• Die wichtigsten Corona-News vom 3. Januar in der Nachlese
  • 17:50 Uhr: Ramelow will Bewegungsradius der Thüringer einschränken
  • 16:31 Uhr: Jens Spahn hofft auf schnelle Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs
  • 16:04 Uhr: Briten aus Schweizer Quarantäne geflüchtet? Zweifel an Dimension
  • 14:50 Uhr: Ministerpräsident Woidke warnt vor Besserwisserei zu Impfstoff-Order

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Top-News: Briten aus Schweizer Quarantäne geflüchtet? Zweifel an Dimension

Eine Woche nach der Nachricht über Hunderte in der Schweiz verschwundene quarantänepflichtige Touristen aus Großbritannien sind Zweifel an der Dimension des Vorfalls aufgekommen.

Simon Wiget, Tourismusdirektor von Verbier im Kanton Wallis, glaubt nicht, dass dort 200 oder mehr Menschen eine angeordnete Quarantäne illegal verlassen haben, wie er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Sonntag sagte. Zuerst hatte die "NZZ am Sonntag" über Zweifel berichtet.

Der für Verbier zuständige Gemeindesprecher Jean-Marc Sandoz hatte auch der dpa am 27. Dezember gesagt, dass von 370 identifizierten Gästen, die in Quarantäne gemusst hätten, nach Weihnachten nur noch weniger als ein Dutzend dagewesen seien.

Fünf Hoteliers hätten von abgereisten Briten berichtet, die nicht regulär ausgecheckt hätten. Drei hätten unberührte Frühstückstabletts vor den Zimmern gefunden und festgestellt, dass die Menschen teils über Nacht abgereist seien.

Tourismusdirektor Wiget sagt jetzt, bei den 370 habe es sich um Personen gehandelt, die potenziell in Quarantäne gemusst hätten. Für wie viele das tatsächlich zutraf, hätten die Kantonsbehörden zu prüfen gehabt, die nie Zahlen für einzelne Gemeinden kommunizierten.

"Ich habe keine Information, ob Leute aus Großbritannien Quarantäneauflagen nicht respektiert haben oder illegal abgereist sind", sagte Wiget der dpa. "Bestimmte Personen respektieren Auflagen und andere nicht - das heißt aber nicht, dass alle Angehörigen derselben Gruppe Rechtsbrecher sind." Dass sich 200 oder mehr quarantänepflichtige Personen abgesetzt hätten, glaube er nicht. "Es ist schwer zu sagen, wie die Situation genau gewesen ist."

Die Schweiz hatte am 20. Dezember alle Flüge aus Großbritannien und Südafrika gestoppt, weil in den Ländern neue und mutmaßlich noch ansteckendere Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden waren. Sie ordneten an, dass alle seit dem 14. Dezember Eingereisten rückwirkend für zehn Tage ab Ankunftsdatum in Quarantäne mussten.

Die weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Bodo Ramelow will Bewegungsradius der Thüringer einschränken

17:50 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält angesichts der noch immer hohen Infektionswerte eine Verschärfung der Corona-Regeln in dem Bundesland für nötig.

Er habe dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen den Bewegungsradius der Menschen im Freistaat auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken, sagte Ramelow am Sonntag in Erfurt. Entscheidungen werde das Thüringer Kabinett am Dienstag nach den Bund-Länder-Gesprächen fällen.

Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm, den es am Wochenende auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald gab, wo sich entgegen den Kontaktbeschränkungen Menschen aus verschiedenen Landesteilen sowie aus Franken begegneten.

Nach Angaben des Regierungschefs sollen Schulen und Kindergärten im Freistaat bis Ende Januar geschlossen bleiben. So lange würde der Lockdown beibehalten. Eine Notbetreuung solle es "nur in abgespeckter Form" geben bis zum 1. Februar, an dem der eingeschränkte Regelbetrieb wieder aufgenommen werde.

Vorgesehen sei in Thüringen außerdem, dass Schüler der Jahrgänge, in denen Abschlüsse anstehen, sowie ihre Lehrer mit negativem Corona-Test bereits im Januar an die Schulen zurückkehren könnten.

Donald Trump: Zahl von Corona-Infektionen und Todesfällen wird übertrieben

17:04 Uhr: Der amtierende US-Präsidenten Donald Trump hält das Ausmaß der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten für deutlich überzogen. Trump schrieb am Sonntag auf Twitter, die Zahl von Infektionen und Todesfällen durch das "China-Virus" werde in den USA "weit übertrieben" durch die "lächerliche" Zählmethode der US-Gesundheitsbehörde CDC, während andere Länder absichtlich falsche niedrigere Zahlen meldeten.

