Wie Halloween seinen Anfang nahm: Kuriose Fakten zum Gruselfest

In den USA ist man völlig verrückt nach diesem Fest, in Deutschland gibt es aber auch immer mehr Fans: An Halloween soll das Böse vertrieben werden. Wir erklären, wo das Ganze seinen Ursprung nahm, welche Party am berüchtigtsten ist und wie viel Geld der Handel damit verdient. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Keine Angst, alles nur ein großer Spaß: Am 31. Oktober ist Halloween, und immer mehr Deutsche finden ihren Spaß an den dazugehörigen schaurigen Bräuchen. Welche das sind, woher das Fest stammt und was es sonst noch alles über das Gruselfest zu wissen gibt, erfahren Sie in dieser Galerie.
Die wohl bekannteste Halloween-Tradition ist das vorabendliche "Trick or treat" der Kinder. Verkleidet gehen die Kleinen von Tür zu Tür und verlangen nach Süßigkeiten. Bleiben diese aus, können sich die Hausbewohner auf etwas gefasst machen: Zahnpasta an der Türklinke, Konfetti im Briefkasten oder Klopapier ums Haus sind (un-)beliebte Strafen.
In den Vereinigten Staaten geht man diesem Brauch schon seit Generationen nach - hier ein Bild aus dem Jahr 1955. In Deutschland hingegen wurden erste "Süßes, sonst gibt's Saures"-Aktionen erst in den 1990ern beobachtet. Hierzulande kennt man das Umherwandern der Kinder regional vielmehr von Neujahr, Ostern oder dem Martinstag im November.
So - wenn überhaupt - sieht der Spaß wohl dieses Jahr aus: Die weltweite Corona-Pandemie macht auch an Halloween keine Pause. Gerade in den USA sind die Fallzahlen hoch. Doch Süßigkeiten lassen sich doch auch mit gebotenem Abstand einheimsen, oder?
Keinen Mund-Nasenschutz benötigt dagegen die traditionelle "Jack O'Lantern". Der ausgehöhlte, eingeritzte und leuchtende Kürbis geht auf eine irische Legende um den listigen Bösewicht Jack Oldfield zurück. Dieser erpresste den Teufel, damit dieser ihm nicht mehr in die Quere komme. Nach seinem Tod dann ...
... waren für Jack sowohl Himmel als auch Hölle versperrt. So wanderte er mit einer Rübe und darin glühender Kohle fortan des Nachts umher und hielt sich auf ewig den Teufel fern. Dass aus der Rübe in der Neuzeit ein Kürbis wurde, liegt auf der Hand: In den USA wachsen diese prächtig - und das traditionelle Schnitzen fällt hier leichter.
Natürlich geht es dabei meist fröhlich zu und nicht so bierernst wie einst. Blutopfer an den Unterweltsgott wichen schunkeligem Gefiedel und Gesang. Und auch die Angst davor, dass die toten Vorfahren einen mit in die Hölle ziehen, ist vergessen. Eher sorgt man sich darum, dass das Pint nie leer wird.
Okay, ganz ohne Ernst wird der Übergang von der hellen zur dunklen Jahreszeit dann auch nicht angegangen. Zu schaurig-schön sind die Aufmachungen der Teilnehmer. Und zu alt ist auch die Tradition: Angeblich feierte man Samhain bereits 700 vor Christus. Allerheiligen dagegen kennt der christliche Kalender erst seit dem 8. Jahrhundert. Und Halloween?
Halloween entstand in seiner heutigen Form zur Zeit der irischen Renaissance um 1830. Mit der irischen Emigration im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts fanden die Bräuche ihren Weg in die USA. Diese amerikanische Postkarte etwa stammt aus dem Jahr 1910 und beweist, dass es schon damals zu "Bubenstreichen" kam.
Was trage ich nur dieses Jahr? Halloween ist neben den weltweiten Karnevals-, Faschings- und Mardi-Gras-Festivitäten im Frühjahr das größte Kostümfest überhaupt. Und die Möglichkeiten der Verkleidung scheinen unbegrenzt. Inspiration liefert seit Jahren vor allem Hollywood ...
