(cfl) - Ursprünglich sollte der amerikanische Ex-Präsident George W. Bush bei einer Spendengala für Israel in Genf auftreten. Jetzt hat der Texaner seine Reise in die Schweiz abgesagt. Über den Grund der Absage gibt es verschiedene Versionen.

Offiziell heißt es, dass der Politiker nicht komme, weil die Schweizer Organisatoren Ausschreitungen befürchten, wie der "Spiegel" berichtet. Schon im Vorfeld habe es massive Proteste gegeben. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen sprachen die jüdischen Veranstalter von "intelektuellem Terrorismus". 17 Vereinigungen sollen gegen den Ex-Präsident der USA Anzeige erstattet haben.

Die Menschenrechtler von ECCHR machten bekannt, dass sie den Amerikaner, in zwei Fällen angezeigt hätten. "Solange die US-Justiz keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen und Folter durchführt, sind die Gerichte der europäischen Länder gefordert", zitiert der "Spiegel" den ECCHR-Generalsekretär Wolfgang Kaleck. Jedes Mal, wenn Bush eine Europa-Reise plane, solle das für ihn zu einem unkalkulierbaren Risiko werden.

Amnesty International geht sogar laut "Spiegel" noch einen Schritt weiter: Die Schweizer Bundesanwaltschaft solle eine Untersuchung wegen Folter einleiten und den Texaner festnehmen. Der Ex-Präsident habe selbst in seiner Autobiografie eingestanden, dass er Foltermethoden wie das Waterboarding (simuliertes Ertränken) autorisiert habe.

Sind also nicht etwa die Ausschreitungen der wahre Grund für das Fernbleiben? Hat George W. Bush nicht vielmehr Angst vor einer Verhaftung?