Zum Osterfest gab es einen vielbeachteten Streit um den Osterhasen - oder besser gesagt darum, wie ein Schokoladenhohlkörper in Hasenform auf dem Kassenbon ausgezeichnet wird.

Der auf Kassenzetteln verwendete Begriff "Traditionshase" für Schoko-Osterhasen hat über die Feiertage für Wirbel gesorgt.

Selbst das Auswärtige Amt griff die Debatte am Montag süffisant auf und postete bei Twitter einen bunten Verpackungsrest mit der Unterschrift: "Es ist gerade erst Ostermontag und bei uns sind sowohl die Traditionshasen als auch die Oster- und Schokohasen schon aufgegessen. Wir sehen diese Entwicklung mit Sorge."

Nutzer sozialer Medien, darunter die frühere Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach, hatten kurz vor Ostern das Foto eines Karstadt-Einkaufszettels aus Hamburg getwittert, auf dem der Posten "Traditionshase" rot eingekringelt war.

"Bei Karstadt gibt es keine Osterhasen mehr, sondern Traditionshasen. Wer mir keine Osterhasen mehr verkaufen will, der kann auch sonst auf mich verzichten........", hatte die frühere CDU-Politikerin, die inzwischen der AfD nahesteht, dazu geschrieben.

Der Anwalt und Blogger Joachim Steinhöfel mutmaßte, der Begriff "Traditionshase" diene wohl dazu, "keine religiösen Gefühle zu verletzen". "Unterwerfung" und "Selbstaufgabe" schritten voran, kommentierte er.

Dem widersprach NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU): "Wer den Osterhasen zum Symbol des christlichen Abendlandes macht, weiß weder was christlich noch was Abendland ist. Kreuz und Auferstehung haben jedenfalls nichts mit Osterhasen zu tun. Und auch nichts mit Hass und Hetze gegen andere Religionen."

Der Handelskonzern Rewe, der an der Karstadt Feinkost GmbH beteiligt ist, verteidigte die Verwendung des Begriffs "Traditionshase": Seit 1992 bezeichne man den Goldhasen von Lindt, um den es sich hier handele, am Regal und auf dem Kassenbon als "Traditionshasen", twitterte Rewe. "Da es ihn nach unserem Kenntnisstand bereits seit den frühen 50er Jahren in Deutschland gibt, ist der Begriff "Traditionshase" also durchaus treffend".

Hersteller etablierten für ihre Schokoladenhohlkörper in Hasenform in den vergangenen Jahren zahlreiche Begriffe, so heißt es bei der Marke Lindt etwa "Goldhase" und bei Milka "Schmunzelhase".

Spott für die Kritik am Begriff "Traditionshase" gibt es reichlich, etwa bei Twitter-Nutzer Jan Kammerath: "Wir schreiben das Jahr 1992, ein Mitarbeiter von @REWE_Supermarkt in Köln sitzt vor seinem Röhrenmonitor und muss für einen Schoko-Hasen einen Namen in das Warenwirtschaftssystem eingeben. Er tippt: #Traditionshase. 26 Jahre später twittert jemand was von #Islamisierung".  © dpa