• 21:07 Uhr: Brasilien erteilt Sinovac und AstraZeneca Notfallzulassung - erste Brasilianerin geimpft
  • 15:46 Uhr: 75 Menschen bei Coronaausbruch in Belgien infiziert
  • 14:08 Uhr: Corona-Verstöße in mehreren Städten beschäftigen Polizei
  • 09:20 Uhr: Maas will Geimpften mehr Freiheiten zugestehen
  • 08:00 Uhr: Wissenschaftler plädieren für Maskenpflicht
  • 06:15 Uhr: FDP-Politiker fordert Datenbasis für Grundrechtseinschränkungen

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Top-News: Coronaausbruch mit mutierter Variante in Belgien

In einem Altenheim in Belgien sind zahlreiche Bewohner mit dem zuerst in England entdeckten mutierten Coronavirus infiziert worden. In dem Heim "De Groene Verte" in Merkem im Westen Flanderns seien 75 Menschen - zwei Drittel aller Bewohner - positiv auf den neuen Virustyp getestet worden, meldete die Nachrichtenagentur Belga am Sonntag.

Alle gesellschaftlichen Aktivitäten in der Gemeinde seien nun untersagt. Nur Schulen, Kitas und medizinische Dienste blieben geöffnet. Im übrigen Gebiet der Gemeinde stieg die Zahl der Fälle auf 53 an.

"Der Ursprung des Ausbruchs ist noch unbekannt, aber wir sind jetzt bei der Kontaktnachverfolgung", sagte Bürgermeister Joris Hindryckx nach Angaben von Belga. Nach wochenlangem Rückgang sind die täglichen Corona-Fallzahlen in Belgien zuletzt wieder deutlich gestiegen.

Die weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Slowakei verschärft Ausgangsbeschränkungen und beschließt Massentests

23:43 Uhr: Die Slowakei verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie ihre Ausgangsbeschränkungen. Wie der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Sonntagabend nach einer Sondersitzung der Regierung bekannt gab, werden schon ab diesem Montag wieder Corona-Massentests im ganzen Land durchgeführt. Danach werde auch der Weg zur Arbeit nur mehr mit einem negativen Corona-Test erlaubt sein. Bisher zählte der Weg zur Arbeit zu den wichtigsten Ausnahmen von einem grundsätzlichen Verbot, die eigene Wohnung zu verlassen.

Gesundheitsminister Marek Krajci konkretisierte, die "freiwillige" Testmöglichkeit werde bis 26. Januar bestehen. Die Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen für Personen ohne negativen Corona-Test trete ab dem 27. Januar in Kraft und gelte vorerst bis 7. Februar.

Ein regierungsinterner Streit über die Zweckmäßigkeit landesweiter Massentests war nach Medienberichten der Hauptgrund dafür, dass sich die Vier-Parteien-Koalition eine ganze Woche nicht auf das Maßnahmenpaket einigen konnte, das sie eigentlich schon am vergangenen Montag verkünden wollte.

Die Ärztekammer und andere Gesundheitsorganisationen hatten wie der nun offenbar unterlegene Teil der Koalition kritisiert, durch landesweite Tests an größtenteils gesunden Menschen würden Kapazitäten des kurz vor dem Kollaps stehenden Gesundheitssystems ineffizient eingesetzt. Besser wäre es, nur Risikogruppen und Hotspots zu testen, sich dafür aber stärker auf die Vorbereitung von Corona-Impfungen zu konzentrieren.

Die Slowakei hatte im Oktober/November 2020 mit Massentests fast aller über zehn Jahre alten Einwohner für internationales Aufsehen gesorgt. Während Österreich und andere Länder dieses Experiment nachahmten, war es in der Slowakei selbst wegen einer chaotischen Abwicklung stets umstritten.

