Seit Mittwoch gilt in Brunei für offen lebende Homosexuelle die Todesstrafe. Die Monarchie ist nicht das einzige Land, in dem gleichgeschlechtliche Beziehungen hart bestraft werden.

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In Brunei gilt seit Mittwoch für gleichgeschlechtliche Beziehungen die Todesstrafe - per Steinigung. Es ist ein weiterer Schritt des herrschenden Sultans Hassanal Bolkiah die Scharia im Land einzuführen. Schon seit einiger Zeit sind in dem Land fundamentalistische islamische Kräfte auf dem Vormarsch.

Als "zutiefst barbarisch" verurteilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch das Gesetz am Mittwoch, die Vereinten Nationen forderten einen Verzicht auf solch "drakonische Strafen".

Brunei nicht das einzige Land, wo Menschenrechte am Boden sind

Brunei ist nicht das einzige Land, in dem Menschenrechte, speziell LGBT-Rechte, mit Füßen getreten werden. Auch im Jemen, im Iran oder in Saudi-Arabien werden Homosexuelle massiv vom Staat bedroht. Gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen stehen dort ebenfalls unter Todesstrafe.

Auf dem Gay Travel Index 2019, der im Februar veröffentlicht wurde, ranken die muslimisch geprägten Staaten auf den untersten Plätzen. Der Jemen liegt auf Platz 193, dicht gefolgt von der Islamischen Republik Iran und Saudi-Arabien. Die traurigen Schlusslichter bilden Somalia auf Platz 196 und die russische Teilrepublik Tschtschenien auf dem letzten Platz 197.

Die Bewertungskriterien des Index reichen von der Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen über den negativen Einfluss von Religion bis hin zur Todesstrafe. Kanada und Schweden landen mit Antidiskriminierungsgesetzen und erlaubten Adoptionen mit insgesamt jeweils 10 Punkten auf dem ersten Platz. Der Iran und Saudi-Arabien mit jeweils -14 Punkten und Somalia und Tschetschenien mit -15 und -16 Punkten schneiden in sämtlichen Kategorien durchweg negativ ab.

In diesen Ländern ist Homosexualität illegal.

Auf der Webseite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) heißt es zur Situation im Iran etwa: "Homosexualität ist in der Islamischen Republik geächtet. Die Scharia, das islamische Rechtssystem, verurteilt Homosexualität als todeswürdiges 'Verbrechen'." Zur Bestrafung lautet die Erklärung: "Männern droht immer die Todesstrafe, wenn Sie der 'passive' Partner einer homosexuellen Handlung waren. Nach der dahinterstehenden Logik macht sich ein solcher Mann selbst zur Frau und verhält sich damit besonders widernatürlich." Für den aktiven Partner reicht die Bestrafung von einem Todesurteil bis hin zu 100 Peitschenhieben. Für Frauen sieht das Gesetz in jedem Fall 100 Peitschenhiebe vor.

In folgenden Ländern können homosexuelle Handlungen gesetzlich mit dem Tod bestraft werden:

  • Afghanistan
  • Brunei
  • Iran
  • Jemen
  • Katar
  • Mauretanien
  • Nigeria
  • Saudi-Arabien
  • Sudan
  • Vereinigte Arabische Emirate

In folgenden Ländern sieht die Höchststrafe auf homosexuelle Handlungen eine lebenslange Haftstrafe vor:

  • Bangladesch
  • Barbados
  • Guyana
  • Myanmar
  • Pakistan
  • Sierra Leone
  • Singapur

In folgenden Ländern sind homosexuelle Handlungen kriminalisiert:

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Algerien
  • Angola
  • Antigua und Barbuda
  • Äthiopien
  • Bahrain (für Männer)
  • Bangladesch
  • Barbados
  • Bhutan
  • Botswana
  • Brunei
  • Burundi
  • Cookinseln (für Männer)
  • Dominica
  • Eritrea
  • Gambia
  • Gaza
  • Ghana (für Männer)
  • Grenada (für Männer)
  • Guinea
  • Guyana (für Männer)
  • Indonesien (nur in der Provinz Aceh)
  • Irak
  • Iran
  • Jamaika (für Männer)
  • Jemen
  • Kamerun
  • Katar
  • Kenia (für Männer)
  • Kiribati (für Männer)
  • Kuwait
  • Liberia
  • Libyen
  • Malawi
  • Malaysia
  • Malediven (für Männer)
  • Marokko
  • Mauretanien
  • Mauritius
  • Myanmar
  • Namibia
  • Nigeria (für Männer)
  • Oman
  • Pakistan (für Männer)
  • Papua Neuguinea (für Männer)
  • Salomonen
  • Sambia (für Männer)
  • Samoa
  • Sansibar
  • Saudi-Arabien
  • Senegal
  • Sierra Leone (für Männer)
  • Simbabwe (für Männer)
  • Singapur
  • Somalia
  • Sri Lanka
  • St. Kitts und Nevis
  • St. Lucia
  • St. Vincent und die Grenadinen
  • Sudan
  • Südsudan
  • Swasiland (für Männer)
  • Syrien
  • Tansania
  • Togo
  • Tonga (für Männer)
  • Tschad
  • Tunesien
  • Turkmenistan (für Männer)
  • Tuvalu (für Männer)
  • Uganda
  • Usbekistan (für Männer)
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Zentralafrikanische Republik

(dar)