Das Triebwerk explodiert, Sauerstoffmasken fallen herunter, eine Passagierin wird fast aus dem Fenster gerissen – der Flug 1380 der Linie Southwest Airlines ist am Dienstag in 10.000 Metern Höhe zum Alptraum geworden. Nun wird vor allem die Pilotin Tammy Jo Shults gelobt, die durch ihr beherztes und ruhiges Agieren die ganz große Katastrophe verhindern konnte. Das ist an sich schon eine Heldentat – doch jetzt zeigen Audiomitschnitte, wie cool und besonnen sie dabei tatsächlich war.

Es ist der Alptraum eines jeden Passagiers: Nur 20 Minuten nach dem Start gerät am Dienstag ein Flug der Linie Southwest in ernsthafte Schwierigkeiten. Dabei wird das linke Triebwerk der Boeing 737 schwer beschädigt, Splitter durchschlagen ein Fenster.

Eine Frau wird fast aus dem Flugzeug gezogen, kann jedoch durch Crewmitglieder und Passagiere zunächst gerettet werden. Sie stirbt später - doch dass es nicht zu einer noch größeren Katastrophe gekommen ist, ist vor allem einer Frau zu verdanken: Tammy Jo Shult.

Pilotin reagiert ruhig und besonnen

Der Pilotin gelang es zusammen mit ihrer Crew, das Flugzeug in kurzer Zeit sinken zu lassen und schließlich notzulanden.

Nicht nur Passagiere loben Shult und bescheinigen ihr "Nerven wie Drahtseile" – auch die sozialen Netzwerke sind voll des Dankes und der Bewunderung - erst recht, nachdem nun Audio-Mitschnitte ihrer Kommunikation mit dem Tower veröffentlicht wurden.

"Nein, sie brennt nicht, aber ein Teil fehlt"

In den Tonaufnahmen ist zu hören, wie die Pilotin mit dem Tower spricht: "Wir haben verletzte Passagiere." Auf die Frage, ob die Maschine Board brennen würde, sagt sie: "Nein, sie brennt nicht, aber ein Teil fehlt."

Die Webseite Heavy.com berichtet, dass Shults zu den ersten Kampfpilotinnen der Navy gehört, die in die zivile Luftfahrt wechselten. Shults Mann, der ebenfalls Pilot bei Southwest ist, äußerte sich voller Stolz in einem Interview: "Die Medien liegen richtig - sie ist eine Heldin, und ich bin sehr stolz, ihr Ehemann zu sein."

Trotz der überschwänglichen Reaktionen: Tammy Jo Shult und ihre Kollegen geben sich bescheiden. In einem Statement, das von der Fluglinie veröffentlicht wurde, betonen sie, dass sie nur ihren Job gemacht hätten und bekunden der Familie der verstorbenen Passagierin ihr Beileid. (dh)