Der Intendant der Deutschen Welle (DW), Peter Limbourg, hat die Sparpläne mit Stellenabbau im deutschen Auslandssender verteidigt. "Das ist ein Prozess, der ist schmerzlich, gerade für die Betroffenen. Wir müssen es aber tun, damit unser Haus stabil seine Aufgaben weiter machen kann", sagte der Intendant der Deutschen Presse-Agentur.

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"Wir sind in der schwierigen Situation, dass wir eben auch durch unsere jährliche Finanzierung unseren Haushalt fürs nächste Jahr jetzt noch nicht kennen und wir deswegen vorsorgliche Maßnahmen ergreifen mussten", sagte Limbourg. Der Sender wird im Gegensatz zu ARD, ZDF und Deutschlandradio nicht über den Rundfunkbeitrag, sondern aus Steuermitteln finanziert.

Am Mittwochabend ist im Bundestag in Berlin eine Feier anlässlich des 70-jährigen Bestehens des öffentlich-rechtlichen Auslandssenders geplant. Beschäftigte und Gewerkschafter wollen zuvor rund um das Brandenburger Tor gegen die Sparpläne der DW-Geschäftsleitung demonstrieren. Personalräte des Senders bleiben der Feier fern.

Es gehe bei den Plänen um 100 Vollzeitstellen an den Inlandsstandorten Berlin und Bonn. Insgesamt sind bei der Deutschen Welle rund 3700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Es handele sich beim Stellenabbau mehrheitlich um redaktionelle Stellen, aber auch um Mitarbeiter zum Beispiel in der Technik. "Wir müssen das zu Beginn des Jahres 2024 abbauen", sagte Intendant Limbourg.

Berlin ist demnach stärker betroffen als Bonn. "In Berlin wird das deutsche TV-Programm gestaltet, das wir in Zukunft nicht mehr ausstrahlen werden. Deutsches Programm gibt es aber auf jeden Fall weiterhin." Man wolle auf Social Media und Online präsent sein.

Auch die Sportredaktion soll mehrheitlich in Berlin deutlich verkleinert werden. Auch in der Kulturabteilung soll es zu Einsparungen kommen. An den beiden Standorten Berlin und Bonn wolle man zugleich festhalten, Schließungen seien nicht geplant.  © dpa

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