Im Zweifel werde etwas einfach als COVID bezeichnet, schrieb er weiter und schloss mit den Worten "Fake News!" - seinem stets wiederholten Bezug auf angebliche Falschnachrichten.

Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci hielt dagegen: "Die Todesfälle sind reale Todesfälle", sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten am Sonntag dem Fernsehsender CNN.

Man müsse sich nur die Lage in den Krankenhäusern anschauen, in denen Betten knapp würden und Mitarbeiter erschöpft seien. "Das ist real, das ist nicht fake."

Jens Spahn hofft auf schnelle Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs

16:31 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt zur Lösung der Probleme bei den Corona-Impfungen auf eine schnelle Zulassung des Impfstoffs des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca. Dabei strebt er aber keinen deutschen Alleingang an. "Ideal wäre eine zügige europäische Zulassung", sagte Spahn der "Rheinischen Post".

Der Impfstoff, der in Großbritannien bereits zugelassen ist, wird derzeit von den europäischen Zulassungsbehörden geprüft. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der Impfstoff von Biontech, kann aber mit weniger Aufwand gelagert werden und ist deutlich günstiger.

Die Kritik an der deutschen Impfstrategie hält Spahn für ungerechtfertigt. "Wir haben ausreichend Impfstoff für Deutschland und die EU bestellt", betonte er. "Das Problem ist nicht die bestellte Menge. Das Problem ist die geringe Produktionskapazität zu Beginn - bei weltweit extrem hoher Nachfrage." Das sei aber von Anfang an klar gewesen.

Beim Tempo der Impfungen sieht er auch die Länder in der Pflicht.
"Bei einigen läuft die Impfkampagne schneller an als bei anderen", sagte Spahn. "Dass es keine bundeseinheitliche, sondern diese unterschiedliche Herangehensweise gibt, war eine sehr bewusste Entscheidung der Länder. Nun muss diese Entscheidung gemeinsam bestmöglich umgesetzt werden."

Biontech will mehr Impfstoff produzieren

Biontech versucht laut Ugur Sahin, die Produktionskapazitäten für den Corona-Impfstoff zu erhöhen. Doch es gibt ein Problem: "Es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum", sagt der Biontech-Chef.

Zehntausende suchen Abwechslung in bayerischen Alpen

15:25 Uhr: Zehntausende Menschen haben am Wochenende nach Neujahr in den bayerischen Bergen Abwechslung von der Lockdown-Tristesse gesucht. Obwohl der Ansturm vielerorts nicht übermäßig war, kam es an einigen Orten erneut zu Überfüllungen.

"Der Ansturm ist enorm", sagte etwa der Bürgermeister von Schliersee, Franz Schnitzenbaumer (CSU). Hunderte Schlittenfahrer tummelten sich selbst auf kleinen Hügeln und die Skipisten bevölkerten Tourengeher. Im Großraum München lebten drei Millionen Menschen, die alle nicht in den Urlaub fahren dürften. Das sei nun in Bayern zu spüren.

Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee sagte, die Parkplätze seien teilweise überfüllt. "Es ist genauso voll, als wenn Skibetrieb wäre", sagte er. Viele nutzten die Eisfläche des zugefrorenen Spitzingsees zum Langlaufen oder Schlittschuhlaufen.

Allerdings führte das vergleichsweise schlechte Wetter am Wochenende und der Schneefall in den Mittelgebirgen zu einer gewissen Entspannung in den bayerischen Alpen. Viele Ausflügler entschlossen sich auch zu einer Fahrt etwa ins Fichtelgebirge oder in den Frankenwald statt in die Alpen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke warnt vor Besserwisserei zu Impfstoff-Order

14:50 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat vor wohlfeiler Kritik an der Impfstoff-Bestellung von EU und Bundesregierung gewarnt. "Besserwisserei hilft uns heute gar nichts. Wer aus der Vergangenheit schlaue Ratschläge gibt, macht es sich zu einfach", sagte der Sozialdemokrat dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wichtig seien nun Plausibilität und Verlässlichkeit. "Da ist insbesondere Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert. Alles andere schafft Verunsicherung. Und das braucht niemand."

Unter anderem in der SPD, aber auch bei Linken und FDP war Kritik geäußert worden, dass die EU und die Bundesregierung auf die falschen Impfstoffe gesetzt und zu wenig bestellt hätten und dass bei den Impfungen Chaos herrsche.

Spahn hatte sich verteidigt mit dem Hinweis, dass es zu Impfbeginn zwar wenig Impfstoff gebe, er die Liefermengen aber genau so angekündigt habe, wie sie nun auch kämen.

