• 14:33 Uhr: Bouffier kritisiert scharf die Aussagen seines Parteikollegen Brinkhaus
  • 13:12 Uhr: Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen
  • 12:39 Uhr: Jeder Fünfte lehnt Corona-Impfung laut Umfrage ab
  • 10:49 Uhr: Keine Lockerungen zwischen den Jahren in Baden-Württemberg
  • 06:39 Uhr: Laschet fordert neue Corona-Konzepte ab Januar

Top-News: Bouffier übt Kritik an Brinkhaus-Forderung an Länder

14:33 Uhr: In der CDU-Spitze hat es heftige Kritik von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier an Forderungen von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus nach mehr Corona-Hilfen durch die Länder gegeben. Bouffier sagte am Montag in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern zu Brinkhaus: "Ich fordere Sie auf, sich in Zukunft zu mäßigen." Bouffier wurde zudem mit den Worten zitiert: "Ich bin persönlich getroffen." Zuvor hatte die "Welt" über die Auseinandersetzung berichtet.

Die Brinkhaus-Forderungen an die Länder waren nach weiteren Angaben aus Teilnehmerkreisen schon vor den Äußerungen Bouffiers in der Sitzung thematisiert worden. Zunächst habe sich dann der Fraktionschef geäußert. Später habe sich Bouffier die Kritik von Brinkhaus zurückgewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass die Länder in der Coronakrise die Kosten etwa im Krankenhaus und im Schulbereich trügen. Im Anschluss an die Bouffier-Äußerung sei Brinkhaus in der Runde auch verteidigt worden, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Es sei Aufgabe des Fraktionschefs, auch Dinge anzusprechen, die bei der Corona-Hilfe nicht gut liefen.

Brinkhaus hatte am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" seine Forderung verteidigt, dass die Bundesländer künftig bei Corona-Hilfen mehr zahlen sollten. "Natürlich haben auch die Länder Lasten getragen, aber das ist aus der Balance geraten. Und wenn es jetzt um die Weiterzahlung von Hilfen geht, im Januar und in den Februar hinein, dann erwarten wir, dass die Länder sich an diesen Hilfen beteiligen." Der Bund übernehme hohe Lasten im Sozialbereich, bei der Krankenhausfinanzierung und in vielen anderen Bereichen. "Und wir setzen da jetzt auf die Solidarität der Länder, und ich bin auch optimistisch, dass wir da zusammen etwas hinbekommen werden."

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Polizisten wünschen sich von Merkel n der Coronakrise klare Regeln

17:43 Uhr: Polizisten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Schwierigkeiten im Dienst seit Beginn der Coronakrise berichtet. Ein Polizeibeamter aus Berlin konstatierte in einem Online-Gespräch mit der Kanzlerin am Montag eine Zunahme der Gewaltbereitschaft bei Menschen, die gegen die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie protestieren.

"Wichtig sei eine gewisse Verlässlichkeit der Verordnung und Normen", betonte er. Denn selbst Bürger, die prinzipiell bereit seien, sich an Regeln zu halten, seien oft nicht genau im Bilde darüber, was aktuell gilt. Gerke Stüven, Leiterin des Polizeikommissariats im niedersächsischen Wildeshausen, sagte, dass es "für uns als Polizei schwierig ist, mit Appellen und Empfehlungen zu arbeiten". Die Beamten brauchten einen "rechtssicheren Handlungsraum", da sie ansonsten nicht berechtigt seien, zur Durchsetzung von Kontaktbeschränkungen beispielsweise Grundstücke zu betreten.

Pinguine in London schauen im Lockdown Weihnachtsfilme

17:27 Uhr: Das Londoner Sea Life Aquarium hat seine Pinguine während des Teil-Lockdowns in England mit Weihnachtsfilmen bei Laune gehalten. "Es ist großartig zu sehen, wie sehr unsere Pinguine die Weihnachtsfilme genießen, die wir ihnen zeigen", sagte die Aquaristin des Unterwasserzoos, Leah Pettitt, der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge.

Besucher seien wichtig für die Zoo-Tiere: Die Mitarbeiter des Aquariums seien überzeugt, dass die Tiere die Besucher genauso beobachteten wie die Besucher die Pinguine.

