• Im Netz verbreitet sich das Foto eines angeblichen Plakats des Bundesgesundheitsministeriums.
  • Unter der Abkürzung "ANAL" werbe das Ministerium demnach für Alltagsmaßnahmen gegen Corona.
  • CORRECTIV-Recherchen zeigen: Das Plakat ist gefälscht.
Eine Kolumne
von CORRECTIV.Faktencheck - Fakten für die Demokratie

"Jetzt im Herbst und Winter besonders wichtig: ANAL" – ein Foto eines Plakats, auf dem das zu lesen ist, verbreitet sich aktuell in Sozialen Netzwerken. Am rechten unteren Rand ist das Logo des Bundesgesundheitsministeriums zu erkennen. Das Plakat soll suggerieren, es handle sich um eine Kampagne, um auf die geltenden Corona-Maßnahmen aufmerksam zu machen. Recherchen von CORRECTIV zeigen: eine solche Kampagne existiert nicht.

Dem verbreiteten Foto zufolge stehe das A für Alltagsmaske, N für Nähe vermeiden, A für App und L für Lüften. Tatsächlich wirbt das Bundesgesundheitsministerium seit Monaten mit einer ähnlichen Kampagne für die Alltagsmaßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus – anfangs mit der sogenannten "AHA"-Formel (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken), seit September wird sie teilweise durch "+L" (Lüften) oder "+A+L" (App + Lüften) ergänzt.

Eine "ANAL"-Formel existiert jedoch nicht. Das bestätigte uns auch eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums: "Dabei handelt es sich nicht um eine Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums. Der angesprochene Flyer/ Ausdruck stammt nicht von uns."

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Bei dem "ANAL"-Plakat handelt es sich offenbar um einen Scherz

Das in Sozialen Netzwerken verbreitete Plakat wurde zusätzlich mit dem Hashtag #ZeigeVerantwortung versehen. Für diesen Hashtag finden sich allerdings keine Beiträge des Ministeriums auf Instagram, Facebook oder Twitter, sondern nur solche, die stattdessen zum vermeintlichen "ANAL"-Plakat führen.

In Sozialen Netzwerken nutzt das Bundesgesundheitsministerium im Zusammenhang mit Corona stattdessen Hashtags wie beispielsweise #Zusammengegencorona oder #IchHatteCorona.

Auffällig sind auf dem verbreiten Plakat auch die aufgedruckten Symbole neben dem Logo des Ministeriums, die als eine Anspielung auf Analverkehr gedeutet werden können: Das Symbol eines Hinterns und etwas, das einem Sexspielzeug gleicht.

Die "ANAL"-Kampagne existiert folglich nicht und es handelt sich bei dem verbreiteten Plakat offenbar um einen Scherz.

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