Diese Sammelklage hatte es in sich: Eine Molkerei im US-Bundesstaat Maine muss 127 Angestellten insgesamt fünf Millionen US-Dollar für geleistete Überstunden nachzahlen. Der banale Grund: ein fehlendes Komma im Arbeitsvertrag.

Die Molkerei Oakhurst Dairy in Portland hat sich nach einem langen Rechtsstreit mit den Angestellten geeinigt, wie das Portal "UPI" berichtet.

Nach der ersten Gerichtsentscheidung im vergangenen März wurden den Arbeitern noch zehn Millionen Dollar zugesprochen. Die Entscheidung wurde mit einer eindeutigen Quote von drei zu null getroffen.

Harte Auslegung der englischen Rechtschreibung

Danach ging der Streit aber vor Gericht weiter. Der Grund war ein vergessenes sogenanntes "Oxford Comma", das es so im Deutschen gar nicht gibt. Im Englischen wird nämlich vor Konjunktionen wie "and", "or" etc. ein Komma gesetzt, hierzulande nicht.

In der betreffenden Passage der Molkerei-Arbeitsverträge hieß es:

The canning, processing, preserving, freezing, drying, marketing, storing, packing for shipment or distribution of:

  • (1) Agricultural produce;
  • (2) Meat and fish products; and
  • (3) Perishable foods.

Das Problem stellte die Formulierung "packing for shipment or distribution of" dar.

Dieser Satz schließt die angestellten Fahrer nämlich von der Bezahlung der Überstunden aus, jedenfalls mit dem fehlenden Oxford Comma vor dem "or" im Gesetzestext des Bundesstaates.

Das Gericht erklärte, ohne das Strichpunkt-Komma sei nicht klar, ob sich die Überstunden-Befreiung auf das "Verpacken für die Verschiffung" oder auf die Distribution dieser verpackten Zustellungen bezieht - oder eben auf die drei nachfolgenden Unterpunkte.

Korrekt - und mit den entsprechenden Strichpunkten - heißt es deshalb nun folgendermaßen:

The canning; processing; preserving; freezing; drying; marketing; storing; packing for shipment; or distributing of:

  • (1) Agricultural produce;
  • (2) Meat and fish products; and
  • (3) Perishable foods.


Die betroffenen 127 Fahrer machten deshalb ihren Anspruch auf die Extrazahlungen schon 2014 vor Gericht geltend. Nach den jahrelangen Verhandlungen wurde nun die finale Einigung erzielt.

Gesetzestext wird jetzt geändert

Demnach bekommen die fünf Hauptkläger jeweils 50.000 Dollar nachgezahlt, alle weiteren können ihren Anteil an der zugesprochenen Einigungssumme einfordern und bekommen mindestens 100 Dollar oder die entsprechende Summe für ihre zwischen Mai 2008 und August 2012 geleisteten Überstunden.

Der Bundesstaat Maine hat derweil reagiert und anstelle des fehlenden Kommas zumindest ein Semikolon gesetzt, um weitere Klagen in Zukunft zu verhindern.

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