Eine Woche nach Corona-Impfstart: Wo es ruckelt und warum

Zu wenig Impfstoff, zu lahme Verteilung: Die Bundesregierung und auch die EU-Kommission müssen sich Kritik anhören. Lief da etwas schief? Die wichtigsten Antworten.

Polizei löst Gottesdienst mit mehr als 100 Teilnehmern auf

14:16 Uhr: In einer Freikirche im ostwestfälischen Herford hat die Polizei mitten in der Corona-Pandemie einen Gottesdienst mit mehr als 100 Teilnehmern aufgelöst. Dabei trugen die Gläubigen am Samstagabend keine Mund-Nasen-Bedeckung und sangen, wie ein Sprecher am Sonntagmorgen mitteilte.

Die Gäste und den Veranstalter erwarteten nun Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie, hieß es.

Robert Koch-Institut: Nun mehr als 238.000 Impfungen erfasst

13:44 Uhr: Mehr als 238.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Sonntagmorgen (Stand 08.00 Uhr) wurden insgesamt 238.809 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet.

Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl dort erfasster Geimpfter um 40.665, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 103.894 Bewohner von Pflegeheimen. 107.019 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 56.197 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die meisten Impfungen wurden vom RKI bisher für Bayern erfasst (57.833), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (48.691) und Hessen (30.085). Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1.837) und Brandenburg (3.219) gemeldet.

Winterberg sperrt Straßen ab - Wieder erheblicher Andrang

13:10 Uhr: Trotz eines weitreichenden Betretungsverbots sind auch am Sonntag wieder viele Tagesausflügler nach Winterberg im verschneiten Sauerland gefahren. Die Polizei riegelte daraufhin wichtige Zufahrtsstraßen ab.

Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt Winterberg. "Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen", berichtete sie. Jetzt würden sie aber hoffentlich umdrehen und zurückfahren.

Winterberg hatte in den vergangenen Tagen unter Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten.

Polizei und Ordnungsbehörden stellten am Samstag 94 Verstöße gegen die Corona-Kontaktbeschränkung und 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht fest. Dazu kamen zwei Strafanzeigen, weil Einsatzkräfte beleidigt wurden und in einem anderen Fall bespuckt werden sollten.

Großbritannien bereitet Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff vor

12:28 Uhr: In Großbritannien bereiten sich Krankenhäuser und Arztpraxen auf den Impfstart mit dem heimischen Präparat der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca vor. Die Impfungen sollen ab Montag anlaufen, wie der staatliche Gesundheitsdienst NHS mitteilte. Zu den 700 bereits aktiven Impfstellen sollten Hunderte weitere Krankenhäuser und Praxen im Laufe der kommenden Woche hinzukommen.

Zunächst stehen dem Land gut eine halbe Million Impfdosen des Oxford/Astrazeneca-Mittels zur Verfügung. Am Wochenende kamen die ersten Lieferungen bei den Einsatzorten an. NHS-Chef Simon Stevens bezeichnete den Schritt als "Meilenstein im Kampf der Menschheit gegen das Coronavirus". Anders als der Pfizer/Biontech-Impfstoff kann das britische Vakzin bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden, was Transport und Lagerung erleichtert.

Feiertagstelefon für Senioren: Viele Anrufe wegen Einsamkeit

11:49 Uhr: Beim Feiertagstelefon des Seelsorge-Projekts "Silbernetz" sind seit Heiligabend doppelt so viele Anrufe von einsamen Seniorinnen und Senioren eingegangen wie noch Ende 2019.

Die bundesweit erreichbare kostenfreie Nummer sei zwischen dem 24. Dezember und Neujahr fast 3.200 Mal angerufen worden, teilte die Organisation am Samstag mit. 1.927 Gespräche mit 607 verschiedenen Anruferinnen und Anrufern hätten sich ergeben.

"Die große Mehrheit der Anrufenden war über 60 Jahre alt, mehr als 85 Prozent lebten allein", sagte "Silbernetz"-Initiatorin Elke Schilling. Der hohe Gesprächsbedarf einsamer älterer Menschen liege "natürlich an den Belastungen im Corona-Jahr, andererseits bekommt Einsamkeit dadurch in der Öffentlichkeit eine höhere Aufmerksamkeit", sodass das Thema weniger schambehaftet sei.

Viele ältere Anrufer sprachen demnach über Trauer wegen des Verlusts des Partners oder die Corona-Isolation im Altersheim. Bei knapp einem Drittel der Gespräche seien Depressionen oder Ängste das zentrale Thema gewesen.

