Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich gegen eine Lockerung der Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung aus. Österreichs Kanzler Kurz will einen Massentest in seinem Land durchführen und der britische Premier Boris Johnson begibt sich in Quarantäne. Alle News zum Coronavirus vom 15. November zum Nachlesen.

  • 23:40 Uhr: Britischer Premierminister Johnson in Corona-Quarantäne
  • 19:30 Uhr: Söder: Einheitliche Corona-Schul-Regeln
  • 14:56 Uhr: Söder gegen Lockerung der Corona-Beschlüsse
  • 12:48 Uhr: Kurz will Massentests in Österreich
  • 11:41 Uhr: Altmaier: Wende noch nicht erreicht - Mehrere Monate Einschränkungen
  • 09:11 Uhr: Lauterbach: Corona-Strategie des Robert-Koch-Instituts "ineffizient"
  • 06:00 Uhr: 16.947 neue Corona-Neuinfektionen in Deutschland

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Top-News: Britischer Premierminister Johnson in Corona-Quarantäne

23:40 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Wie britische Medien am Sonntagabend berichteten, hat Johnson Kontakt zu einer Person gehabt, die später positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde. «Der Premierminister wird die Regeln befolgen und sich selbst isolieren», sagte ein Sprecher Johnsons. Der Schritt kommt kurz vor einer Woche mit möglicherweise entscheidenden Brexit-Gesprächen.

Im März hatte sich Johnson als einer der ersten Regierungschefs weltweit mit dem Coronavirus angesteckt. Der 56-Jährige lag im April zeitweise mit anhaltenden Covid-19-Symptomen auf der Intensivstation. Aktuell zeige Johnson aber keine Symptome einer Erkrankung, er arbeite vorerst weiter vom Amtssitz in der Downing Street aus, sagte sein Sprecher.

Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Söder: Einheitliche Corona-Schul-Regeln

19:30 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder
(CSU) hat vor der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderregierungschefs an diesem Montag schärfere und einheitliche Regeln für die Schulen verlangt. "Ich werbe dafür, dass wir die Maskenpflicht überall einführen", sagte Söder am Sonntag im Format "Die richtigen Fragen" auf "Bild live". Wer Schule offen halten wolle, müsse auf Masken setzen, auch in der Grundschule.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte in dem Format zur Frage, ob im Dezember die Schulen generell geöffnet bleiben könnten: "Das kann man noch nicht beantworten, auch das hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab." Es gebe aber den großen Konsens aller 16 Länder, den Präsenzunterricht "so lange wie möglich und so sicher wie möglich zu erhalten". Wechselunterricht sei "immer nur die zweitbeste Lösung". Er empfehle, "ruhig und besonnen zu handeln". Entscheidungen könnten auf einer weiteren
Ministerpräsidenten-Runde eine Woche später getroffen werden.

Söder sagte, man müsse "beim Thema Schule noch mal intensiv nacharbeiten". Wenn es zu Wechselunterricht käme, vor allem für ältere Schüler, gehe es um die Frage: "Wie können wir dann das Digitalformat weiter gestalten?"

Auf die Frage, ob es ein schönes Weihnachtsfest geben könne, sagte Laschet, realistischerweise könne man heute nicht beantworten, "ob ich Weihnachtsferien, ob ich Osterferien machen und ob ich nächstes Jahr heiraten kann". Wenn man bei den Kontaktbeschränkungen erfolgreich sei, "können wir Anfang Dezember leichter über
Weihnachten reden als zum heutigen Tag".

Pfefferspray und Verletzte: Auflösung von Party in Park eskaliert

17:41 Uhr: Die Auflösung einer Party in einem Berliner Park durch die Polizei ist eskaliert. Den Angaben zufolge hatten 25 Menschen gefeiert, ohne den Mindestabstand wegen Corona einzuhalten oder Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen.

Polizisten setzten in der Nacht zum Sonntag Pfefferspray ein und forderten Verstärkung an, um die Lage zu beruhigen, wie die Polizei mitteilte. Drei Beamte wurden demnach leicht am Schienbein sowie jeweils an einem Knie verletzt, setzten ihren Dienst aber fort.

Während die Polizei die Ansammlung beendete, habe eine 27-Jährige einem Polizisten gegen den Oberkörper geschlagen. Bei ihrer Festnahme habe sie randaliert und Beamte beleidigt.