Brasilien erteilt Sinovac und AstraZeneca Notfallzulassung - erste Brasilianerin geimpft

21:07 Uhr: Nach der Notfallzulassung der Corona-Impfstoffe von Sinovac und AstraZeneca durch die Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung in Brasilien, Anvisa, ist die erste Brasilianerin geimpft worden. Dies ging aus einer Mitteilung der Regierung des Bundesstaates São Paulo am Sonntag hervor. Demnach bekam die Krankenschwester Mônica Calazans, 54, in dem Hospital das Clínicas in São Paulo den Impfstoff Coronavac des chinesischen Unternehmens Sinovac gespritzt, mit dem der Bundesstaat São Paulo ein Abkommen hat.

Von dem Impfstoff Coronavac des chinesischen Unternehmens Sinovac, mit dem die Regierung des Bundesstaates São Paulo ein Abkommen hat, sind sechs Millionen Dosen verfügbar. Ein Versuch der brasilianischen Regierung, zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca aus Indien zu holen, war am Freitag zunächst gescheitert.

Brasilien, ein Staat mit 210 Millionen Einwohnern, ist eines der am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas rund 8,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 209.000 Patienten sind im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Wegen der enormen Zunahme von Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit COVID-19 brach zuletzt das Gesundheitssystem in der Amazonas-Metropole Manaus zusammen.

Nachdem Staatspräsident Jair Bolsonaro das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile zwar auch eine Impfung in Zweifel. So hat er sich mehrmals abfällig über den chinesischen Impfstoff geäußert. Aber er steht mit dem Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, João Doria, dennoch in Konkurrenz um das erste Foto einer Impfung in Brasilien.

Corona-Verstöße in mehreren Städten beschäftigen Polizei

14:08 Uhr: Dutzende Menschen auf engstem Raum, und das in Zeiten der Pandemie: In mehreren Städten haben Partys und Feiern am Wochenende die Polizei auf den Plan gerufen.

  • In Berlin-Mitte etwa wurde eine Hochzeitsfeier mit 60 Menschen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln von der Polizei aufgelöst worden. Durch einen Anrufer wurden die Beamten am Samstagabend auf die Gesellschaft in einer Wohnung aufmerksam, wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte. Zuerst hatte der "Berliner Kurier" (online) berichtet. "Wir haben die Menschen aufgefordert, sich in ihre Wohnungen zu begeben", sagte der Sprecher der Berliner Polizei. Es seien alle Personalien sowie 56 Verstöße gegen den Infektionsschutz notiert worden. "Hier haben sich deutlich mehr Menschen getroffen als nur aus einem fremden Haushalt."
  • Etwa halb so viele Menschen trafen sich in Hamburg zu einer Party im Stadtteil Wilhelmsburg. Dort hatten nach Polizeiangaben mehr als 30 Menschen seit möglicherweise zwei Tagen zusammen gefeiert. Passanten hatten das illegale Zusammentreffen in einer Halle am späten Samstagabend gemeldet, wie ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen berichtete. Vor Ort hörten die Beamten laute Musik aus dem Gebäude. Auf Klopfen reagierten die Feiernden jedoch nicht, so dass die Polizisten zunächst nicht hineinkamen. Schließlich erreichten sie den Verantwortlichen per Telefon und forderten ihn auf, die Tür zu öffnen.
  • Im niedersächsischen Soltau sprengte die Polizei eine Pokerrunde in einem Hotel mit mehr als 20 Teilnehmern in der Nacht zum Sonntag. Die überwiegend männlichen Teilnehmer der Poker-Party, bei der es auch Bewirtung und Ausschank gab, waren demnach alle im Alter von circa 30 Jahren. Gegen sie wurden Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet und Platzverweise ausgesprochen.
  • Auf heftigen Widerstand trafen die Beamten in Dresden. Dort wurde eine verbotene Party mit rund 60 Leuten im Lokal einer Kleingartenanlage beendet. Der Veranstalter habe zuvor in sozialen Netzwerken dazu eingeladen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Als die Beamten eintrafen, flüchteten einige Gäste. Zudem widersetzten sich Feiernde - die Polizei musste beim Zutritt in das Lokal eigenen Angaben zufolge Pfefferspray einsetzen.