Corona- Vogtland
Das Hinweisschild zum zukünftigen Impfzentrum für das Vogtland. Unbekannte haben es mit dem Schriftzug "Gift" in gelber Farbe versehen.

Verstoß gegen Corona-Verordnung ins Internet gestreamt

11:06 Uhr: Ein Stream mit Folgen: In Niedersachsen haben zwei Frauen und zwei Männer ihr gemeinsames Treffen ins Internet gestreamt und damit die Polizei auf sich aufmerksam gemacht.

Weil die vier jungen Menschen aus vier verschiedenen Haushalten stammten, war das Zusammentreffen am Samstagabend durch die Corona-Verordnungen untersagt, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag mitteilte.

Das Treffen in einer Jugendeinrichtung in Moringen wurde durch die Polizei beendet und gegen die vier Teilnehmer wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

"Gift" - Corona-Impfzentrum im Vogtland besprüht

10:31 Uhr: Unbekannte haben ein neu eingerichtetes Corona-Impfzentrum im Vogtlandkreis sowie vier dafür aufgestellte Wegweiser mit Farbe besprüht. Die Schilder und das Gebäude in Treuen waren nach Angaben der Polizei vom Sonntag jeweils mit dem Wort "Gift" versehen, in gelb und in schwarz.

Infografik-Erklärgrafik: "Wie ein RNA-Impfstoff funktioniert"

Der Sachschaden des Vorfalls vom Samstagmorgen wurde auf insgesamt 1.200 Euro beziffert. Der Vogtlandkreis ist mit derzeit gut 745 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche Negativ-Spitzenreiter unter den Landkreisen in Deutschland.

Corona-Rekord in den USA: Fast 300.000 neue Fälle an einem Tag

09:49 Uhr: In den USA hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Fälle einen neuen Höchststand erreicht. Am Samstag meldeten die Behörden 299.087 Neuinfektionen, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Sonntagmorgen (MEZ) hervorging.

Der bisherige Rekord war am 18. Dezember mit 249.664 Neuinfektionen registriert worden. Zugleich wurden am Samstag 2.398 Tote mit einer bestätigten Corona-Infektion verzeichnet. Der bisherige Höchststand war am 30. Dezember mit 3.750 erreicht worden.

Aufgrund von Reisen und Familientreffen nach Thanksgiving Ende November und über Weihnachten hatten Gesundheitsexperten vor einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gewarnt. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 20,4 Millionen Menschen mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert, mehr als 350.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Patientenschützer fordert genauere Impf-Priorisierung

09:01 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert eine neue kleinteilige Impfverordnung, die eine genauere Reihenfolge der zu Impfenden festlegt. "Die Bundeskanzlerin sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sind gefordert, dem Impf-Wirrwarr am Dienstag ein Ende zu setzen", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Denn der Bundesgesundheitsminister hat bei der Impf-Priorisierung versagt. Er kannte die logistischen Herausforderungen des Impfstoffes und seine begrenzte Verfügbarkeit. Es war sein Fehler, in der ersten Phase gleichberechtigt acht Millionen Menschen auf eine Stufe zu stellen."

Der größte Teil der Pflegebedürftigen lebe zuhause. Ihr Risiko sei ähnlich dem der Heimbewohner, denen Spahn nun eine Impfung im Januar versprochen hat. Viele seien hilfsbedürftig.

"Es war daher vorhersehbar, dass die für Organisation und Terminvergabe zuständigen Länder schnell an ihre Grenzen stoßen werden. Zudem wurden nicht-mobile Menschen schlichtweg vergessen. Konzepte für aufsuchende mobile Impfangebote verschwanden in den Schubläden der Länder und Kommunen." Mit den Alleingängen der Länder bei der Information und Terminvergabe via Homepages, Apps, Anschreiben und Call-Center eskaliere jetzt die Lage.

"Deshalb müssen Bund und Länder jetzt die Reißleine ziehen", verlangte Brysch. "Deshalb sind Impf-Angebote zunächst für Pflegebedürftige zuhause und im Heim vorzuhalten. Anschließend sind die über Achtzigjährigen und die Altenpflegekräfte dran. Mit dem Impfangebot für das Personal auf Corona-Stationen der Krankenhäuser kann die erste Phase abgeschlossen werden", schlug der Patientenschützer vor. "So kann auch das Impfsystem planvoll hochgefahren werden."

Christian Drosten: Erste Jahreshälfte wird kompliziert

Der Virologe Christian Drosten erwartet, dass die erste Jahreshälfte "sehr kompliziert" werden wird. Generell schaue er aber optimistisch auf das neue Jahr. Er geht davon aus, "dass ab der zweiten Jahreshälfte eine Entspannung eintreten könnte".