In der Folge hätten zwei 28-Jährige und eine 30-Jährige versucht, die Festgenommene zu befreien. Daraufhin sei es zum Einsatz des Pfeffersprays gekommen.

Bund und Länder wollen am 23. November Corona-Fahrplan entscheiden

17:02 Uhr: Bund und Länder wollen bei Beratungen am 23. November entscheiden, ob der auf November befristete Teil-Lockdown in der Corona-Pandemie vor Weihnachten verschärft werden muss oder teils gelockert werden kann.

Mehrere Länder plädierten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einer Vorbesprechung mit dem Kanzleramt am Sonntag dafür, vor weitreichenden Entscheidungen eine weitere Woche die Entwicklung bei den zuletzt auf hohem Niveau stagnierenden Corona-Infektionszahlen abzuwarten. Zuerst hatte der "Spiegel" über das Datum berichtet.

BKA-Präsident: Corona-Hilfen locken auch Betrüger an

16:07 Uhr: Das Bundeskriminalamt (BKA) geht von Zehntausenden Betrugsfällen bei den Corona-Nothilfen von Bund und Ländern aus. "Die wirtschaftlichen Hilfen in Milliardenhöhe, die Bund und Länder seit Beginn der Pandemie beschlossen haben, stellen für Betrüger und Cyberkriminelle einen starken Anreiz dar", sagte BKA-Präsident Holger Münch der "Bild"-Zeitung.

Betrüger verwendeten beispielsweise falsche Ausweispapiere oder nutzten gefälschte Personalien, beantragten mehrfach Soforthilfen in verschiedenen Bundesländern oder für Unternehmen, die erst vor Kurzem gegründet worden seien.

"Mehrere Tausend Fälle sind schon abschließend bearbeitet, bundesweit rechnen wir mit insgesamt fünfstelligen Fallzahlen", sagte Münch in dem am Sonntag online veröffentlichten Interview.

"Um solche Betrügereien bei der Beantragung der Hilfen künftig besser verhindern zu können, haben wir eine Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft (...) und den Bewilligungsstellen der Länder eingerichtet."

Zudem sieht der BKA-Chef eine steigende Gefahr von Cyberangriffen auf Unternehmen, weil viele Mitarbeiter derzeit von zu Hause aus auf Firmennetzwerke zugreifen. Dies stelle ein zusätzliches Risiko dar.

"Seit Beginn der Corona-Pandemie bewegt sich die Zahl der Cyberangriffe in Deutschland auf hohem Niveau", führte Münch aus. "Die gute Nachricht ist, dass viele Angriffe nicht erfolgreich waren, die Taten also im Versuchsstadium steckenblieben."

Söder gegen Lockerung der Corona-Beschlüsse

14:56 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht sich gegen eine Lockerung der Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung aus - er bringt stattdessen sogar eine Verschärfung ins Spiel.

Der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe) sagte Söder: "Die Kurve flacht sich ab, aber die Zahlen sind nach wie vor zu hoch." Man müsse "wieder auf den Inzidenzwert von 50 kommen - nur dann können Infektionen nachhaltig nachverfolgt werden".

Derzeit liegt der Inzidenzwert, also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, in Bayern bei etwa 180.

Dabei gerät die Situation in den Schulen angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen wieder deutlich stärker in den Fokus. Söder (CSU) forderte in der "Süddeutschen Zeitung", durch eine Anpassung der Lehrpläne den Leistungsdruck zu reduzieren.

Bisher gibt es die einheitliche Haltung in der Politik, die Schulen solange wie möglich offen zu halten. Zuletzt hatte der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, davon berichtet, dass es immer mehr Corona-Ausbrüche im Zusammenhang mit Schulen gebe und die Infektionen in der Altersgruppe der Zehn- bis 19-Jährigen deutlich gestiegen seien.

Söder sagte im Vorfeld der Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Stimmung unter Lehrern, Schülern und Eltern sei "sehr angespannt". Deshalb seien einheitliche Regeln wie die allgemeine Maskenpflicht nötig.