Die aktuellen Corona-Regeln sehen unter anderem vor, dass sich derzeit nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen darf.

Bericht: Länder wollen schärfer gegen Quarantäne-Brecher vorgehen

13:11 Uhr: Mehrere Bundesländer wollen laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" (WamS) schärfer gegen hartnäckige Quarantäneverweigerer vorgehen. Neben hohen Bußgeldern droht bei Missachtung der geltenden Bestimmungen künftig im Extremfall die Zwangseinweisung in zentrale Sammelstellen, Kliniken oder Jugendarresanstalten.

Bereits jetzt werde dies auf Grundlage richterlicher Anweisungen in Einzelfällen praktiziert. In Baden-Württemberg sollen dem Bericht zufolge bald zentrale Einrichtungen für wiederholte Quarantänebrecher bereitstehen.

"Diese Absonderungsplätze werden dauerhaft durch einen Wachdienst kontrolliert", zitierte das Blatt einen Sprecher des Landessozialministeriums. Zwei Kliniken seien dafür ausgesucht worden.

Schleswig-Holstein wolle demnach Quarantänebrecher schon in den kommenden Wochen auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde unterbringen, hieß es unter Berufung auf den Landkreistag. Zuvor gebe es gewöhnlich als Warnung eine "Gefährderansprache" unter Beteiligung der Polizei.

Brandenburg will laut "WamS" eine Zentralstelle für Quarantänebrecher in einer Erstaufnahmeeinrichtung einrichten. Bislang würden Betroffene in einem Krankenhaus oder einer anderen "geeigneten Einrichtung" untergebracht, hieß es unter Berufung auf das Sozialministerium des Landes.

In Sachsen werde laut Sozialministerium derzeit "ein Unterbringungsobjekt" für solche Zwecke errichtet. Bisher würden hartnäckige Quarantänebrecher "in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einer anderen geeigneten Unterkunft" untergebracht.

Bayerns Gesundheitsministerium teilte laut "BamS" mit, meist gelinge es, Bürger "durch nachdrückliche Belehrung" zum Einlenken zu bewegen und indem man auf "Zwangsabsonderung und Bußgeld" hinweise. Als letztes Mittel blieben Zwangseinweisungen in Kommunen, etwa in "abgeschlossene Krankenhäuser oder abgeschlossene Teile von Krankenhäusern".

Auch Berlins Gesundheitsverwaltung schließt demnach Zwangseinweisungen nicht aus, "zum Beispiel auch in einem Krankenhaus". Hamburgs Sozialbehörde teilte mit, komme es zu Zwangseinweisungen, stünden Möglichkeiten bereit, äußerte sich aber nicht zu Details. In Hessen sei eine solche Einrichtung wegen geringen Bedarfs wieder geschlossen worden.

Bislang 7.800 Corona-Tests im Biathlon-Weltcup - 42 Quarantäne-Fälle

12:39 Uhr: In den bisherigen sechs Wettkampfwochen im Weltcup der Biathleten sind rund 7.800 Tests auf das Coronavirus durchgeführt worden. Wie der Weltverband IBU am Sonntag mitteilte, habe es dabei in diesem Winter 42 Befunde gegeben, die eine Quarantäne nötig machten.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hatte die IBU vor dem Winter ihrem Wettkampfkalender angepasst und mehrere Doppel-Veranstaltungen angesetzt, um zu viele Reisen zu vermeiden. Zudem wird ein strenges Hygienekonzept umgesetzt, um die Events mit hunderten Teilnehmern überhaupt möglich zu machen.

Am letzten Tag des Weltcups in Oberhof wurde am Sonntag ein Offizieller positiv auf Corona getestet. Zuvor mussten in Thüringen schon mehrere Athleten in Quarantäne. Darunter waren Sportler aus Slowenien und Tschechien sowie die gesamte bulgarische Mannschaft.

Österreich verlängert Corona-Lockdown

11:50 Uhr: Österreich verlängert den Corona-Lockdown um weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies am Sonntag in Wien damit, dass Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien.

Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, sagte Kurz. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht.

Ursprünglich waren Lockerungen zum 25. Januar geplant. Aufgrund der neuen, in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation hatten Experten jedoch davor gewarnt, zu früh zu öffnen. Die hoch ansteckende Virus-Variante B.1.1.7 sei ersten Erkenntnissen bereits relativ stark in Österreich verbreitet.

Zudem wird der Sicherheitsabstand, den Menschen in Österreich einhalten sollen, von einem auf zwei Meter ausgedehnt. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln müssen nun - wie in Bayern - FFP2-Masken getragen werden. Darüber hinaus appellierte die Regierung an Firmen, Beschäftigte möglichst von zu Hause arbeiten zu lassen.

Rund 14.000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

10:55 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.882 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Sonntag sind die vom RKI bekannt gegebenen Zahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Vortag hatte das RKI von 18.678 Neuinfektionen berichtet, am Sonntag vergangener Woche von 16.946.

Insgesamt stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Infektionen auf 2 033 518 (Stand: 17.01., 00.00 Uhr), wie das RKI am Sonntag mitteilte. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden insgesamt 46 419 Todesfälle verzeichnet. Das sind 445 mehr als am Vortag. Der bisherige Höchststand von 1244 gemeldeten Todesfällen pro Tag war am Donnerstag erreicht worden. Auch die gemeldeten Todeszahlen sind am Wochenende oft sehr niedrig. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Samstagabend.

Bayer prüft Produktion von Corona-Impfstoffen

10:09 Uhr: Der Pharmakonzern Bayer erwägt, in die Produktion von Corona-Impfstoffen einzusteigen. "Wir diskutieren mit Curevac und auch mit der Politik und den Behörden, was gemacht werden kann", sagte Bayer-Chef Werner Baumann der "Welt am Sonntag".

"Mit unserem Produktionsnetzwerk in Deutschland und den USA sowie dem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wären wir grundsätzlich in der Lage, Impfstoff in größeren Mengen zu produzieren. Dies prüfen wir gerade unter Hochdruck." Dabei gehe es in erster Linie nicht um finanzielle Überlegungen, sondern darum, den Impfstoff so schnell wie möglich verfügbar zu machen.

Anfang des Monats hatten Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac einen Kooperations- und Servicevertrag geschlossen. Curevac sitzt schon seit längerem an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs CVnCoV, für den Mitte Dezember die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie begann.

Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac gegen Ende März. Für den Fall einer Zulassung hat sich die EU-Kommission für die EU-Staaten 405 Millionen Dosen gesichert.

Bayer soll nun bei Zulassungsarbeiten an der dafür nötige Studie mitarbeiten und zudem die Lieferketten im Blick haben. Dass der Konzern uch die Produktion übernimmt, ist im Vertrag nicht enthalten.

Zudem bleibt Curevac der Inhaber einer Marktzulassung. Bayer hätte aber die Option, Inhaber der Zulassung in bestimmten Märkten außerhalb Europas zu werden.

Maas will Geimpfte in Restaurants und Kinos lassen

09:20 Uhr: Als erster Bundesminister fordert Außenamtschef Heiko Maas (SPD), Menschen mit Corona-Impfung früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben.

"Geimpfte sollten wieder ihre Grundrechte ausüben dürfen", sagte Maas der "Bild am Sonntag". "Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg."

Maas erinnerte auch an die Betreiber von derzeit geschlossenen Restaurants, Kinos, Theater oder Museen. "Die haben ein Recht darauf, ihre Betriebe irgendwann wieder zu öffnen, wenn es dafür eine Möglichkeit gibt. Und die gibt es, wenn immer mehr Menschen geimpft sind. Denn wenn erst mal nur Geimpfte im Restaurant oder Kino sind, können die sich nicht mehr gegenseitig gefährden."

