Auf der ganzen Welt sind Forscher derzeit auf der Suche nach einem Wirkstoff gegen das neuartige Coronavirus. Die Universität Basel hat nun erste Ansätze veröffentlicht und potenzielle Kandidaten ins Auge gefasst.

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Um dem Coronavirus entgegenzuwirken, wird derzeit weltweit nach einem Medikament gesucht. Eine Forschungsgruppe um Markus Lill von der Universität Basel hat nun potenzielle Kandidaten geliefert. Mit Hilfe einer computergeschützten Methode haben sie 678 Millionen Substanzen untersucht.

Dabei richtete das Team sein Augenmerk auf Präparate, die ein essenzielles Enzym des Virus – auch genannt Haupt-Protease – angreift, denn das sorge dafür, dass neue Viren entwickelt werden. Wie die Universität in einem Bericht schreibt, wurden die Substanzen bisher lediglich virtuell getestet.

Forschungsgruppen tun sich zusammen

Weiter erklärten die Forscher, dass sie etwa ein Dutzend Kandidaten herauskristallisieren konnten, die dem Enzym beziehungsweise der Vermehrung des Virus entgegenwirken könnten. Üblicherweise würden sie das nun erst einmal experimentell testen, ehe sie die Ergebnisse mit der Öffentlichkeit teilen.

Doch der Notlage und Verbreitung des Coronavirus wegen, haben sie ihre Forschungsergebnisse bereits für Kollegen auf dem Preprint-Server ChemRxiv veröffentlicht. Damit hoffen sie, anderen Forschungsgruppen in deren Studien helfen zu können.

Medikamentenentwicklung braucht Zeit

Forschungsgruppenleiter Markus Lill betont zudem: "Auch wenn die vollständige Entwicklung eines Wirkstoffs gegen das momentane Coronavirus die Dauer der momentanen Epidemie wahrscheinlich übersteigen dürfte, ist es wichtig, Wirkstoffe für zukünftige Coronaviren zu entwickeln. So können ähnliche Gesundheitsnotstände wie der momentane im Keim erstickt werden."

Damit jedoch schnell ein Medikament gegen das Virus zur Hand ist, untersuchen Forscher aktuell vor allem bereits existierende Mittel. Laut "20min.ch" wird in zahlreichen klinischen Studien der Wirkstoff Remdesvir genauer unter die Lupe genommen, der ursprünglich gegen das Ebolavirus eingesetzt werden sollte. Darüber hinaus gilt es mit Hilfe von Substanzen das Eindringen des Virus in die Zellen zu verhindern. Diesbezüglich werden aktuell Substanzen gegen Malaria, Grippe und Krebs untersucht.

Viren können jedoch mit der Zeit resistent gegen Medikamente werden. Langfristig müsste man deshalb mehrere Wirkstoffe gegen das Coronavirus entwickeln. (eee)  © 1&1 Mail & Media / SN

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