Vorsorglich sei zudem eine Regelung nötig, "ab wann und wie für ältere Jahrgänge der Unterricht in Präsenz oder bei Bedarf im Wechsel stattfinden könnte". Außerdem sei eine klare Vereinbarung nötig, Lehrpläne anzupassen und so den Leistungsdruck für die Schüler zu reduzieren.

Söder geht davon aus, dass es bei den Beratungen am Montag noch zu früh für grundsätzliche Entscheidungen sein werde. "Wir können erst nächste Woche entscheiden, ob wir den Lockdown verlängern oder sogar vertiefen müssen", sagte der CSU-Chef.

Kultusminister: Knapp zwei Prozent der Schüler in Quarantäne

14:43 Uhr: Knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler befinden sich derzeit in Quarantäne. Diese Zahlen nannte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz am Sonntag im Vorfeld der Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Zuerst hatte "Zeit online" darüber berichtet. Das entspricht rund 1,8 Prozent aller Schüler. Mit dem Coronavirus infiziert haben sich bislang demnach 18.298 (0,17 Prozent). Von den Lehrkräften haben sich 3.798 infiziert (0,42 Prozent), von Quarantäne-Maßnahmen sind aktuell 13.101 (1,46 Prozent) betroffen.

106 Schulen (0,37 Prozent) in Deutschland sind derzeit komplett, 4.074 teilweise (14 Prozent) geschlossen.

Schulen sind im derzeitigen Teil-Lockdown bislang grundsätzlich geöffnet. Das Thema dürfte auch am Montag bei den Bund-Länder-Beratungen eine Rolle spielen. Zuletzt gab es Stimmen, die vor allem bei älteren Schülern eine Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht gefordert hatten.

EKD-Chef zu Corona: Eine ganze Gesellschaft ist verwundet

14:04 Uhr: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sieht massive gesellschaftliche Folgen der Corona-Pandemie.

"Eine ganze Gesellschaft ist verwundet", sagte er dem "Spiegel". "Viele suchen nach Orientierung, sie erfahren in der Pandemie einen Kontrollverlust. Krankheit und Tod brechen über sie herein, und jeder Einzelne muss lernen, damit umzugehen und eine gewisse Resilienz zu entwickeln." Da sei die Kirche gefragt.

"Tröstende und aufbauende Worte waren noch nie so wichtig wie in Zeiten dieser Kontaktarmut, deshalb ist es einen Versuch wert, mal wieder die Bibel zu lesen", so Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist. "Denn ihre Worte, etwa in den Psalmen, geben Kraft."

Demonstration gegen Corona-Regeln am Mittwoch vor dem Bundestag

13:08 Uhr: Gegner der Corona-Einschränkungen wollen erneut im Berliner Regierungsviertel demonstrieren. Bei der Polizei ist die Demonstration mit 500 Teilnehmern für Mittwoch ab 11:00 Uhr vor dem Reichstagsgebäude angemeldet.

An dem Tag wollen Bundestag und Bundesrat Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen. Dabei geht es um Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht, Schließungen von Geschäften und Verbote von Veranstaltungen.

"Stoppt das Infektionsschutzgesetz", heißt es in einem Aufruf im Internet. "Es geht uns alle an und wird auch uns alle treffen." Erinnert wird an die Bestimmungen für Demonstrationen in Berlin: "Teilnahme laut Hygieneschutzverordnung Berlin: Abstand und MNS (Mund-Nasen-Schutz). In einem anderen Aufruf steht: "Es ist ein Ermächtigungsgesetz. (...) Notstand für immer."

Es sind auch zwei linke Gegenkundgebungen mit einigen hundert Teilnehmern ebenfalls am Platz der Republik angemeldet.

Kurz will Massentests in Österreich

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.

Österreichs Regierung will Corona-Massentests zumindest bei Teilen der Bevölkerung durchführen. Das kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag in einem Interview des Senders ORF an.

Vorbild sei die Slowakei, die an zwei Wochenenden einen Großteil ihrer 5,5 Millionen Einwohnern getestet und Zehntausende Corona-Infizierte in Quarantäne geschickt hatte.

"Das ist ein absolutes Erfolgsbeispiel und wir haben uns entschieden, hier in Österreich einen ähnlichen Schritt zu machen", sagte Kurz. Über die genauen Pläne wolle die Regierung im Lauf der Woche informieren.