Während des Teil-Lockdowns in England im November mussten Zoos und ähnliche Einrichtungen jedoch geschlossen bleiben. Ab Mittwoch gilt im Land wieder ein regionales Stufensystem, bei dem Zoos und andere Freizeiteinrichtungen wieder öffnen dürfen. "Während sie die festlichen Filme gucken, sind sie ganz still, genauso wie wir, und freuen sich sehr darauf, dass unsere lebendigen Gäste diese Woche zurückkehren", so Pettitt über die Pinguine.

Im Corona-Hotspot Sachsen werden Regeln noch weiter verschärft

17:04 Uhr: Wegen der besonders hohen Corona-Infektionsraten in Sachsen werden die Kontaktregeln dort noch einmal verschärft. In weiten Teilen des Landes gelten von Dienstag an nicht nur die von Bund und Ländern beschlossenen Beschränkungen auf fünf Personen aus zwei Hausständen, sondern die Menschen dürfen dann ihre Wohnung nur noch mit triftigem Grund verlassen.

Zu den strengeren Maßnahmen werden die Kommunen von der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung verpflichtet, die ab 1. Dezember gilt. Sie sieht vor, dass Kreise und kreisfreie Städte Maßnahmen ergreifen müssen, wenn an fünf Tagen hintereinander der Wert von 200 Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner überschritten wird.

Die Landkreise Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Zwickau, Mittelsachsen, Nordsachsen sowie der Erzgebirgskreis haben entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen oder kündigten sie am Montag an. Auch die Stadt Chemnitz kündigte eine Allgemeinverfügung an, die ab Mittwoch gelten soll.

Die verschärften Bedingungen sehen Alkoholverbote auf bestimmten öffentlichen Plätzen, eine Ausweitung der Maskenpflicht sowie zeitlich befristete Ausgangsbeschränkungen vor. Das Verlassen von Haus oder Wohnungen ohne triftigen Grund muss laut Verordnung in den betroffenen Kreisen und Städten untersagt werden. Zu den triftigen Gründen gehören unter anderem Wege zu Schule und Kita, zur Arbeit und zum Arzt und in den Kleingarten. Sport und Bewegung im Umkreis von 15 Kilometern werden ebenfalls gestattet. Zu Versammlungen sind höchstens 200 Teilnehmer zugelassen.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner liegt in Sachsen laut Sozialministerium landesweit bei 275. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer.

Spahn dringt auf niedrigere Corona-Zahlen vor Weihnachten

16:47 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt darauf, mit den weiteren Alltags-Beschränkungen den Anstieg der Corona-Zahlen noch im Dezember umzukehren. Er wolle eigentlich schon sehen, "dass wir vor Weihnachten niedrigere Zahlen haben", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Das gelte für die Infektionszahlen genauso wie auf den Intensivstationen.

Nachdem mittlerweile schon relativ lange - seit zwei bis drei Wochen - eine Seitwärtsbewegung zu sehen sei, gelte es, die Neuinfektionen tatsächlich herunterzubringen. Genau dem dienten die weiteren Maßnahmen von Bund und Ländern. Nur damit könne es gelingen, auf den Intensivstationen zu einer Entlastung zu kommen.

Spahn betonte, er nehme die Situationen auf den Intensivstationen sehr ernst. Intensivmediziner berichteten, dass sie mit der Zahl der COVID-Patienten Stand heute zwar umgehen könnten, aber eben nur unter großem Stress für alle Beteiligten - für Ärzte, Pflege- und Reinigungskräfte. Es dürfe kein Dauerzustand werden, dass sie womöglich für den ganzen Winter unter so großer Anspannung stünden.

Impfstoffhersteller Curevac schreibt weiter rote Zahlen

16:19 Uhr: Der deutsche Biotechanbieter Curevac, der an einem Corona-Impfstoff arbeitet, schreibt weiter rote Zahlen. Im dritten Quartal lag der Nettoverlust bei 36,8 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 18,4 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Montag in Tübingen mitteilte.

