Trotz der jüngsten Bootsunglücke wagen weiterhin sehr viele Migranten die Überfahrt über das Mittelmeer in Richtung Italien. In nur 24 Stunden kamen allein auf der Insel Lampedusa mehr als 2000 Menschen an, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete. Die Menschen, unter ihnen auch Kinder, erreichten die kleine Insel in mehreren Booten.

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"Louise Michel" und andere kommen zur Hilfe

In den wenigen Stunden von Mitternacht bis Samstagmorgen seien 267 Menschen in sieben Booten angekommen. Das Seenotretterschiff "Louise Michel" sowie Patrouillenboote der italienischen Behörden spürten sechs der sieben Boote auf und kamen ihnen zu Hilfe, um die Menschen an Bord zu holen und auf Lampedusa in Sicherheit zu bringen. Allein am Freitag sind auf der Insel außerdem insgesamt 1778 Menschen angekommen, wie Ansa weiter berichtet. Es seien 43 Landungen registriert worden.

Lampedusa liegt zwischen Sizilien und Nordafrika, von der tunesischen Küstenstadt Sfax ist sie knapp 190 Kilometer entfernt. Viele Menschen versuchen immer wieder mit Booten aus Tunesien und Libyen über das zentrale Mittelmeer nach Lampedusa, Malta, Sizilien oder das italienische Festland zu gelangen.


Bereits 21.000 Bootsmigranten seit Anfang Januar

Italien diskutiert nun seit geraumer Zeit über die Ankunft Tausender Migranten, die sich in zumeist seeuntauglichen Booten auf den Weg machen. Medien sprechen bereits von einem "Migranten-Boom". Dabei kommt es mitunter zu verheerenden Bootsunglücken, wie etwa Ende Februar vor der Küste Kalabriens mit Dutzenden Toten. Italien hat seit Anfang Januar nach offiziellen Zahlen bereits mehr als 21 000 Bootsmigranten registriert - in den beiden Vorjahren waren es zu diesem Zeitpunkt jeweils etwa 6000.  © dpa