Auswärtiges Amt und Robert Koch-Institut haben Teile Kroatiens als Risikogebiete eingestuft. Urlauber, die nun von dort zurückkehren, müssen sich einem Corona-Test unterziehen.

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Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen haben das Auswärtige Amt und das Robert Koch-Institut (RKI) Teile des Urlaubslandes Kroatien als Risikogebiet eingestuft. Das teilte das RKI auf seiner aktualisierten Liste der Riskogebiete mit. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Corona-Testpflicht für heimkehrende Urlauber

Infografik: Reisewarnung für Teile Kroatiens

Demnach gelten seit Donnerstag die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die so genannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien als Risikogebiet. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Auswärtige Amt auf dieser Basis auch eine Reisewarnung für dieses Gebiet des EU-Landes an der Adria erlässt.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Reisewarnung wird Kroatien hart treffen

Die Deutschen seien Kroatiens Urlaubsgruppe Nummer eins, so der Direktor der kroatischen Zentrale für Tourismus in Frankfurt, Romeo Draghicchio. Eine Reisewarnung der Bundesrepublik treffe die kroatische Tourismusbranche demnach besonders hart, vor allem deswegen, weil der Tourismus etwa 20 Prozent des kroatischen Bruttoinlandsprodukts ausmache. Derzeit hielten sich etwa 180.000 Urlauber aus Deutschland in dem EU-Land an der Adria auf.

"Kroatien liegt auch jetzt ziemlich deutlich unter dem Wert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen", sagte Draghicchio. "Zurzeit sind wir ungefähr bei 25 bis 27." Er betonte, angesichts von 1,2 Millionen Urlaubern aus Deutschland seit der Aufhebung der allgemeinen Reisewarnung Mitte Juni machten erkrankte Reiserückkehrer nur 0,03 Prozent der Corona-Fälle unter rückkehrenden deutschen Kroatien-Urlaubern aus.

Beliebte Urlaubsregionen kaum von Corona betroffen

Zuletzt hatte Kroatien einen scharfen Neuanstieg an Corona-Fällen registriert. Am Mittwoch meldeten die Behörden einen Höchstwert von 219 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Damit gibt es in dem Land mit etwa 4,19 Millionen Einwohnern nun 1.520 aktive Fälle.

Die beliebtesten Urlaubsregionen seien zudem kaum betroffen, sagte Draghicchio. So hielten sich derzeit in Istrien etwa 80.000 Urlauber aus Deutschland auf, in der Region gebe es nur 20 aktive Fälle. Ähnlich sei es in der Kvarner Bucht: Dort gebe es 40.000 Urlauber aus Deutschland und etwa 40 aktive Corona-Fälle. "Das bedeutet, dass die Urlauber aus Deutschland sicher sind." (dar/dpa)