So ein Fund gelang Rauschgiftfahndern in Deutschland seit langem nicht mehr: Nach mehrmonatigen Ermittlungen haben Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) unter Leitung der Staatsanwaltschaft Essen rund 330 Kilogramm Heroin sichergestellt.

Hierbei handelt es sich um die größte Einzelmenge an Heroin, die in den letzten Jahrzenten in der Bundesrepublik beschlagnahmt wurde. Das Rauschgift hat einen geschätzten Wert von über 50 Millionen Euro und hätte für nahezu 1,3 Millionen Einzeldosen ausgereicht.

Gefunden wurde das Heroin in einer Lieferung von 23 Tonnen eingelegter Gurken und Knoblauch aus dem Iran. Die Ermittlungen des BKA richten sich gegen eine syrisch-irakische Gruppierung. Sie soll bereits seit Jahren große Mengen Heroin in Gemüselieferungen versteckt nach Westeuropa schmuggeln.

Schon im September konnten in Deutschland zwei Brüder im Alter von 30 und 35 Jahre Jahren festgenommen werden. Bei ihnen handelt es sich um die Geschäftsführer von Firmen, die mutmaßlich Empfänger der Heroinlieferungen sein sollten. Ihnen wird vorgeworfen, an der Organisation der Drogentransporte maßgeblich beteiligt zu sein.

Darüber hinaus richten sich die internationalen Ermittlungen gegen weitere Tatbeteiligte im In- und Ausland. Ende September konnte ein niederländischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Belgien festgenommen und an die deutsche Justiz überstellt werden. Die Ermittlungen dauern an, alle Festgenommenen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte zu dem Drogenfund: "Angesichts der Gesamtsicherstellung von 270 Kilogramm Heroin im Jahr 2013 stellt die Beschlagnahme von 330 Kilogramm des Rauschgiftes einen besonderen Ermittlungserfolg dar und zeigt, dass auch Deutschland Zielland großer Rauschgiftmengen ist. Eine konsequente internationale Ermittlungsarbeit ist daher unerlässlich, will man den Rauschgifthändlern wirksam entgegentreten." (men/bka)