"Wir werden einerseits diese Massentests in gewissen Gruppen, zum Beispiel bei Lehrerinnen und Lehrern, aber auch bei anderen Gruppen nutzen, um mit dem 7. (Dezember) möglichst sicher wieder aufsperren zu können", sagte Kurz.

Am 6. Dezember endet nach jetziger Planung der rund dreiwöchige Lockdown mit Ausgangsregeln sowie Schließung von Handel und Schulen, den die Regierung am Samstag verkündet hatte. "Zum zweiten sind wir in Vorbereitung, dieses Instrument auch vor Weihnachten nochmal zu nutzen", sagte Kurz. Schnelltests seien mittlerweile in millionenfacher Stückzahl am Markt verfügbar.

Altmaier: Wende noch nicht erreicht - Mehrere Monate Einschränkungen

11:41 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht noch keine wesentlichen Erfolge des Teil-Lockdowns. "Zur Zwischenbilanz gehört auch, dass die Infektionszahlen nach wie vor viel zu hoch sind. Sehr viel höher sogar als vor zwei Wochen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

"Trotz aller Anstrengungen ist eine Wende zum Besseren noch nicht erreicht", sagte Altmaier. Für das Öffnen von Restaurants und Kinos sehe er wenig Spielraum. "Wir sind aus dem Gröbsten noch nicht raus." Einen "Jo-Jo-Shutdown" mit ständigem Öffnen und Schließen der Wirtschaft könne sich Deutschland nicht leisten.

Altmaier rechnet nach eigener Aussage damit, dass sich die Deutschen noch weit über den Dezember hinaus einschränken müssen. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen."

Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sieht keine Chance für Lockerungen. "Aus meiner Sicht gibt es für Lockerungen aufgrund der hohen Infektionszahlen keine Grundlage", sagte er der Zeitung. "Wir sollten uns deshalb in sieben Tagen noch einmal treffen, um über die Entwicklung zu sprechen. Eingriffe in die Grundrechte der Menschen müssen sehr genau erklärt und begründet werden."

Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten eine Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns ziehen. Derzeit haben unter anderem Restaurants geschlossen, Hotels dürfen keine Urlauber aufnehmen, auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten schließen.

Altmaier rechnet mit Corona-Einschränkungen über den Dezember hinaus

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnt vor zu frühen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Eine Wende zum Besseren sei noch nicht erreicht. Er geht von Einschränkungen in den nächsten vier bis fünf Monaten aus. (Teaserbild: imago images / Jürgen Heinrich)

Corona-Pandemie: Mehr als jeder fünfte Bundespolizist betroffen

11:37 Uhr: Mehr als jeder fünfte Bundespolizist war oder ist wegen der Corona-Pandemie laut einem Medienbericht in Quarantäne. 11.890 der insgesamt rund 51.000 Mitarbeiter seien betroffen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) unter Hinweis auf die Behörde mit Sitz in Potsdam.

Seit Beginn der Pandemie im März erkrankten demnach 594 Bundespolizisten an COVID-19. Knapp 1.900 Mitarbeiter seien derzeit in Quarantäne. Bei 261 Beamten waren nach den Angaben die Tests positiv. 54 Prozent der Fälle hätten einen privaten Bezug, beim Rest gebe es einen dienstlichen.

"Züge voller als im ersten Lockdown" - Aber minus 42 Prozent in 2020

10:57 Uhr: Die Fernzüge der Deutschen Bahn sind während des aktuellen Teil-Lockwdowns deutlich voller als während der ersten Phase strenger Corona-Beschränkungen im Frühjahr.

"Die Züge sind voller als beim ersten Lockdown. Unsere Kunden sollen sicher reisen können, deshalb halten wir unser Angebot hoch", sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" berichtet, dass die Nachfrage nach Bahnfahrten derzeit etwa dreimal so hoch sei wie im Frühjahr, als zum ersten Mal strenge Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie galten, etwa die weitgehende Schließung von Hotels und Restaurants sowie Kontaktbeschränkungen.

Von Anfang Januar bis Ende Oktober 2020 sind dem Bericht zufolge 42 Prozent weniger Menschen im Fernverkehr gereist als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In diesem Jahr seien bisher 72 Millionen Passagiere in Fernzügen gereist, 53 Millionen weniger als in den ersten zehn Monaten 2019. Die Auslastung der Züge liege derzeit zwischen 20 und 25 Prozent.

