Die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt war komplizierter als gedacht. Nach über drei Stunden konnte nun aber Entwarnung gegeben werden.

Nach einer langen Hängepartie ist es nun endlich vollbracht. Die Weltkriegsbombe in Frankfurt ist erfolgreich entschärft worden. Das bestätigte die Feuerwehr auf Twitter.

Zuvor hatten in der umfangreichsten Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik mehr als 60.000 Menschen in der Bankenstadt ihre Wohnungen verlassen müssen.

Die Entschärfung der Luftmine war komplizierter als angenommen, weil sich zunächst von zwei der drei Zünder die Sprengkapseln nicht entfernen ließen und gesondert ausgebaut werden mussten.

Verschiedene Komplikationen im Vorfeld

Unter anderem mussten die Patienten zweier Krankenhäuser und die Bewohner von zehn Altenheimen im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Luftmine herum in Sicherheit gebracht werden.

Auch das Frankfurter Polizeipräsidium und der Hauptsitz des Hessischen Rundfunks wurden geräumt.

Die Polizei kontrollierte in einer aufwendigen Aktion, ob sich wirklich niemand mehr in der Sperrzone aufhielt.

Die Polizei nahm einen Mann in Gewahrsam, der das Sperrgebiet auch nach Aufforderung nicht verlassen wollte. Der Beginn der Entschärfung verzögerte sich dadurch um mehr als zwei Stunden.

Mehr als 2000 Helfer von Polizei, Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

Explosion hätte fatale Folgen gehabt

Bei einer Explosion hätte der Sprengkörper durch eine enorme Druckwelle schwere Schäden anrichten können, die Bombe aus britischen Beständen wurde im Zweiten Weltkrieg als sogenannter "Wohnblockknacker" eingesetzt.

Der Fernverkehr der Bahn und der größte deutsche Flughafen in Frankfurt waren von der Entschärfungsaktion nicht betroffen.

In dem betroffenen Gebiet mussten aber zahlreiche Straßen gesperrt werden, Busse und vor allem U-Bahnen konnten nicht wie gewohnt fahren.

Die Stadt hatte Betreuungszentren in einer Messehalle und in der Jahrhunderthalle eingerichtet.

Dort fanden Anwohner Unterschlupf, die sonst nirgendwo anders unterkamen. (fte/dpa)