Christian Drosten: Bewertung der Impfstoffbestellung im Nachhinein unmöglich

07:51 Uhr: Anders als zahllose Kritiker der Impfstrategie von EU und Bundesregierung hält der Virologe Christian Drosten es nicht für möglich, das Vorgehen bei der Bestellung von Impfstoffen rückblickend zu bewerten. "Das ist so eine komplexe Angelegenheit. Man musste den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen - und wusste zu dem Zeitpunkt gar nicht, ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde", sagte er der "Berliner Morgenpost" (Sonntag). "Es ist jetzt praktisch unmöglich, das im Nachhinein zu bewerten."

Die EU sollte aber schnell hinterherkommen, den in Großbritannien bereits Notfall-zugelassenen Impfstoff von Astrazeneca zu bekommen. "Denn dieser Impfstoff kann auch in normalen Arztpraxen geimpft werden. Bei diesem Impfstoff hat man nicht die besondere Kühlpflicht", erklärte er.

Für das nächste halbe Jahr sagte der Chef-Virologe der Berliner Universitätsklinik Charité sehr kontroverse Diskussionen über das richtige Vorgehen voraus. "Wir werden in eine Situation kommen, wo wir große Teile der Risikogruppen geimpft haben und es dann Kräfte geben wird, die sagen, dass es jetzt keinen Grund mehr gibt für Einschränkungen. Letzteres wird allerdings eine Fehleinschätzung sein, denn wir dürfen grundsätzlich keine sehr hohen Inzidenzen zulassen. Auch nicht bei den Jüngeren."

CNN-Bericht: Talkmaster Larry King mit COVID-19 in Klinik

05:57 Uhr: Der legendäre amerikanische Talkshow-Moderator Larry King ist einem Medienbericht zufolge an COVID-19 erkrankt und muss stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Der 87 Jahre alte TV-Star sei schon vor gut einer Woche in die Klinik in Los Angeles gebracht worden, berichtete sein langjähriger Arbeitgeber CNN am Samstag unter Berufung auf das Umfeld der Familie. Seine drei Söhne könnten King wegen der Infektionsschutzregeln derzeit nicht besuchen. Über die Schwere seiner Erkrankung war zunächst nichts bekannt.

King wurde mit seiner Show "Larry King Live" bekannt, die von 1985 bis 2010 bei CNN zu sehen war. Sein praktisch immer gleiches Outfit mit Hornbrille, Hemd und Hosenträgern wurde zu seinem Markenzeichen. In der Sendung interviewte der vielfach ausgezeichnete Journalist Hollywoodstars, Sportler, Topmanager und Spitzenpolitiker, darunter der russische Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsidenten von Gerald Ford bis Barack Obama.

10.315 Corona-Neuinfektionen und 312 neue Todesfälle gemeldet

03:43 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 139,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,95. Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Leopoldina-Expertin kritisiert Bundesregierung wegen Impfstoff-Beschaffung

Die Medizinerin Frauke Zipp hält die derzeitige Situation für ein "grobes Versagen der Verantwortlichen" - und erhält aus Teilen der Politik Zuspruch.

Söder für Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar

00:03 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine Verlängerung der bis 10. Januar befristeten Corona-Beschränkungen um weitere drei Wochen. "Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen", sagte er der "Bild am Sonntag" vor der für Dienstag geplanten Ministerpräsidenten-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch. Dabei sind die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar." Dies könne man erst Mitte Januar genau beurteilen, sagte Söder. "Wir müssen konsequent bleiben und dürfen nicht wieder zu früh aufgeben. Das war die Schwäche der Corona-Politik in Deutschland: zu spät begonnen und zu früh aufgehört."

Söder sprach sich auch für eine längere Schließung von Kitas und Schulen aus - und für eine angepasste Ferienplanung: "Es darf keine überstürzte Öffnung von Schulen und Kitas geben. Es wäre angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken. Es hat sich gezeigt, dass auch in der Schule Ansteckung und Verbreitung stattfinden. Gerade nach den Ferien ist die Gefahr am höchsten."

Am Dienstag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder die Situation besprechen. Dabei soll auch entschieden werden, ob der aktuelle Lockdown nach dem 10. Januar fortgesetzt wird.

Die Länder sind sich einem Medienbericht zufolge zwar grundsätzlich über die Verlängerung einig - aber nicht darüber, ob sie zwei oder drei Wochen dauern soll. Die Staatskanzleichefs hätten sich bei einer Telefonkonferenz am Samstagnachmittag nicht einigen können, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Vor allem die stark von der Corona-Pandemie betroffenen Länder seien für einen Lockdown bis zum 31. Januar.

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