So zum Beispiel mit Harley Quinn aus "Suicide Squad" (2016) und "Birds of Prey" (2020). Männer, die sich nicht vor Make-up scheuen, wählten in den vergangenen Jahren häufig folgendes Kostüm ...
... den fürchterlichen Pennywise aus "Es". Der Joker aus "Batman", Wonder Woman sowie Daenerys aus "Game of Thrones" gehörten in den vergangenen Jahren ebenfalls zu den beliebtesten Popkultur-Outfits an Halloween.
Gläubige Halloween-Fans können sich für gewöhnlich nicht die ganze Nacht um die Ohren schlagen. Schließlich steht am Folgetag Allerheiligen an, das Totengedenken samt obligatorischem Friedhofsbesuch. "Halloween" bedeutet auch nichts anderes: "All Hallows' Eve", so die unverkürzte Bezeichnung, heißt übersetzt "Vorabend zu Allerheiligen".
Unabhängig davon, was die Corona-Regeln vorschreibt: In Baden-Württemberg (3:00 Uhr), Bayern (2:00 Uhr), Nordrhein-Westfalen (5:00 Uhr), Rheinland-Pfalz und Saarland (beide 4:00 Uhr) ist die Sause Jahr für Jahr ohnehin zeitlich begrenzt, da an besagtem Folgefeiertag ein Tanzverbot verordnet ist. Das gilt auch für (B-)Promis.
Couch statt Ballsaal: Heidi Klum feiert jährlich die meistbeachtete Halloween-Promiparty - 2019 zum 20. Mal. Doch Corona erlaubt dieses Jahr kein Kostümfest in New York. Also Pantoffeln statt Hexenumhang, Rabengefieder und Omaschürze? Oder feiert sie eine Privatparty mit Ehemann Tom? Auf ihrem Instagram-Kanal (@heidiklum) werden wir's bestimmt erfahren ...
Kostüme, Masken, Make-up, Deko, Süßigkeiten ... Halloween geht in vielen Haushalten auch ordentlich ins Geld. Wie sehr, zeigt der jährliche Umsatz rund um das Gruselfest. So gaben die US-Amerikaner 2019 ganze 8,8 Milliarden Dollar für eine erfolgreiche Geistervertreibung aus. Nur zu Weihnachten sitzt das amerikanische Portemonnaie noch lockerer.
Auch wenn sich das Fest hierzulande immer mehr zu etablieren scheint: Mithalten können wir Deutschen bei solchen Irrsinnssummen nicht. 320 Millionen Euro Einnahmen versprachen sich die deutschen Händler im vergangenen Jahr rund um die fürchterliche Sause.
Ein gutes Geschäft ist die Spukshow auch für Hollywood. Die Traumfabrik spuckt Jahr für Jahr neue Horrorfilme und zuletzt vermehrt auch -serien aus. Eine der bekanntesten Figuren: Michael Myers aus der Filmserie - na klar: "Halloween". Elf Teile gibt es bisher, für 2021 und 2022 sind zwei weitere angekündigt.
Auch die "Simpsons"-Macher sind Freunde des Grusels. Seit der zweiten Staffel (1990) gibt es jährlich eine "Treehouse of Horror"-Folge mit drei schaurigen Geschichten. Darin ist alles möglich, gewöhnliche Serienregeln gelten nicht. Mehr Gewalt, mehr Übernatürliches, mehr Absurdes: für so manche (Ex-)Fans ein Grund, wieder einmal einzuschalten.
Gestatten, Harry Houdini - der wohl berühmteste Entfesselungskünstler aller Zeiten. Der gebürtige Budapester starb ausgerechnet an Halloween anno 1926. Zu Lebzeiten kündigte er Gerüchten zufolge an, sich dereinst selbst aus seinem eigenen Grab befreien zu wollen. Spiritisten und Magier weltweit beschwören heute noch jährlich seine Wiederkehr.