Die Bundesregierung hatte die Wiederherstellung der Freiheiten für Geimpfte bislang auch mit dem Hinweis darauf abgelehnt, dass nicht bekannt ist, ob sie dennoch andere anstecken können.

Derzeit breitet sich von Großbritannien ausgehend ein veränderter Corona-Typ aus, der als extrem ansteckend gilt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zudem vor einer drohenden Spaltung der Gesellschaft gewarnt.

Maas, der früher Justizminister war, widersprach: "Ja, das wird in einer Übergangszeit auch zu Ungleichheiten führen, aber solange es dafür einen sachlichen Grund gibt, ist das verfassungsrechtlich vertretbar."

Allerdings sind bisher erst gut eine Million Menschen in Deutschland geimpft, das entspricht gut einem Prozent der Einwohner. Vor allem sind es Hochbetagte und Pflegebedürftige sowie medizinisches Personal beziehungsweise Pflegekräfte.

Corona-Pandemie: Heiko Maas fordert Sonderrechte für Geimpfte

Geimpfte versus Nicht-Geimpfte: In Deutschland ist eine Diskussion um Sonderrechte entbrannt. Bundesaußenminister Heiko Maas positioniert sich gegen Kanzlerin Angela Merkel und den Bundesinnenminister Horst Seehofer. Noch aber steht nicht fest, ob Geimpfte das Sars-CoV-2-Virus nicht trotz Impfung weitergeben können. (Teaserbild: Michael Reichel/picture alliance/dpa)

Wissenschaftler fordern strikte Maskenpflicht

08:00 Uhr: Inmitten der Meldungen über ansteckendere Varianten des Coronavirus und weiterhin hohe Infektionszahlen mahnen Wissenschaftler eindringlich zum Tragen von Gesichtsmasken.

Basierend auf einer Auswertung entsprechender Studien betont ein internationales Forscherteam im Fachblatt "PNAS", Regierungen und Behördenvertreter müssten dafür sorgen, dass entsprechende Regeln strikt eingehalten würden.

In Deutschland ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln seit Ende April 2020 Pflicht. Ende November wurden die Regeln noch einmal verschärft und weitere Orte dafür bestimmt. Bayern will FFP2-Masken zum Standard machen - diese bieten mehr Schutz für den Träger als andere Masken.

Ein internationales Team um Jeremy Howard von der Universität von San Francisco hat nun wissenschaftliche Veröffentlichungen zu den Masken analysiert.

Masken sind nach Auffassung der Autoren unter anderem wichtig, weil Erkrankte in der ersten Phase nach einer Infektion am ansteckendsten seien, wenn sie noch wenige oder keine Symptome zeigten.

Eine der untersuchten Studien sei zu dem Schluss gekommen, dass 40 bis 45 Prozent der Infektionen von symptomlosen Menschen ausgehen und deren Infektiosität eventuell auch länger als 14 Tage betragen könne.

Mit der Durchsetzung einer möglichst breit geltenden Maskenpflicht könnte das Risiko gesenkt werden, dass eben jene Erkrankte, die noch nichts von ihrer Infektion wüssten, andere ansteckten.

Bayern will Homeoffice mit Steueranreizen fördern

07:30 Uhr: Bayern legt konkrete Vorschläge zur Förderung der Arbeit im Heimbüro vor. Finanzminister Albert Füracker (CSU) plädiert dafür, die Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen zu verbessern und die Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmer dauerhaft zu verlängern.

"Wir brauchen möglichst viel Homeoffice", sagte Füracker der Deutschen Presse-Agentur. "Bayern setzt nicht auf gesetzliche Pflichten, sondern auf steuerliche Anreize."

Die Corona-Pandemie hat die Diskussion um das Heimbüro angeheizt. "Es gibt verschiedene mögliche Stellschrauben", sagte der CSU-Politiker. Als Beispiel nannte Füracker die Erhöhung der Sofortabschreibung für alle geringwertigen – mindestens jedoch für digitale - Wirtschaftsgüter von 800 auf 2.000 Euro.

