Dem niederösterreichischen Amstetten sind erneut internationale Schlagzeilen sicher: Die Stadt, Schauplatz des Inzestdramas rund um Horrorvater Josef Fritzl, führt Adolf Hitler nach wie vor als Ehrenbürger. Ein Gemeinderat der Grünen deckte den Fall auf.

Eine Aberkennung der Ehrenbürgerschaft sei bis heute nicht erfolgt, kritisieren die Grünen in Amstetten. Bürgermeister Herbert Katzengruber (SPÖ) will nun einlenken.

1939 war Adolf Hitler in Amstetten und wurde anlässlich seines Besuches Ehrenbürger. Das sei allerdings bis heute so geblieben, erklärt Raphael Lueger, Gemeinderat in Amstetten, der den Fall publik machte. Der Politiker der Grünen fordert die offizielle Aberkennung der Ehrenbürgerschaft - so wie es eben in zahlreichen anderen Gemeinden passiert sei. Laut Lueger hat die Amstettner Stadtführung, die von der Ehrenbürgerschaft gewusst habe, nicht reagiert.

Eine Reaktion kam nach Bekanntwerden des Skandals aber prompt: Bürgermeister Katzengruber will mittels Gemeinderatsbeschluss die Ehrenbürgerschaft für "null und nichtig" erklären lassen. Geprüft werden soll auch, ob dem ehemaligen NS-Landrat Paul Scherpon die Ehrenbürgerschaft Amstettens aberkannt wird, wie ebenfalls vom Gemeinderat gefordert.