Drama im Schweizer Kanton Graubünden: Es donnert am Berg, riesige Felsmassen stürzen ins Tal, dahinter eine Schlamm- und Geröllmasse, die das Dorf Bondo verschütten. Von acht Wanderern fehlt jede Spur. Solche Bergstürze sind keine Seltenheit in den Alpen, bergen aber gewaltige Gefahren, denn: Schützen kann man sich kaum.

Acht Wanderer werden nach einem riesigen Felsabbruch im Schweizer Kanton Graubünden vermisst. Darunter seien Deutsche, Österreicher und Schweizer, berichtete die Kantonspolizei Graubünden am Donnerstag.

Alarmsystem in Bondo warnte Einwohner

Bei dem Felsabbruch, Bergsturz genannt, donnerten am 3.369 Meter hohen Piz Cengalo riesige Mengen Gesteinsmassen ins Tal.

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Rund 100 Menschen bangen dort nun um ihr evakuiertes Dorf Bondo, an dem die graue Masse direkt vorbeirollte.

Verletzt wurde in dem Ort niemand, weil es ein Alarmsystem hat. Das hatte rechtzeitig vor dem Murgang, wie das Geschiebe heißt, gewarnt. Bondo liegt an der Grenze zu Italien, rund 35 Kilometer südwestlich von St. Moritz.

Nach Schätzungen rutschten bis zu vier Millionen Kubikmeter Geschiebe mit Schlamm und größeren Gesteinsbrocken nach. Die Erdbebenwarte in Zürich registrierte den Bergsturz mit ihren Geräten wie ein kleines Erdbeben.

Suche nach Vermissten mit Hubschraubern

Die Suche nach den Vermissten laufe vor allem mit Hubschraubern, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur

In dem Wandergebiet im Bondasca-Tal gebe es zwei Hütten. Bewohner und Besucher der Hütten sowie einige Wanderer seien bereits am Mittwoch mit dem Hubschrauber ausgeflogen worden.

Nach Abklärung der Personalien und Rücksprache mit Angehörigen der Vermissten wollte die Polizei am Nachmittag um 14.00 Uhr erneut informieren.

Kein Schutz vor Bergstürzen

"Bergstürze lassen sich mit technischen Mitteln nicht verhindern", schreibt die Nationale Plattform Naturgefahren (Planat). Gefährdete Gebiete sollten gemieden werden.

Am Piz Cengalo waren 2011 schon einmal größere Felsstücke abgebrochen. Eine ähnliche Menge Geröll stürzte ab, blieb aber im hinteren Teil des Bondasca-Tals liegen.

Evakuierte sowie Leute, die Personen im betroffenen Gebiet vermuten, sollen sich nach Angaben der Polizei an diese Hotline wenden: 081 822 60 64. (fte/dpa)