• Er verunglimpfte den Virologen Anthony Fauci als "Freak" und wetterte gegen Coronaimpfungen – dann infizierte sich Dick Farrel selbst mit dem Virus.
  • Nun ist der rechte Radiomoderator gestorben.

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Dick Farrel war ein klassischer "Shock Jock" – ein Moderator, der seine Hörer und Zuschauer mit Provokationen, Lügenmärchen und Verschwörungsmythen unterhält. Zuletzt hatte er sich mit Vorliebe der angeblichen Verschwörung rund um das Coronavirus gewidmet. Am 4. August starb Farrel mit 65 Jahren an den Folgen einer Covid-Erkrankung.

Der Fall machte vor allem im US-Bundesstaat Florida Schlagzeilen, wo Farrel seine Hörerschaft hatte. Zudem half er bei dem erzkonservativen TV-Sender Newsmax als Moderator aus.

Als glühender Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump verbreitete er rechtes Gedankengut und unterstützte unter anderem dessen haltlose Behauptungen über angeblichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl 2020.

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US-Virologe Fauci beschimpft

Zuletzt allerdings hatte sich Farrel auf Anthony Fauci und die Impfkampagne der US-Regierung eingeschossen. Den bekannten Virologen und Berater des Weißen Hauses beschimpfte er nach Angaben des britischen "Guardian" als "machttrunkenen, verlogenen Freak". Noch im Juni warnte er seine Hörer nachdrücklich vor einer Impfung. In kryptischen Posts fabulierte er zudem darüber, dass kein demokratischer Politiker angeblich jemals mit dem Virus infiziert worden sei. Belege lieferte er keine.

Vor rund drei Wochen wurde Farrel dann ins Krankenhaus eingeliefert. Wie Freunde und Kollegen nach seinem Tod in den sozialen Netzwerken schreiben, habe Farrel im Krankenhaus bereut, dass er sich selbst nicht habe impfen lassen.

Mit seinen fahrlässigen Aussagen gegen Impfungen und über das Virus im Allgemeinen stand Farrel nicht allein – sondern sprach vermutlich gezielt eine bestimmte Hörergruppe an. Verschwörungsmythen wie jene über Fauci und die demokratische Partei kommen besonders im Lager der Trump-Anhänger gut an.

Coronalügen können Wählerstimmen bringen

Auch in höchsten Politikerkreisen wird das Coronavirus längst instrumentalisiert. Seit Wochen profiliert sich etwa Floridas Gouverneur Ron DeSantis als Rechtsaußen und Vorzeigepopulist. Insbesondere im Ringen um Schutzmasken gegen das Virus gibt er den Vorkämpfer für vermeintliche Freiheitsrechte seiner republikanischen Wähler. Er lehnt sämtliche Vorschriften zum Tragen von Masken grundsätzlich ab und will Landkreisen sogar Gelder streichen, die Masken in den Schulen vorschreiben wollen.

Offenkundig will er mit seiner Linie vor allem bei Trump-Anhängern punkten, um 2024 für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in eine gute Position zu kommen.  © DER SPIEGEL

Eltern verlieren Kind nach Corona-Infektion - Vater appelliert an Impfgegner

Viele US-Amerikaner wollen sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Auch Tate Ezzi aus Arkansas gehörte dazu. Er wandte sich nun mit der Geschichte seiner Familie an die Öffentlichkeit. Es soll ein Weckruf sein: "Wir dachten, wenn wir Corona bekämen, wäre es nicht so schlimm. Aber das war es dann doch."