Bei der Fußball-EM 2016 standen in Frankreich Terrorangst, Ausschreitungen und massive Sicherheitsvorkehrungen dem Traum nach einem grandiosen Fußballfest gegenüber. In unserem Rückblick fassen wir zusammen, inwieweit dieser Traum Wirklichkeit wurde.

Die Terroranschläge von Paris am 13. November 2015 warfen einen langen und dunklen Schatten auf die Vorbereitungen auf die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Die Eindrücke des Attentats waren noch zu präsent und vor allem zu schockierend.

EM-Stimmung wollte nicht so recht aufkommen

Zu Beginn des Turniers hatten viele der sonst so enthusiastischen Anhänger noch Zweifel, Vorbehalte und Sorgen aufgrund der Gefahrenlage. Folglich wollte eine richtige EM-Stimmung gerade in der Gruppenphase noch nicht aufkommen. Vergleiche mit großen Turnieren, die in der Vergangenheit für ekstatische Fan-Feste sorgten, verlor die EM 2016 haushoch.

Doch nicht nur die Angst vor Anschlägen hemmte die Atmosphäre. Auch der neue Modus sorgte in der Vorrunde für Langatmigkeit. Erstmals hatten 24 Mannschaften an einer EM-Endrunde teilgenommen - statt der bisher üblichen 16. Die Folge war eine aufgeblähte Gruppenphase mit Spielen wie Rumänien gegen Albanien oder Ukraine gegen Nordirland. Bei allem Respekt vor den genannten Ländern - so richtige Leckerbissen waren das nicht. Einige weitere Flops der EM haben wir hier zusammengefasst:

Die EM 2016 ist vorbei - doch diese Tore bleiben in Erinnerung. Erleben Sie noch einmal die wichtigsten und schönsten Treffer der Europameisterschaft in der 3-D-Analyse.

Traumtore von Ronaldo, Boateng und Shaqiri

Doch genug der Meckerei! Auch die vergangene EM lieferte nämlich reichlich Vorkommnisse, die es wert sind, in Erinnerung zu bleiben. An erster Stelle denken Fußballfans immer an außergewöhnliche Tore, wenn es um Highlights eines Spiels oder eines Turniers geht. Und bei den insgesamt 108 erzielten Treffern waren einige echte Hingucker dabei.

Für die Schweiz traf beispielsweise Xherdan Shaqiri mit einem spektakulären Seitfallzieher gegen Polen. Auch der spätere Europameister Cristiano Ronaldo steuerte mit seinem Hackentor in der Vorrunde gegen Ungarn ein Schmankerl bei. Und auch die deutschen Fans durften einige herrliche Treffer bejubeln. Zum Beispiel Jerome Boatengs Kracher gegen die Slowakei oder Bastian Schweinsteigers Traumtor gegen die Ukraine. Für alle, die vergessen haben, wie diese Tore gefallen sind, geht es hier zu einer Übersicht:


Elfmeter-Krimi gegen Italien bleibt in Erinnerung

Die deutschsprachigen Teams beendeten die EM mit gemischten Gefühlen. Während die Österreicher nach einer katastrophalen Gruppenphase mit nur einem Punkt und einem geschossenen Tor früh die Heimreise antreten mussten, schaffte es die Schweiz immerhin ins Achtelfinale. Wegen des bitteren Scheiterns gegen Polen nach Elfmeterschießen spricht man aber auch bei den Eidgenossen nicht wirklich von einer rundum gelungenen EM.

Über eine vergleichsweise unproblematische Vorrunde, ein souveränes Achtelfinale gegen die Slowakei und das Elfmeter-Drama gegen Italien ging die Reise für das deutsche Team bis ins Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich. Dort scheiterte man an einer Mischung aus Verletzungssorgen, Pech, eigenem Unvermögen und Antoine Griezmann, der beide Treffer für die Équipe Tricolore erzielte.

Was blieb war zum einen Enttäuschung, zum anderen aber auch die Gewissheit mit einem jungen und spielerisch bärenstarken Team bei kommenden Turnieren wieder angreifen zu können - und natürlich der herrliche Sieg gegen Angstgegner Italien. Die besten Bilder des Turniers haben wir hier für Sie gesammelt:

Die Kleinen (und CR7) sorgen für Begeisterung

Und was fiel sonst noch auf? Zunächst mal ließ die Qualität vieler Partien sehr zu wünschen übrig. Das könnte natürlich an der irrsinnigen Anzahl an Spielen liegen, die Topakteure in einer Saison bestreiten müssen - mit großen Turnieren als Schlusspunkt. Viele Weltstars wirkten ausgelaugt und überspielt. Debatten über volle Terminkalender werden FIFA, UEFA und Co. sicherlich noch lange begleiten.

Für Lichtblicke und Begeisterung sorgten in Frankreich eher die kleinen Nationen wie Wales (Halbfinalist), Island (England-Bezwinger) und Nordirland (Heimat der wohl besten Fans). Gerade die isländischen und nordirischen Anhänger bewiesen, dass es trotz der angespannten politischen Lage in Europa möglich war, im Sommer 2016 echte Fußballfeste in Frankreich zu feiern.

Last but not least gab natürlich auch noch einen Europameister: Portugal überraschte den Favoriten aus Frankreich im Endspiel von Paris mit einer engagierten Leistung und krönte sich durch den 1:0-Sieg zum kontinentalen Champion. Und auch wenn er im Finale verletzt ausgewechselt werden musste, duften sich die Portugiesen am Ende vor allem beim überragenden Cristiano Ronaldo bedanken, der drei Tore erzielte, drei weitere vorbereitete und sich selbst durch den ersten großen Titel mit der Nationalmannschaft ein weiteres Denkmal in seinem Heimatland setzte.