Der Notruf der Polizei wird tagtäglich unzählige Male gewählt. Nicht immer sind aber Menschen der Grund. Auch im vergangenen Jahr sorgten wieder einige tierische Aktionen für skurrile Polizeieinsätze.

Freilaufende Kängurus sind im Sauerland nach "Skippy" im Sommer 2016 und "Skippy 2" Anfang diesen Jahres keine Seltenheit mehr. Am 15. April brach dann ein weiteres Beuteltier aus der Obhut seines Halters aus. Das Skurrile an dem Einsatz war der Fundort des Tieres. Eine Polizeistreife entdeckte das Känguru "wartend" an einer Haltestelle. Eine Beamtin brachte die ungewöhnliche Situation zu Papier:

"Problemhühner" und "Riesenspinnen"

Ein aufgebrachtes Huhn legte am 5. Mai ein Friseurgeschäft in Kitzingen lahm. Wie eine Türsteherin habe sich das Tier vor der Tür des Salons in Stellung gebracht, teilte die Polizei mit. Kein Kunde habe sich mehr heraus- oder hineingetraut. Mit Brotkrumen mussten die Beamten die Henne von dem Eingang weglocken. Das Tier wurde in Gewahrsam genommen.

Ein wenig kleiner war das Tier, das eine junge Frau in Neu-Ulm in der Nacht zum 11. Mai terrorisierte. Die Frau wählte verzweifelt den Notruf, weil sich eine 15 Zentimeter große Spinne in ihrer Wohnung aufhalte. Sogar der Staubsauger könne dem Tier nichts anhaben. Ein Polizist brachte die Spinne wohlbehalten nach draußen - und stellte dabei fest, dass das Tier nur wenige Zentimeter groß war.

Im US-Staat Colorado kommt es immer häufiger zu Begegnungen zwischen Bären und Menschen. So auch im Juli diesen Jahres In der kleinen Stadt Genesee schloss sich eines Nachts ein Bär in ein parkendes Auto ein. Am nächsten Morgen fand die 17-jährige Besitzerin das Tier und alarmierte die Polizei. Der Bär wurde durch den Kofferraum in die Freiheit entlassen.

Ein Huhn namens Gerda hielt die Autobahnpolizei in Dresden mehrere Wochen in Atem. Das Tier hatte ausgerechnet die Autobahn im Stadtgebiet als neues Freigehege in Beschlag genommen und den Verkehr behindert. Das Huhn wurde am 20. Juli schließlich von einem Autofahrer eingefangen und der Autobahnpolizei übergeben.

Igel-Sex und Wildschwein-Kuscheln

Am 27. Juli rief ein irritierter Anwohner in Erlangen die Polizei. Unter der Treppe an seinem Hauseingang hatte er ein lautes Schnaufen gehört. Als die Beamten eintrafen, staunten sie nicht schlecht: Zwei Igel waren für den Lärm verantwortlich. Beim Sex waren sie so laut, dass Anwohner auf sie aufmerksam wurden. Im Schein der Polizei-Taschenlampen ergriff das Pärchen die Flucht.

Ende August kam es in Wittenberge (Brandenburg) in einem Wohnhaus zu einer Explosion. Die Polizei konnte den "Täter" ermitteln: eine Katze! Das Tier hatte laut Polizeierkenntnissen den Elektroherd, dessen Kochfeld per Berührung gesteuert wird, angeschaltet. Dadurch sei vermutlich eine Plastikschüssel auf dem Herd in Brand geraten und habe eine nebenstehende Spraydose erhitzt, die dann explodiert sei. Verletzt wurde niemand.

In der Nacht zum 24. August wurde eine Polizeistreife in Soest (Nordrhein-Westfalen) auf ein Wildschwein aufmerksam. Das Tier hatte es sich auf einem Grünstreifen vor einem Fast-Food-Restaurant gemütlich gemacht. Als die Beamten begannen, das Wildschwein zu streicheln, genoss es die Zuneigung sichtlich. Danach folgte es den Polizisten auf Schritt und Tritt. Das Tier konnte seinem ursprünglichen Besitzer zurückgebracht werden.

Ein Seelöwe auf Freiersflossen

Am 19. September wartete auf Autofahrer im morgendlicher Berufsverkehr ein ganz besonderer Fußgänger. Seelöwe Charly aus dem Zirkus in Coburg (Bayern) absolvierte dort seinen morgendlichen Spaziergang. Der Frühaufsteher war zuvor aus seinem Gehege ausgebrochen und konnte sich gut fortbewegen, da die Straßen wegen Dauerregens feucht genug für ihn waren. Die Polizei wurde alarmiert, ein Pfleger brachte Charly zurück zum Zirkus.

Die Polizei in Essen musste in der Nacht zum 28. September wegen verdächtiger Geräusche auf einem Grundstück anrücken. Ein Nachbar vermutete dort einen Einbrecher. Anstatt eines Kriminellen fand die Polizei ein Reh im Pool, das ein nächtliches Bad genommen hatte und nicht mehr hinauskam. Das Tier wurde unverletzt geborgen und in die Freiheit entlassen. (ff)

Mit Material der dpa