Als Zeitmarke für die langsame Rückkehr zum Schulbetrieb haben sich Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten auf den 4. Mai geeinigt. Doch die Bundesländer handhaben das ganz unterschiedlich. Wir erklären, wann wo welche Schulen wieder öffnen.

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass die Schulen für die meisten Schüler in der Coronakrise auch nach den Osterferien erst einmal dicht bleiben sollen.

Nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben. Das Problem: Es gibt dazu weitere Ausnahmen, einzelne Länder können vom Termin abweichen. Und auch Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen können schon vorher stattfinden.

Die meisten Bundesländer haben ihre Pläne bereits vorgestellt und nannten konkrete Daten – doch das Vorgehen ist äußerst uneinheitlich. Wir geben einen Überblick.

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Wie die Pläne zu Öffnungen von Schulen aussehen

Der in der Corona-Krise eingestellte allgemeine Schulbetrieb in Deutschland soll schrittweise ab dem 4. Mai wieder aufgenommen werden. Zuerst sollen Abschlussklassen, Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und die obersten Grundschulklassen wieder zurück in die Schulen kommen können.

Für die Wiederöffnung der Schulen sind nach Einschätzung der Lehrer-Gewerkschaft GEW zwei Wochen Vorlauf nötig. "Dafür braucht es eine sorgfältige Vorbereitung", erklärte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse". Die Schulen müssten Unterricht in Kleingruppen organisieren, damit der Abstand eingehalten werden könne. Die Gesundheitsämter müssten Gesundheitschecks vornehmen.

Anstehende Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen dieses Schuljahres können aber auch schon vorher, im April stattfinden – "nach entsprechenden Vorbereitungen", wie es in einem gemeinsamen Beschlusspapier der Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heißt. Verschiedene Bundesländer haben ihr Vorgehen bereits skizziert:

  • Baden-Württemberg: Landeskultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Donnerstag, dass zum 4. Mai zunächst Schüler aller Schularten wieder in Hauptfächern unterrichtet werden, wenn sie im laufenden oder im kommenden Jahr Abschlussprüfungen ablegen müssen. Schüler anderer Altersstufen könnten erst später wieder schrittweise in die Schule zurückkehren, sagte Eisenmann. Auch Grundschüler der vierten Klasse müssten vorerst zu Hause bleiben. Der Beginn der Abiturprüfungen wurde auf den 18. Mai verlegt.
  • Bayern: Ab dem 27. April sollen die Abschlussklassen an bayerischen Gymnasien, Real- und Mittelschulen wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Am 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen werden, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die aktuellen Neuntklässler an Realschulen – und nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch die Viertklässler.
  • Berlin: Die Abiturprüfungen sollen wie geplant in der kommenden Woche beginnen, wie der RBB berichtete. Am 27. April werde außerdem der Unterricht für die 10. Klassen beginnen, in den Grundschulen mit der sechsten Klasse am 4. Mai.
  • Brandenburg: Das Bundesland wird seinen Fahrplan für die allmählichen Schulöffnungen erst am Freitag beschließen.
  • Bremen: Zumindest für die Abschlussklassen soll am 4. Mai der Schulbetrieb wieder schrittweise anlaufen.
  • Hamburg: Eine Entscheidung wird frühestens am Freitag erwartet.
  • Hessen: Hessen plant nach den Worten von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) einen Einstieg mit den Abschlussklassen am 27. April.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Ab 27. April soll der Unterricht der Klassenstufen 10,11 und 12 beginnen.
  • Niedersachsen: Ab 27. April sollen zunächst die Abschlussklassen wieder in die Schule gehen, ab 4. Mai – nach jetzigem Stand – auch die 4. Klassen. In den darauffolgenden Wochen sollen die Abschluss- und Übergangsjahrgänge des kommenden Schuljahres folgen.
  • Nordrhein-Westfalen: In Nordrhein-Westfalen sollen Schüler von Abschlussklassen, nach einigen Tagen Vorbereitungszeit, bereits nach dem 20. April in die Schulen zurückkehren.
  • Rheinland-Pfalz: Ab dem 27. April sollen erste Schüler wieder in die Schulen gehen, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen. Am 4. Mai kehren nach den Plänen des Kultusministeriums Schüler mit Abschlussprüfungen im kommenden Jahr sowie Viertklässler zurück.
  • Saarland: Die Schulen im Saarland öffnen am 4. Mai zuerst für Abschlussklassen, also die Klassen 9 und 10 sowie die Abiturklassen.
  • Sachsen: Sachsen wird bereits am Montag, 20. April, seine Schulen für Schüler aller Abschlussklassen wieder öffnen. Die Regelung gilt gleichermaßen für Gymnasien, Berufliche Schulzentren, Oberschulen und Förderschulen, wie Kultusminister Christian Piwarz erklärte. Ein regulärer Unterricht fände aber nicht statt, stattdessen gehe es vor allem um die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen.
  • Sachsen Anhalt: Laut MDR sollen die Schulen in Sachsen-Anhalt ab dem 4. Mai wieder schrittweise öffnen.
  • Schleswig-Holstein: Die Abiturprüfungen in sollen wie angekündigt am 21. April starten und die anderen Abschlussprüfungen im Mai folgen. Wann Unterricht starten kann, steht noch nicht fest.
  • Thüringen: Am 27. April soll der Schulbetrieb zuerst mit den Abiturklassen langsam wieder anlaufen, berichtet der MDR. Schüler, die beispielsweise Prüfungen über die mittlere Reife oder andere besondere Leistungsnachweise ablegen, sollen ab dem 4. Mai folgen. Ab Ende Mai/Anfang Juni sollen alle anderen Schularten darunter auch die Grundschulen schrittweise wieder mit dem Unterricht beginnen.

Corona-Regelungen zur Kitas

Anders als bei Schulen haben Bund und Länder keine konkreten Entscheidungen über eine Wiederöffnung von Kitas getroffen. Bis auf Weiteres bleiben Kinderkrippen und -gärten also geschlossen. Es heißt darin lediglich, die Notbetreuung werde fortgesetzt und auf weitere Berufs- und Bedarfsgruppen ausgeweitet.

Wie es weitergehen soll

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) soll nun bis zum 29. April ein Konzept vorlegen, "wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere unter Berücksichtigung des Abstandsgebots durch reduzierte Lerngruppengrößen, insgesamt wieder aufgenommen werden kann", heißt es in dem Beschluss. Dabei geht es konkret um Hygienepläne für die Schulen, um die Organisation von kleineren Lerngruppen, versetzte Pausen und den Betrieb der Schulbusse. (dpa/afp/mf)

Der Sicherheitsabstand in der Coronakrise könnte uns bis 2022 erhalten bleiben

Forscher warnen davor, angesichts sich stabilisierender Infektionszahlen im Umgang mit dem Coronavirus leichtsinnig zu werden. Aus purer Ungeduld den mittlerweile eintrainierten Sicherheitsabstand aufzugeben, berge große Gefahr. Denn noch seien im Zusammenhang mit der Verbreitung von COVID-19 zentrale Fragen unbeantwortet. (Teaserbild: picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa)