Ex-Hurrikan Bertha hat uns in den vergangenen Wochen einen vorzeitigen Herbst beschert. Seitdem beherrschen kühle Luft und viel Regen das Klima. Aus der Traum vom Tropensommer. Doch es scheint Besserung in Sicht. Denn ein zweiter Ex-Hurrikan, Cristobal, ist im Anmarsch und könnte zumindest einen freundlichen und sonnigen Herbst mitbringen.

Nach 20 bis 30 Litern Regen pro Quadratmeter in der Nacht im Westen, entlädt sich Tief Yasmin auch heute mit Regenschauern über weiten Teilen Deutschlands. Dabei verlagert sich der Regen langsam Richtung Osten. Zumindest vorläufig sind das keine guten Aussichten, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal "wetter.net" erklärt.

Doch Besserung scheint in Sicht: "Für die Zeit nach dem Wochenende könnte sich eine spürbare Wetterbesserung andeuten. Schuld daran oder besser gesagt verantwortlich dafür könnte wiederum ein Ex-Hurrikan sein. Der Ex-Hurrikan Cristobal zieht in diesen Tagen zwischen der Ostküste Nordamerikas und den Bermudas seine Runden. Er zieht später weiter über den Atlantik und dürfte den aktuellen Berechnungen zufolge an Nordwesteuropa vorbeiziehen. Dabei könnte er - wie schon damals Ex-Hurrikan Bertha - die Großwetterlage erneut umbauen."

Bringt Cristobal zurück, was Bertha nahm?

Das schöne Wetter, das uns von einem ehemaligen Hurrikan genommen wurde, könnte also von einem nächsten wieder zurückgebracht werden. Denn Ex-Hurrikan Cristobal würde Europa weiter nördlich treffen als Bertha. So könnte er einerseits warme Luft direkt aus dem Südwesten des Kontinents zu uns bringen. Weiterhin bestünde die Möglichkeit, dass Cristobal ein Hochdruckgebiet vom Atlantik mitbringt. Dieses könnte wiederum für stabileres und trockeneres Wetter sorgen.

"Drücken wir die Daumen, dass Ex-Hurrikan Cristobal stark genug ist, um den Vollherbst wegzudrücken und uns noch ein paar schöne Spätsommertage zu bescheren. Wenn man heute aus dem Fenster schaut, möchte man sich das vielfach wirklich wünschen: viel Regen und besonders im Süden heute auch viel Wind und das ganze stellenweise bei Temperaturen unter 15 Grad" hofft Wetterexperte Jung.

Zunächst nur ein vorsichtiger Trend

Ob es in der ersten Septemberwoche tatsächlich zu einem Umbau der Großwetterlage über Europa kommt, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen. Die Prognose ist lediglich ein vorsichtiger Trend. Sollte sich dieser durchsetzen, so würden uns Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad erwarten. Es wäre überwiegend trocken und sonnig. Im schlimmsten Fall verpufft die Wirkung von ex-Hurrikan Cristobal jedoch und der triste Herbst bleibt bestehen.

Für den Rest der aktuellen Woche bleibt ohnehin alles beim Alten. Immer wieder vorüberziehende Wolken bringen Wind, Regen und Schauer. Lediglich an der Küste kann es über längere Zeit trocken und freundlich bleiben. Am Tag liegen die Temperaturen zwischen 17 und 23 Grad. Am Donnerstag kann es auch im Nordosten etwas wärmer werden.

(lug)