Der Gesamt-Nettoverlust lag wegen Forschungs- und Entwicklungskosten zum 30. September bei 71 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2019 waren dies 63,9 Millionen Euro gewesen. Curevac hatte im ganzen vergangenen Jahr einen Verlust von knapp 100 Millionen Euro bei rund 17,5 Millionen Euro Umsatz verbucht.

Die Umsätze beliefen sich bis zum 30. September auf 42,8 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 32,2 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019. Curevac führte dies unter anderem auf die strategische Kooperationsvereinbarung mit den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline zurück. GlaxoSmithKline beteiligte sich mit 150 Millionen Euro an Curevac. Außerdem erhielt Curevac eine Vorauszahlung von 120 Millionen Euro. Die liquiden Mittel des Unternehmens stiegen von 30,7 Millionen Euro zum 31. Dezember 2019 auf 892,4 Millionen Euro zum 30. September 2020.

Curevac ist bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus einer von mehreren Hoffnungsträgern weltweit. Die globale, zulassungsrelevante Phase 2b/3-Studie startet in Kürze.

Downing Street gibt Regeln für den Weihnachtsmann bekannt

16:11 Uhr: Der Weihnachtsmann muss in Großbritannien keine Maske tragen. Das stellte ein Sprecher der Downing Street, des britischen Regierungssitzes, am Montag klar: "Wir wissen, dass es für Kinder ein magisches Erlebnis ist, den Weihnachtsmann zu treffen, weshalb er Sicherheitsmaßnahmen ergreifen wird, um in corona-konformer Weise auftreten zu können", sagte der Sprecher.

Kinder dürfen daher in diesem Jahr in sogenannten "Santa's Grottos", also bei Auftritten von Weihnachtsmännern etwa in Kaufhäusern, nicht wie üblich auf deren Schoß sitzen. Die Abstandsregeln gelten also auch für Santa Claus.

Apotheker warnen vor Lieferengpässen bei Arzneien

16:00 Uhr: Apotheker warnen vor Lieferengpässen bei rezeptpflichtigen Arzneien in Deutschland. Im ersten Halbjahr sei die Zahl der nicht verfügbaren Mittel, die Krankenkassen per Rabattvertrag für ihre Versicherten vorgesehen hatten, auf 12,1 Millionen Packungen gestiegen. Das seien 68 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und fast so viele wie 2017 und 2018 zusammen, teilte die Apothekervereinigung ABDA am Montag in Berlin mit.

"Nicht nur Blutdrucksenker, Magensäureblocker oder Schmerzmittel, sondern auch Medikamente gegen Depressionen, Epilepsie oder Parkinson sind von Lieferengpässen betroffen", sagt ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold vor einer Fachkonferenz zu dem Thema an diesem Dienstag.

Apotheker warnen seit langem vor Lieferengpässen bei Arzneien. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sieht aber keinen Grund für Alarmstimmung. Die Bonner Behörde beobachtet derzeit 245 Lieferengpässe - bei mehr als 101 000 "verkehrsfähigen Arzneimitteln" in ihrem Zuständigkeitsbereich. Zwar gebe es einen stetigen Anstieg der Meldungen zu Lieferengpässen, allerdings seien die Kriterien 2017 umfassend geändert worden, sodass es neue Grundlagen für Meldungen gebe. Auch sei ein Lieferengpass noch lange kein Versorgungsengpass, dass es oft alternative Medikamente zur Behandlung gebe.

Die ABDA betonte, um die Produktion in Europa zu stärken, brauche es einen europäischen Ansatz. "Wie sensibel die Arzneimittelversorgung auf Produktionsausfälle, Exportstopps oder Logistikprobleme in Asien reagiert, hat uns die erste Welle der Corona-Pandemie gezeigt", sagte ABDA-Vizepräsident Arnold. Die neue Arzneistrategie der Europäischen Kommission sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Österreichischer Skiverband dringt auf Saisonstart im Land

15:39 Uhr: Der Österreichische Skiverband (ÖSV) hat in einem offenen Brief von der Bundesregierung des Landes gefordert, am Saisonstart für den Wintersport festzuhalten - gegen den Willen von Deutschland und anderen Nachbarstaaten. "Mit wachsender Sorge registrieren wir eine internationale Kampagne gegen den Wintersport, die von führenden politischen Entscheidungsträgern in unseren Nachbarländern geführt wird", heißt es in dem Brief von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel vom Montag.

