Auf der Pressekonferenz der Polizei München nach dem tödlichen Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum wurden Hinweise darauf bestätigt, dass der mutmaßliche Täter für seinen Anschlag einen Facebook-Account manipuliert haben könnte. Bundesinnenminister Thomas De Maizière ging ebenfalls darauf ein und sprach vom gehackten Account "einer Unbeteiligten".

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Der mutmaßliche Täter soll zur Durchführung seines Amoklaufs in München möglicherweise einen Facebook-Account gehackt haben, um gezielt Menschen zum Tatort zu locken.

De Maizière: "Wenn es so war, dann war es sehr perfide"

Diesen Verdacht bestätigte zunächst Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä auf einer Pressekonferenz am Samstagmittag.

Demnach sei über den Account zur McDonald's-Filiale am München Olympia-Einkaufszentrum in Jugendsprache ("Kommt heute um 16 Uhr MEGGI am OEZ...") eingeladen worden, wo freies Essen spendiert werden sollte.

Was es genau mit dieser möglichen Facebook-Falle auf sich habe, müsse aber noch geklärt werden, so Andrä. Es spreche aber vieles dafür, dass der Account tatsächlich gehackt worden sei.

Am Samstagnachmittag äußerte sich auch Bundesinnenminister Thomas De Maizière zu den Hinweisen: "Es gibt eine Unbeteiligte, auf deren Account ist für 16 Uhr dort zu einem Treffen eingeladen worden. Das muss von außen geschehen sein. Und es deutet vieles darauf hin, dass es der Täter war." Doch auch das müsse erst noch final ermittelt werden, so De Maizière. "Wenn es so war, dann war es sehr perfide."

Die Gewalttat war nach Angaben der Ermittler ein Amoklauf. Der 18-jährige mutmaßliche Amokschütze aus München habe keinen Bezug zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gehabt, sagte Andrä.

Vor allem Jugendliche unter Opfern

Der junge Mann hatte am Freitagabend im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und dann sich selbst getötet. Danach gab es Gerüchte über mehrere Täter, was zu Panik in ganz München führte.

Viele Todesopfer waren minderjährig. Zwei 15-Jährige und drei 14-Jährige seien ums Leben gekommen, berichteten die Ermittler. Die weiteren Opfer seien 17, 19, 20 und 45 Jahre alt gewesen. Unter den neun Todesopfern seien drei Frauen gewesen. (miwo)