Mesut Özils wohl ereignisreichstes Jahr in Bildern

Von seinem Foto mit Erdogan, über das WM-Aus in Russland bis zu seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft und seinem fulminanten Spiel gegen Leicester City. Sehen Sie hier Mesut Özils Trubel-Jahr in Bildern.

Sportlich ging das Jahr für Mesut Özil durchwachsen los. In der Premier League erreichte er mit Arsenal London nur den sechsten Platz. Im League Cup stießen die Gunners bis ins Finale vor. Dort unterlagen Özil und Kollegen Manchester City mit 3:0.
So begann der große Medientrubel um Mesut Özil. Kurz vor der WM-Nominierung traf er sich zusammen mit Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die beiden türkischstämmigen Deutschen hatten Trikots ihrer Vereine als Geschenke dabei. Erdogans Partei AKP veröffentlichte anschließend Fotos des Treffens bei Twitter.
Bundestrainer Joachim Löw ließ sich von der Aufregung nicht beeinflussen. Am 15. Mai tauchten Özil und Gündogan im WM-Kader auf. Der DFB-Präsident kommentierte die Nominierung folgendermaßen: "Menschen können Fehler machen, aber wir müssen das Maß wahren."
Der medialen Aufmerksamkeit folgte die politische. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing Gündogan und Özil. Beide bekannten sich zu Deutschland. Der Bundespräsident gab sich zufrieden und wiederholte die Worte seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit: "Heimat gibt es auch im Plural."
Noch am selben Tag fand eine Aussprache mit dem DFB statt. Präsident Grindel klang hinterher versöhnlich: "Es verdient Respekt und Anerkennung, dass Mesut Özil und Ilkay Gündogan persönlich die Irritationen ausräumen wollten." Damit schien das Thema Özil und Erdogan für den DFB erledigt zu sein.
Viele Fans aber waren immer noch sauer. Özil und Gündogan kassierten im finalen WM-Test gegen Saudi-Arabien Pfiffe. Das setzte sich in Russland fort, siehe dieses Plakat aus dem ersten Spiel gegen Mexiko.
Nach dem desaströsen Ausscheiden der Nationalmannschaft mit der 0:2-Niederlage gegen Südkorea wurde die Kritik noch heftiger. Neben der Erdogan-Affäre, musste sich Özil jetzt auch noch sportliches Versagen vorwerfen lassen. Die kollektiv schlechte Leistung der gesamten Mannschaft wurde von vielen vergessen.
Auch der DFB schoss sich wieder auf Özil ein. Oliver Bierhoff schob dem enttäuschenden Star einen Großteil der Verantwortung für das WM-Aus zu. Der "Welt" sagte er, man hätte "überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet".
Doch nicht nur Oliver Bierhoff hatte den Sündenbock ausgemacht. Auch Reinhard Grindel schien die Versöhnung wieder vergessen zu haben. Er pochte plötzlich doch auf eine öffentliche Stellungnahme Mesut Özils. Aus seinen Worten ging hervor, dass er die Nationalelf zukünftig gerne ohne den türkischstämmigen Fußballer sähe.
Am 22. Juli verkündete Mesut Özil "schweren Herzens" seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und setzte zu einem Rundumschlag gegen Medien, DFB und Sponsoren an. Er kritisierte Rassismus und mangelnden Respekt und berichtete über Beschimpfungen. Vor allem DFB-Präsident Grindel warf er vor, ihn zum Sündenbock gemacht zu haben.
Von seinen ehemaligen DFB-Kollegen kamen unterschiedliche Reaktionen. Für Thomas Müller kann "von Rassismus im Sport und in der Nationalmannschaft [...] keine Rede sein". Auch Manuel Neuer verkniff sich einen Seitenhieb nicht. Für ihn gehe es in der Nationalmannschaft darum, "wieder die Spieler dazuhaben, die auch wirklich stolz sind, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen".
Unterstützung erhielt Özil dagegen von Jerome Boateng. Er reagierte mit Unverständnis auf die Kritik an Mesut Özil. Die ganze Mannschaft sei in der Verantwortung für das WM-Aus. Auch Julian Brandt hielt es für falsch, "nur auf Mesut einzudreschen".
Viele Politiker empfanden Mesut Özils Behandlung durch den DFB und bestimmte Medien ungerecht. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sah die Hauptschuld im Fall Özil beim DFB und nicht beim Fußballer. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet verteidigte ihn: Mesut Özil sei immer noch ein Vorbild.
Zu einer Versöhnung mit dem DFB kam es bis heute nicht. Trotzdem ging es für den Arsenal-Star sportlich wieder bergauf. Ende Oktober glänzte er gegen Leicester City. Özil erzielte selbst den ersten Treffer, leitete den zweiten ein und legte den dritten zum 3:1-Endstand vor. Özil ist inzwischen deutscher Toptorschütze in der Premier League.
Der Mittelfeldregisseur dürfte den Gunners noch einige Zeit erhalten bleiben. Dieses Jahr verlängerte Özil seinen Vertrag bis 2021. Der Kapitän ist der Top-Leistungsträger.