Die "Dämonisierung" des Wintertourismus sei eine hilflose Ersatzhandlung und nicht evidenzbasiert. "Außerdem liefert sie implizit den Vorwurf mit, dass jene Länder, die das Aufsperren ihrer Wintersporteinrichtungen erwägen, verantwortungslos handeln würden", monierte der Verband in dem Brief.

Der ÖSV schätze, dass die Regierung Österreichs dem Druck aus Berlin, München, Rom und Paris standhalte. "Der Wintersport ist nicht gleichzusetzen mit Party-Tourismus und ungezügeltem Après-Ski." Es gebe zudem strenge Hygienekonzepte und Platzbeschränkungen. Auch der Präsident des Österreichischen Skischulverbandes, Richard Walter, unterzeichnete den Brief.

Kein Alkohol mehr und frühe Sperrstunde: Wales verschärft die Maßnahmen

14:30 Uhr: Pubs, Bars und Restaurants in Wales dürfen ab Freitagabend (4.12.) keinen Alkohol mehr verkaufen und müssen bereits um 18 Uhr die Türen schließen. Regierungschef Mark Drakeford kündigte am Montag in Cardiff erneut schärfere Corona-Maßnahmen für seinen Landesteil an, von denen auch Kinos, Bowlingzentren und andere Freizeiteinrichtungen betroffen sind. Mitte Dezember soll überprüft werden, wie sich die Infektionslage entwickelt hat und ob Lockerungen möglich sind.

Rom stimmt die Italiener auf Ausgangssperre an Silvester ein

14:21 Uhr: Italiens Regierung hat weitere finanzielle Hilfen für Unternehmen und Berufsgruppen beschlossen, die besonders unter den Corona-Beschränkungen leiden. Für sie würden noch einmal acht Milliarden Euro bereitgestellt, teilte die Mitte-Links-Regierung in der Nacht zum Montag mit.

Vorgesehen sind etwa Steuererleichterungen für Unternehmen mit bestimmten Umsatzgrößen sowie für Restaurants, Reiseveranstalter und Hotels. Zugleich zeichnete sich am Montag ab, dass die nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr für die 60 Millionen Italiener auch noch an Silvester gelten dürfte.

Um eine dritte Corona-Welle zu vermeiden, müsse die Politik auch im Dezember streng bleiben, sagte Italiens Minister für Angelegenheiten der Regionen, Francesco Boccia, dem Fernsehsender Rai News am Montag. Sollten die Beschränkungen wie bisher fortbestehen, müssten die Menschen Silvester eben bei sich zu Hause feiern, erläuterte er. In Italien gilt seit Anfang November eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens. Boccia will sie beibehalten.

Auch Sachsen erlaubt Hotelübernachtung für Verwandte zu Weihnachten

13:56 Uhr: Entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt erlauben immer mehr Länder Hotelübernachtungen für Familienbesuche über Weihnachten. Am Montag entschied auch Sachsen, dass Hotels und Pensionen über die Feiertage Gäste aufnehmen dürfen, die in der Region ihre Familien besuchen.

Ähnlich halten es eine ganze Reihe anderer Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg.

Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

13:00 Uhr: Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen am selben Tag mit. Parallel dazu soll eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Das US-Unternehmen hatte Mitte November mitgeteilt, dass sein Impfstoff-Kandidat eine Wirksamkeit von über 94 Prozent besitzt. Die EU-Kommission hat mit Moderna vereinbart, dass bei einer Zulassung zunächst 80 Millionen Impfstoffdosen geliefert werden und weitere 80 Millionen, "wenn die Notwendigkeit besteht".

Auch der Mainzer Impfstoffentwickler Biontech und sein US-Partner Pfizer haben bereits eine Notfallzulassung ihres Corona-Impfstoffs in den USA beantragt. Sie hoffen auf eine Zulassung und erste Impfungen vor Jahresende.

