(cfl) - Der Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln ist bei weitem kein Einzelfall. Rund um den Globus brechen immer wieder U-Bahn-Schächte, Straßen oder Kirchen ein.

Meistens laufen diese Katastrophen glimpflich ab und es bleibt nur ein großes Loch und Sachschaden. Doch gibt es auch Unglücke, bei denen viele Menschen ihr Leben lassen.

Begrabene Gottesdienstbesucher

Gerade erst im Januar 2009 stürzte das komplette Dach einer Kirche in São Paulo ein. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt feierte die brasilianische Gemeinde einen Gottesdienst. Neun Menschen starben in den Trümmern, gut 100 wurden verletzt.

Der große Gottesdienstraum der Pfingstbewegung "Wiedergeburt in Christus" fasste 2.000 Sitzplätze. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren rund 500 Gläubige in dem Gebäude im südlichen Stadteil Cambuci.

Die Kirche war in Brasilien bekannt geworden, nachdem Fußballstar Kaká dort vor einigen Jahren geheiratet hatte.

Loch in der Straße

In der ostchinesischen Stadt Hangzhou war im November 2008 gerade ein U-Bahn-Schacht im Bau, als das Unglaubliche passierte: Der Schacht brach auf einer Länge von 75 Metern ein und hinterließ ein 50 Meter breites Loch quer unter einer gut befahrenen Straße.

Zuerst war nur von drei Todesopfern die Rede. Doch dann bestätigte sich, was der Leiter der Einsatzkräfte direkt nach der Katastrophe vermutet hatte. "Es gibt eine geringe Chance für das Überleben der eingeschlossenen Arbeiter wegen der Überflutung des Kraters", hatte damals Wang Guangrong der Agentur Xinhua gesagt.

Am Ende waren es wahrscheinlich 21 Tote. Die genaue Anzahl konnte nicht festgestellt werden.

Unterricht bei Bauarbeiten

Im gleichen Monat hielten sich etwa 700 Menschen in einer Schule in Port-au-Prince auf, als das Gebäude in der haitianischen Hauptstadt mit einem heftigen Grollen einstürzte. Traurige Bilanz: 82 Tote und über 100 Verletzte.

Obwohl das dreistöckige Gebäude um eine weitere Etage erhöht wurde, fand während der Bauarbeiten immer noch Unterricht statt. Augenzeugen zufolge war der erste Stock der kirchlich geführten Schule "La Promesse" - was auf Deutsch "das Versprechen" heißt - plötzlich eingebrochen und hatte Schüler und Lehrer unter sich begraben.

"Der Umbau der Schule hat nicht den normalen Standards entsprochen", stellte der haitianische Senator Yvon Bissereth laut "ZDF" ein bisschen zu sachlich fest.

Riesiger Krater

"Das war ein Albtraum, wie ein Katastrophenfilm aus Hollywood", berichtete die 25-jährige Augenzeugin Fernanda Garcia dem "Spiegel" zufolge.

Bei Arbeiten an einem U-Bahn-Schacht tat sich im Januar 2007 mitten in der brasilianischen Stadt São Paulo ein großer Krater mit einem Durchmesser von 80 und einer Tiefe von 30 Metern auf.

Nach Medienberichten wurden bei dem Unglück lediglich drei Bauarbeiter verletzt. Der Sachschaden war dagegen immens: Drei Müllfahrzeuge und viele Kleinwagen hatte das Loch verschluckt. 80 Familien mussten danach ihre einsturzgefährdeten Häuser verlassen. Die zuständigen Stadtbehörden wiesen damals jede Schuld von sich.

Schnee zerdrückt Halle

Doch spielen sich die Tragödien nicht immer nur im Ausland ab: Im Januar 2006 stürzte im bayerischen Bad Reichenhall eine Eissporthalle unter gewaltigen Schneemassen zusammen.

Obwohl die Stadt laut "Spiegel" vorher eine Warnung ausgesprochen hatte, ließ der Betreiber die Halle nicht räumen. Traurige Bilanz: 15 Tote und sechs Schwerverletzte.

Der Einsturz habe sich dem "Bayerischen Rundfunk" zufolge durch lautes Krachen und Knarzen im Dach angekündigt. Wenige Sekunden später sei das Dach auf die gesamte Eisfläche heruntergestürzt.

Buslinie 192

Selbst Großstädte sind vor großen Kratern nicht gefeit. Im September 1994 stürzte in Trudering, das zum unmittelbaren Einzugsgebiet von München gehört, ein Bus der Linie 192 in einen Straßenkrater.

Direkt vor der Katastrophe hatte ein U-Bahn-Bauarbeiter laut "Süddeutsche" den Busfahrer angebrüllt: "Fahren sie weg." Herbert G. habe darauf geantwortet: "Es ist rot." Der Bauarbeiter: "Egal, hier bricht gleich alles ein." Der Busfahrer habe danach noch die Leitstelle benachrichtigt und sei dann angefahren. Es war zu spät.

Das Loch tat sich mit einem Schlag auf. In Panik öffnete Herbert G. die Türen, um die Passagiere aussteigen zu lassen. Als er gerade in die Mitte seines Fahrzeuges lief, fiel der Bus in den Krater. Drei Menschen starben in den hereinströmenden Wassermassen.