Informationen des Nachrichtenportals "Spiegel" zufolge hat ein irregeleiteter Bordcomputer einen Lufthansa-Airbus mit 109 Passagieren in einen steilen Sinkflug gezwungen. Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den Vorfall und lobte das "umsichtige" Verhalten der Cockpit-Crew.

Dabei rauschte die Maschine, ein Airbus A321, mit 1.000 Metern pro Minute in die Tiefe. Der Zwischenfall ereignete sich am 5. November vergangenen Jahres bei einem Flug von Bilbao nach München. Dabei seien laut "Spiegel"-Informationen Sensoren während des Steigflugs nach dem Start vereist und hätten das Computersystem des Flugzeugs daraufhin mit falschen Daten gefüttert. Dies habe einen Sinkflug eingeleitet, den die Piloten minutenlang nicht stoppen konnten.

Durch Abschalten des Bordcomputers konnte die Crew das Flugzeug schließlich wieder unter Kontrolle bringen, und verhinderte so die Katastrophe eines Absturzes. Lufthansa-Sprecher Klaus Gorny sagte unserem Portal in einer Stellungnahme: "Unsere Cockpit-Crew hat gut und sehr umsichtig reagiert. Sie haben die Situation auch unmittelbar nach Auftreten erkannt und das Flugzeug sicher am Zielflughafen gelandet." Zu der Vereisung der Sensoren als Ursache des Sturzfluges sei es jedoch - anders als der "Spiegel" berichtete - nicht unmittelbar nach dem Start, sondern erst nach 15 Minuten Flug gekommen.

Als Sofortmaßnahme sind bei der kompletten A320-Familie - insgesamt bei 80 Flugzeugen - die Sensoren ausgetauscht worden. Zur genauen Ursache werde sich die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig äußern. Ein Sprecher der Bundesstelle sagte der dpa, der Bericht werde am Dienstag publiziert. (she/dpa)