Corona-Pandemie: Wallfahrt Hadsch unter ungewohnten Bedingungen

Die Wallfahrt Hadsch fiel dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ungewohnt aus: Nur wenige Tausend Pilger wurden zugelassen, Linien am Boden gaben den Laufweg an, Rituale wurden angepasst, Masken und Abstand standen auf der Tagesordnung.

Die zwei Aufnahmen könnten nicht unterschiedlicher sein: Letztes Jahr (unten) nahmen etwa 2,5 Millionen Menschen an der Wallfahrt Hadsch teil. Dieses Jahr (oben) wurden aufgrund der Corona-Pandemie nur wenige tausend Besucher zugelassen. Statt einem dichten Gedränge herrschte 2020 eine penible Ordnung.
Wer sich auf eine Teilnahme an der Wallfahrt Hadsch 2020 bewerben wollte, musste unter 65 Jahre alt sein. Teilnehmer durften keine chronischen Vorerkrankungen haben und mussten sich bereits in Saudi-Arabien aufhalten.
Die Wallfahrt wurde unter strengen Vorgaben vorbereitet. Maskenpflicht und Abstandsregelungen mussten überall eingehalten werden. Böden und Oberflächen wurden in der Moschee regelmäßig desinfiziert.
2020 galten einige neue Regeln: Die Kaaba, das würfelförmige Gebäude in der Moschee, durfte nicht berührt werden. Wasser vom heiligen Samsam-Brunnen wurde dieses Jahr nur aus Plastikflaschen getrunken.
Linien markierten die Laufwege für die Gläubigen. Ein dichtes, ungeregeltes Gedränge ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht mehr vorstellbar.
Viele Rituale des Hadsch mussten dieses Jahr abgeändert werden, damit sie Corona-Konform sind. Zur symbolischen Steinigung des Teufels wurden zum Beispiel sterilisierte Kieselsteine in Tüten verteilt.
Auf dem Boden wurden in diesem Jahr (oben) Markierungen befestigt, die anzeigen, wo man stehen darf. Mindestens 1,5 Meter Abstand mussten zwischen den Besuchern sein; die Masken mussten ständig getragen werden.
Das Zeltlager erstreckte sich soweit das Auge reicht. Doch auch hier galten strenge Auflagen: Für jeweils 50 Pilger war je ein Arzt zuständig. Er prüfte die Einhaltung der Regeln und meldete Verdachtsfälle.
Normalerweise werden hier Handtücher, Kleidung und sogar Handys geteilt, das war in diesem Jahr verboten. Auch Busse durften nur bei halber Belegung fahren. Besucher der Wallfahrt mussten sich davor und danach jeweils eine Woche in Quarantäne begeben.
Ein ungewohnter Anblick bot sich auch auf dem Arafat-Berg. Die Verweilzeremonie auf dem Hügel gehört fest zum Hadsch. Dieses Jahr waren auch dort deutlich weniger Gläubige zu sehen als noch vor zwei Jahren (unten).
Der Hadsch beschwert Saudi-Arabien normalerweise Einnahmen in Milliardenhöhe. Gastronomie, Hotel- und Tourismusbranche leiden darunter, dass dieses Jahr nur wenige Tausend zu dem Event zugelassen wurden.