Chinas Aufstieg zur Weltmacht zeigt sich in schier unglaublichen Bauten: Think big auf Chinesisch

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In China brummt die Wirtschaft und das Land arbeitet mit Feuereifer daran, den Westen in jedem Bereich zu überflügeln: Größer, länger, schneller, besser - so könnte das Staatsmotto lauten, wenn man an die chinesischen Superlative denkt, die manchmal an Größenwahnsinn zu grenzen scheinen. Doch sie sind oder werden Wirklichkeit.

Das größte Gebäude der Welt steht im chinesischen Chengdu. Das New Century Global Center umfasst bei gerade mal 100 Metern Höhe auf einer Grundfläche von 200.000 Quadratmetern sage und schreibe 1,76 Millionen Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf mehrere Etagen und Tiefebenen.
Die längste Pipeline der Welt entsteht zurzeit in China und Russland: eine über 4.000 Kilometer lange Gas-Pipeline durch Sibirien an den Pazifik. Das Projekt soll ca. 42 Milliarden Euro kosten und Russland mehr Unabhängigkeit vom europäischen Markt verschaffen. Die Pipeline soll Sila Sibiri heißen: die Kraft Sibiriens.
Das leistungsstärkste Wasserkraftwerk der Welt ist der Drei-Schluchten-Staudamm in der chinesischen Provinz Hubei. Das Bauwerk erstreckt sich über mehr als 2,3 Kilometer mit Schiffshebewerk und Schleusen. Seinen Namen hat der Staudamm von den drei Schluchten, die der Stausee umfasst.
Die installierte Kraftwerksleistung übersteigt mit 22,4 Gigawatt die jedes anderen Wasserkraftwerks der Erde. Der aus ökologischen Gründen umstrittene Bau begann 1993. 2012 komplettierte die letzte der insgesamt 32 Turbinen den Megabau. Die Baukosten schnellten von geplanten 22 Milliarden Euro auf knapp 64 Milliarden Euro.
Mit knapp 165 Kilometern ist die Große Brücke Danyang-Kunshan im Osten Chinas die längste Brücke der Welt. Dabei sind vier Jahre Bauzeit für solch ein Kolossalprojekt wenig Zeit. Im Juni 2011 nahm der erste Hochgeschwindigkeitszug die Brücke in Betrieb. Die Kosten lagen bei etwa 7,2 Milliarden Euro.
Überhaupt: Züge! Neben der Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking-Schanghai, die mit 1.318 Kilometern die zweitlängste der Welt ist, unterhält China mit der 2.300 Kilometer langen Strecke Peking-Kanton auch gleich die längste der Welt.
Der G13 "Fuxing bullet"-Zug ist einer der neuen Superzüge, die Chinas technologische Macht beweisen sollen. Auf der Strecke Peking-Schanghai verkehrt er mit bis zu 350 Kilometern pro Stunde.
Hongkong und Macau trennt das Perlflussdelta, bestehend aus zahlreichen seichten Flussarmen und kleinen Inseln. Auf 50 Kilometern Strecke steht hier, nach etwa sieben Jahren Bauzeit, in einer Kombination aus Brücken, Tunneln und künstlichen Inseln die Hongkong-Zhuhai-Macau-Verbindung. Der Bau kostete knapp zehn Milliarden Euro.
Die sechsspurige Strecke lässt in beide Richtungen Autoverkehr mit 100 Stundenkilometern zu und ist nur etwa fünf Kilometer kürzer als die Luftlinie von Bremen nach Bremerhaven. Von den 50 Kilometern verlaufen etwa 35 Kilometer über Brücken und 5 Kilometer unter Wasser durch Straßentunnel, der Rest läuft über künstliche Inseln.
Die Metropole Guangzhou soll mit zehn anderen chinesischen Großstädten im Perlflussdelta zu einer gigantischen Mega-Metropole zusammengefasst werden. Hierzu baut China an der Infrastruktur einer 80-Millionen-Einwohner-Stadt bis 2030: Perlfluss-City.
Guangzhou mit seinen über elf Millionen Einwohnern wäre nur ein Viertel in dem neuen Megaplex am Perlfluss. Das Projekt ist das größte urbane Bauexperiment aller Zeiten. Ob der Megaplex ein Vorbild für die Ballungsräume der Welt wird oder zum Albtraum für seine Einwohner, muss noch abgewartet werden.
Die Jiaozhou-Bucht-Brücke ist eine gewaltige, 14 Milliarden Euro teure Autobahn im Osten Chinas an der Halbinsel Shandong. Sie verbindet Huangdo mit Qingdao und verkürzt die Fahrtzeit zwischen den Großstädten um 30 Kilometer. Mit knapp 27 Kilometern ist sie laut Guiness Buch der Rekorde die längste Autobahnbrücke der Welt über Wasser.
Das Kosmodrom Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan ist nach fünf Jahren Bauzeit Chinas vierter Weltraumbahnhof. Der erste Start einer Trägerrakete erfolgte am 25. Juni 2016. Der näher am Äquator gelegene Standort des Weltraumbahnhofs steigert nach chinesischen Angaben die Ladungseffizienz um 7,4 Prozent.
Die gesteigerte Ladungseffizienz des Weltraumbahnhofs ermöglicht über 500 Millionen Euro Kostenersparnis und eine erhöhte Nutzlast-Obergrenze der Trägerraketen von etwa 300 Kilogramm je Flug.
Die Harbin-Dalian Highspeed-Eisenbahn verbindet die beiden rund 860 Kilometer entfernten Großstädte im Nordosten Chinas durch extremes Terrain. Minus 40 Grad und jede Menge Schnee im Winter machten es dort bislang unmöglich für Hochgeschwindigkeitszüge, zu jeder Jahreszeit zu verkehren.
Die Eisenbahn Harbin-Dalian Highspeed-Railway ist mit einer Enteisungstechnologie in den Schienen ausgestattet, so dass diese sich auch nicht bei starkem Frost verformen. Die Züge können auch bei stärkstem Schneetreiben etwa 200 Stundenkilometer schnell fahren. Die Linie senkt die Fahrtzeit zwischen den Großstädten von neun auf fünf Stunden.
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