Für Arbeitnehmer gilt seit vergangenem Jahr eine 5-Euro-Pauschale je Arbeitstag in der eigenen Wohnung, die bis Ende dieses Jahres befristet ist. Bayern fordert, diese Pauschale zur Dauereinrichtung zu machen. "Für Arbeitnehmer darf Homeoffice kein Zuschussgeschäft sein, und das nicht nur in Pandemiezeiten", sagte der bayerische Finanzminister dazu.

Darüber hinaus forderte Füracker eine generelle Entlastung der Wirtschaft: "Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen in digitale Prozesse und Homeoffice. Wir müssen die Unternehmenssteuerbelastung auf international wettbewerbsfähige 25 Prozent reduzieren."

In den vergangenen Jahren haben mehrere europäische Länder ihre Unternehmenssteuern gesenkt, nicht jedoch Deutschland. Darüber beklagen sich Unternehmen und Wirtschaftsverbände.

Covid-19-Simulation ergibt: Lockdown bis Ende Januar wird nicht reichen

Wissenschaftliche Berechnungen haben ergeben, dass der aktuelle Lockdown das Infektionsgeschehen in Deutschland bis Ende Januar nicht ausreichend. Frühestens Mitte Februar seien Lockerungen demnach möglich. Aber das ist bei weitem nicht sicher.

Buschmann: Datenbasis für Grundrechtseinschränkungen erforderlich

06:15 Uhr: Die FDP fordert als Voraussetzung für eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen in Deutschland ein belastbares Lagebild.

"Deutschland droht in Kürze ein Mega-Lockdown wegen der Corona-Mutationen. Was aber fehlt, ist eine ausreichende Datenbasis als Rechtfertigung für die immer neuen schwerwiegenden Grundrechtseinschränkungen", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der FDP-Politiker bezeichnete es als "geradezu verstörend", dass die Bundesregierung erst nach knapp einem Jahr Corona in Deutschland überhaupt die Sequenzierung des Virus in den Blick nehme. "Pauschale Verschärfungen scheinen bei Union und SPD Vorrang vor gezielter Pandemiebekämpfung zu haben", kritisierte er.

Das zeige auch der vernachlässigte Schutz der vulnerablen Gruppen, auf den die FDP-Fraktion seit Monaten dringe. "Die Bundesregierung muss dringend die Datenlücken füllen, damit nicht der Eindruck eines Blindflugs entsteht. Dazu müssen die Tests ausgeweitet, den Corona-Mutationen viel häufiger nachgespürt und die Meldewege konsequent digitalisiert werden", sagte Buschmann weiter.

Städte- und Gemeindebund warnt vor zu striktem Corona-Lockdown

05:05 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor überzogenen Corona-Maßnahmen gewarnt. Zwar sei eine Verlängerung des Lockdowns angesichts der Infektionslage notwendig, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

Der vielfach geforderte "Mega-Lockdown" sei allerdings "keine Lösung und könnte die unverzichtbare Akzeptanz der Menschen für die zahlreichen Maßnahmen gefährden".

Landsberg lehnte unter anderem eine generelle Schließung von Schulen und Kitas ab. Da der Lockdown nun schon Wochen anhalte, solle "zumindest eine Notbetreuung" sichergestellt werden.

Zudem mahnte der kommunale Spitzenverband bessere Schutzkonzepte für Alten- und Pflegeheime an. Nur Besucher mit einem negativen Schnelltest sollten ein Zutrittsrecht bekommen, forderte Landsberg.

Außerdem sollten Heimbesucher grundsätzlich verpflichtet werden, eine FFP2-Maske zu tragen, sagte Landsberg den Funke Medien. Menschen mit niedrigem Einkommen sollten diese Masken unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen.

Angesichts der angespannten Corona-Lage in Deutschland beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits kommenden Dienstag über weitere Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie.

Unter anderem wurden eine Ausgangssperre und eine Pflicht zum Homeoffice ins Gespräch gebracht.

Alle Corona-Meldungen vom 16. Januar zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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