Für jeden Fünften kommt Corona-Impfung nicht in Frage

12:39 Uhr: Bisher will sich nur eine knappe Mehrheit der Bevölkerung gegen das Coronavirus impfen lassen. Nach einer am Montag in Berlin veröffentlichten Umfrage der Barmer sind 53 Prozent der Menschen zu einer Impfung bereit. 42 Prozent wollen auch ihre eigenen Kindern impfen lassen. Insgesamt 43 Prozent vertrauen darauf, dass die Impfstoffe sicher sind.

Ältere Menschen stehen einer Impfung insgesamt offener gegenüber. So wollen sich bei den Befragten ab 60 Jahren knapp zwei Drittel impfen lassen. Bei den 16- bis 39-Jährigen hingegen ist sich nur knapp ein Viertel vollkommen sicher.

Für gut ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) kommt eine Coronavirus-Impfung dagegen nicht in Frage. Die Gründe der Befragten lauten hierbei wie folgt:

  • Zweifel an der Sicherheit der Impfstoffe (68 Prozent)
  • Furcht vor Nebenwirkungen (60 Prozent)
  • Zweifel an der Wirksamkeit (52 Prozent)

Befragt wurden im November rund 2000 Bundesbürger ab 16 Jahren. Vergangene Woche hatte sich die Ständige Impfkommission (Stiko) besorgt über die noch relativ niedrige Impfbereitschaft im Kampf gegen das Coronavirus gezeigt.

Merkel kritisiert Hotelöffnungen über Weihnachten

11:51 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat Pläne verschiedener besonders von der Corona-Pandemie betroffener Länder kritisiert, über Weihnachten in Großstädten Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben.

Merkel habe sich am Montag in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Corona-Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Es habe ihr aber die Fantasie gefehlt, zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie zitiert.Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete Merkel demnach ihre Kritik.

Nach diesen Informationen bezog sich die Kanzlerin auf entsprechende Regelungen in Großstädten wie Berlin. Es sei nicht zu erklären, dass zugleich etwa die Krankenschwestern an der Berliner Charité über Weihnachten durcharbeiten müssten.

Merkel betonte, im November habe es so viele Corona-Infektionen wie von März bis Oktober zusammen gegeben - mehr als 500.000. Nach den Beratungen des CDU-Präsidiums wollte Merkel noch am Vormittag mit dem Corona-Kabinett zusammenkommen.

Bundesforschungsministerin betont Sicherheit von Corona-Impfstoffen

11:12 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat Bedenken wegen der Sicherheit der derzeit entwickelten Impfstoffe gegen das Coronavirus zurückgewiesen.

"Wir haben alles dafür getan, die Zeit zu optimieren - aber die Standards entsprechen auf jeden Fall den üblichen Anforderungen", sagte Karliczek am Montag dem Norddeutschen Rundfunk. "Das ist auch eine Frage des Vertrauens."

Die Ministerin kündigte zugleich umfassende Kampagnen an, um die Bevölkerung zu informieren und möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. "Eine Impfung ist für einen selber gut und auch immer ein Zeichen der Solidarität", sagte sie.

Keine Corona-Lockerungen zwischen den Jahren in Baden-Württemberg

10:49 Uhr: In Baden-Württemberg werden die Corona-Maßnahmen unmittelbar nach den Weihnachtstagen wieder verschärft. Die grün-schwarze Landesregierung will die Kontaktbeschränkungen lediglich vom 23. bis zum 27. Dezember aufweichen, bestätigte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Darauf habe sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit seinen Kabinettskollegen verständigt. Über die Weihnachtstage sollen aber Hotelübernachtungen für Familienbesuche in Baden-Württemberg ermöglicht werden.

Die Corona-Maßnahmen werden im Dezember bundesweit verschärft - außer in der Weihnachtszeit. Bund und Länder hatten sich vergangene Woche für Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" vom 23. Dezember bis 1. Januar auf eine Obergrenze von zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren verständigt.

Kretschmann war dieser Zeitraum zu lang. Die Landesregierung will am Montag die neuen Regeln verkünden. In Kraft treten soll die neue Verordnung nach Angaben des Staatsministeriums dann am Dienstag.

