Auf Sansibar sind laut Amnesty International zehn homosexuelle Männer festgenommen worden.

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Die Polizei auf der Urlaubsinsel Sansibar vor der Küste Tansanias hat Amnesty International zufolge zehn mutmaßlich homosexuelle Männer festgenommen.

Die "schockierenden" Festnahmen zeigten, dass Tansania Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolge, erklärte der stellvertretende Ostafrika-Direktor der Menschenrechtsorganisation, Seif Magango.

Die Männer sollen im Strandort Pongwe eine gleichgeschlechtliche Hochzeit gefeiert haben, wie Amnesty am Dienstagabend weiter erklärte. Die Insel Sansibar ist auch bei europäischen Urlaubern ein beliebtes Reiseziel.

Intoleranz der Regierung gegen Homosexualität steigt

Homosexualität ist in Tansania - wie in vielen afrikanischen Ländern - offiziell verboten. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 30 Jahre Haft, es kommt jedoch selten zu einer Strafverfolgung.

Die Regierung von Präsident John Magufuli nahm zuletzt jedoch eine immer intolerantere Position zur Homosexualität ein.

Ende Oktober hatte der Gouverneur der Wirtschaftsmetropole Daressalam erklärt, er habe eine Liste von 200 angeblich homosexuellen Menschen erstellen lassen.

Sollte sich deren Neigung beweisen lassen, würden sie angeklagt werden, kündigte er an. Nach internationaler Kritik distanzierte sich die Regierung von dem Vorhaben.

Die Europäische Union bedauerte die "Verschlechterung der Menschenrechtssituation" und rief ihren Botschafter zu Konsultationen nach Brüssel zurück. (dpa/thp)

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