• Tübingens Oberbürgermeister fordert ein Ende der strikten Corona-Maßnahmen.
  • Laut Boris Palmer stiegen die Schäden an Wirtschaft und Gesellschaft durch den Lockdown exponentiell an.
  • Es sei der falsche Weg, den Inzidenzwert unter die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen drücken zu wollen.

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Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fordert ein Ende der strikten Corona-Maßnahmen. "Es reicht jetzt", sagte er am Sonntagabend in einer "Bild"-Sendung. Anfang Februar müsse kontrolliert wieder geöffnet werden. Nach den Worten Palmers steigen die Schäden an der Wirtschaft und Gesellschaft exponentiell.

"Der Innenstadthandel ist schon auf der Intensivstation, der fällt bald ins Koma. Die Insolvenzen werden anrollen. Ich meine, wir halten das nicht durch", so der Grünen-Politiker. Es sei der falsche Weg, die Zahl der Neuinfektionen zuerst auf unter 50 pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen zu drücken. Unter diesen Umständen werde der Lockdown noch mehrere Monate dauern.

Tübingen hatte mit seiner Anti-Corona-Strategie, dem sogenannten Tübinger Weg, bundesweit viel Lob erhalten. Schon Anfang September waren etwa regelmäßige Corona-Tests für das Personal in Alten- und Pflegeheimen eingeführt worden. Damit sollte das Eindringen des Virus in die Einrichtungen verhindert werden. Zuletzt gab es aber auch Rückschläge - so wurden Mitte Dezember Infektionen in drei Pflegeheimen registriert.  © dpa

Nach Lockdown: Rückgang vieler Infektionskrankheiten

Die gemeldeten Fallzahlen von vielen Infektionskranheiten habe um gut ein Drittel abgenommen. Rückzuführen sei dies unter anderem auf den ersten Lockdown in der Corona-Pandemie.