Auch in Berlin hat der Senat entschieden, die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage in Berlin nicht umzusetzen.

Kekulé plädiert für privates Meldesystem bei Veranstaltungen ab 20 Teilnehmern

09:29 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé hat ein privates Corona-Meldesystem für Veranstaltungen ab 20 Teilnehmern gefordert, um einen dritten Lockdown in Deutschland zu vermeiden. "Alle Veranstalter, auch die privaten, sollten in die Pflicht genommen werden, die Teilnehmer zu registrieren", sagte Kekulé den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag.

Dadurch könne ein paralleles Meldesystem eingezogen werden, das auf privater Ebene viel schneller sei und eine höhere Bereitschaft zur Mitwirkung hätte. Sei ein Teilnehmer positiv, könne der Veranstalter alle anderen warnen, sagte Kekulé. Das sei besser als das anonyme staatliche Meldesystem.

Er schlug vor, dass für Veranstaltungen mit mehr als 20 Teilnehmern in einem geschlossenen Raum entweder eine Maskenpflicht oder die Pflicht zu einem Schnelltest gelten soll. "Wir wissen, dass 80 Prozent der Infektionen über Superspreading laufen. Wenn der Staat das in den Griff bekommt, kann er beim Rest relativ großzügig sein", sagte Kekulé.

Ärztepräsident findet Lockerungen an Weihnachten richtig - und wichtig

07:51 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Schnelltests häufiger einzusetzen. Priorität müssten dabei Einrichtungen des Gesundheitswesens haben, etwa Seniorenheime oder Krankenhäuser. "Später ist vorstellbar, vor größeren Veranstaltungen, wenn diese wieder zugelassen werden, Schnelltests durchzuführen", sagte Reinhardt dem "Mannheimer Morgen".

Die Gefahr eines explosionsartigen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen über die Weihnachtsfeiertage sieht Reinhardt nicht. "Dass Weihnachten zu einem bundesweiten Superspreading-Event wird, halte ich für unwahrscheinlich."

Wenn die Menschen sich an die Infektionsschutzbestimmungen hielten, seien die zeitlich begrenzten Lockerungen vertretbar und aus psychosozialen Gründen sogar geboten.

"Sonst geht der Staat kaputt" - Laschet fordert neue Corona-Konzepte ab Januar

06:39 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat neue Konzepte in der Corona-Pandemie ab Januar gefordert: "Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch", so Laschet zur "Rheinischen Post".

Ab Januar müssten "kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen", so der Landeschef: "Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch."

Laschet ergänzte gegenüber der "Rheinischen Post": "Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat für Monat Milliarden-Ausfälle. Ab dem neuen Jahr wird ein neues Modell nötig sein. Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machen den Staat auf Dauer kaputt."

11.169 Fälle: Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

05:41 Uhr: Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11.169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab.

Der bisherige Höchststand war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10.864 gelegen.

An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,95 (Vortag: 0,96). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Kanzleramtsminister Braun: "Pandemie verliert 2021 ihren Schrecken"

04:19: Kanzleramtsminister Helge Braun blickt in der Coronakrise optimistisch auf das kommende Jahr. "Die Pandemie verliert im nächsten Jahr ihren Schrecken", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt". "Wir müssen als Gesellschaft den Dezember und die Monate bis zum März durchhalten mit Einhaltung der AHA-Regeln und der Reduzierung unserer Kontakte. Wo das nicht reicht, sind Einschnitte unvermeidbar. Dann kommen der Frühling und hoffentlich auch der Impfstoff."

Es sei gelungen, das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen auf einem Niveau zu stoppen, das das Gesundheitssystem fordere, aber gerade noch nicht überfordere. 400 Tote pro Tag seien aber zu viel. "Deshalb hätte ich im Oktober gerne weiter gehende Beschlüsse gefasst."

Corona-Pandemie in Deutschland: Mehr als eine Million Infizierter

In Deutschland ist die Marke von einer Million Corona-Infektionen überschritten worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.006.394 Covid-19-Fälle erfasst. Fotocredit: imago images / Seeliger​​​​​​​

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.