• In Deutschland werden zum ersten Mal mehr als eine Million Todesfälle für ein Jahr geschätzt.
  • Bis zum Jahresende soll die Zahl der Toten bei bis zu 1,03 Millionen liegen.
  • Die Corona-Pandemie habe die Entwicklung beschleunigt, sagte Demograf Michael Mühlichen.

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Erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik wird in diesem Jahr mehr als eine Million Sterbefälle erwartet. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) am Freitag in Wiesbaden mitteilte, dürfte den Schätzungen zufolge die Zahl der Todesfälle in Deutschland bis zum Jahresende zwischen 1,02 Millionen und 1,03 Millionen liegen.

Im vergangenen Jahr hatte die amtliche Statistik 985.000 Sterbefälle registriert, im Jahr 2010 nur 859.000.

Aus demografischer Sicht sei schon länger absehbar gewesen, dass die jährlichen Todesfallzahlen die Millionengrenze übersteigen würden. "Die Corona-Pandemie, die überwiegend bei älteren Menschen zu einer Zunahme von Sterbefällen geführt hat, hat diese Entwicklung ein wenig beschleunigt", erklärte der BIB-Demograf Michael Mühlichen.

Pandemie und Altersstruktur begünstigen Entwicklung

Die Zahl der Todesfälle hängt stark vom Altersaufbau der Gesellschaft ab. "Die Zunahme der Sterbefälle in den letzten Jahren geht einher mit einer wachsenden Anzahl älterer Menschen", erklärte Mühlichen.

Laut Bundesinstitut starben in den ersten elf Monaten dieses Jahres rund 915.000 Menschen. Wie viele Menschen im laufenden Jahr an oder mit Corona sterben werden, steht noch nicht genau fest.

Den Bevölkerungsforschern zufolge ist aber absehbar, dass auch 2021 andere Todesursachen als Covid-19 dominierender sein werden.

So starben 2020 in Deutschland laut Todesursachenstatistik 338.000 Menschen an Herzkreislauferkrankungen. Das ist jeder dritte Sterbefall. Weitere 240.000 Todesfälle (24 Prozent) gingen auf neue Krebs- und Tumorerkrankungen zurück.

40.000 Menschen erlagen einer Corona-Erkrankung als Grundleiden (vier Prozent) - davon entfielen 94 Prozent auf die Altersgruppe von 65 Jahren und älter. (afp/ari)

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