf das Oktoberfest soll es gerne auch mal etwas Festlicheres werden. Und das finden sie dann bei dresscoded.com." Auf Grüns Internet-Portal können Frauen sich ihr Designer-Kleid mieten. Für Preise ab 75 Euro aufwärts können sie sich online ein Kleid oder eben ein Dirndl aussuchen, es in zwei Größen bestellen und, wenn der Anlass vorbei ist, wieder zurückschicken. Die Reinigung übernimmt dresscoded.com.

Was in den USA schon längst ein verbreiteter Trend ist, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Vier Jahre gibt es die Firma von Natascha Grün inzwischen und so langsam spricht sich herum, wie einfach es sein kann, zu jedem großen Event ein neues traumhaftes Kleid zu tragen, ohne sich komplett in Unkosten stürzen zu müssen. So richtig ausgebucht ist dresscoded.com aber vor allem während der Wiesn.

Kein Wunder: Dirndl von Alpenmädel, Lola Paltinger oder Astrid Söll kosten leicht einige hundert Euro - manchmal sogar noch wesentlich mehr. Und dann hat man sich auf ein Outfit festgelegt. Zur Miete gibt es die Trachtenkleider ab 75 Euro für vier Tage, die Accessoires wie Bluse, Kette oder Blumenkranz kann man bequem dazu mieten. Auch Prominente nutzen die Gelegenheit, sich für die verschiedenen Einladungen auf die Wiesn verschiedene Outfits zu mieten: Verena Kerth, Simone Ballack oder Karen Webb werden im dresscoded.com-Dirndl auf das Oktoberfest gehen.

Dieses Jahr erweitert Dresscoded sein Jagdgebiet noch: Auch auf dem zweitgrößten Volksfest der Welt, dem Cannstatter Wasen in Stuttgart ist Natascha Grün dieses Jahr vertreten. Im Amici in der Lautenschlagerstr. 2 hat sie einen Showroom eingerichtet bekommen, in dem sie die Dirndl aus dem Sortiment direkt an die Frau bringen kann. Für Grün ein großer Schritt - für den sie aber auch ihren Dirndl-Vorrat ordentlich aufstocken musste.

Die Trends für 2016 erlebt Natascha Grün etwas anders als die gängigen Magazine: "Es heißt seit Jahren, das traditionelle, einfache Dirndl komme wieder in Mode. Bei mir wollen die Kunden aber genau das nicht: Sie wollen etwas Besonderes, mit dem sie herausstechen können." Besonders die edlen Seiden-Dirndl mit kunstvoll gemusterter Schürze sind aktuell gefragt.

So gefragt sogar, dass sich Grün über jeden Kunden freut, der sein Dirndl persönlich im Showroom in München anprobiert und mietet: "Normalerweise bedeutet es natürlich mehr Arbeit als eine Bestellung über das Internet. Aber wenn die Kundin ihr Kleid anprobiert und direkt mitnimmt, dann muss ich ihr keine Alternativgröße mitgeben, sondern habe die für jemand anders übrig."

Was aber, wenn das teure Designerkleid in der ausgelassenen Stimmung auf dem Oktoberfest Schaden erleidet? "Kleinere Reparaturen sind bei uns im Preis inbegriffen." Komplett ruinieren sollte man das Kleid aber lieber nicht - egal, wie viele Maß es auch werden mögen.