Unter anderem durch kürzere Züge und weniger internationale Verbindungen sei die Zahl verfügbarer Sitzplätze im Fernverkehr auf 85 Prozent reduziert worden. Um ausreichend Abstand und weiterhin Fernfahrten zu ermöglichen, will das Bundesunternehmen aber grundsätzlich an Fahrplan und Streckennetz festhalten.

Lauterbach: Corona-Strategie des Robert-Koch-Instituts "ineffizient"

09:11 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat erneut die Strategie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der Corona-Pandemie kritisiert.

"Ich bin davon überzeugt, dass der jetzige Weg ineffizient ist. Wir verlieren viel Zeit bei der Nachverfolgung von Einzelkontakten", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag).

"Diese werden zu spät erreicht - nachdem sie schon viele andere infizieren konnten. Umgekehrt werden auch Personen kontaktiert, die sich gar nicht anstecken konnten."

Man müsse sich darauf konzentrieren, Superspreader-Ereignisse zu isolieren, forderte der Epidemiologe. Ähnlich hatte sich Lauterbach bereits mehrfach geäußert.

Zudem forderte der SPD-Politiker, die Dauer der Quarantäne zu verkürzen. "14 Tage sind zu lang, dafür gibt es keine medizinische Rechtfertigung. Ich halte es für sinnvoll, die Quarantäne auf zehn Tage zu reduzieren - mit der Möglichkeit, dass man sich nach fünf Tagen frei testen lassen kann."

16.947 neue Corona-Neuinfektionen in Deutschland

06:00 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag in Deutschland
16.947 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Das sind 5.514 Fälle weniger als noch am Tag zuvor mit 22.461 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 16.017 gelegen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI insgesamt 790.503 Infektionen erfasst. (Stand: 15.11., 00:00 Uhr)

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 107 auf insgesamt 12.485. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,05 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch gut 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Risikogruppen sollen Schutzmasken kostenlos bekommen

04:30 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus sollen Risikogruppen wie Ältere und Pflegeheimbewohner nach Plänen der großen Koalition kostenlos Schutzmasken erhalten können.

Vorgesehen ist ein Anspruch für Versicherte, wenn sie zu einer Gruppe "mit einem signifikant erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion" gehören.

Das sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine geplante Ergänzung eines Gesetzes zu weiteren Corona-Krisenmaßnahmen vor. Es soll an diesem Mittwoch von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Konkret soll das Bundesgesundheitsministerium den Anspruch auf Gratismasken mit einer Rechtsverordnung ermöglichen können. Diese soll dann auch die Risikogruppe festlegen und regeln, welche Art von Masken und wie viele davon abgegeben werden können. Die von Fachpolitikern von Union und SPD und dem Ministerium erarbeiteten Pläne sehen eine Finanzierung durch den Bund aus Steuermitteln vor.

Auf Landesebene hat Bremen ein ähnliches Angebot gestartet. Dort kann jeder Bürger über 65 Jahre zehn FFP2-Schutzmasken im Monat erhalten. Um Risikogruppen zu schützen, sollen in Pflegeheimen und Kliniken auch deutlich mehr Tests gemacht werden, darunter neue Schnelltests.

Das vom Kabinett auf den Weg gebrachte weitere Corona-Gesetz umfasst daneben auch Neuregelungen zu Verdienstausfällen für Eltern und Reiserückkehrern aus Risikogebieten im Ausland. Angesichts von Kritik am Vorgehen von Bund und Ländern soll zudem eine genauere gesetzliche Grundlage für weitreichende Corona-Beschränkungen geschaffen werden.

Corona-Risikogruppen sollen Schutzmasken kostenlos bekommen

Personen aus Risikogruppen sollen in Deutschland laut einem Plan der Großen Koalition gratis Schutzmasken bekommen. Dieses Vorhaben soll der Bund mithilfe von Steuergeldern finanzieren. (Teaserbild: imago images / Michael Weber)

Bundesregierung ehrt "Corona-Helden"

04:17 Uhr: Ein Informationsvideo der Bundesregierung sorgt in den sozialen Medien für Aufsehen, indem es Nichtstuer auf der Couch zu Corona-Helden kürt. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte das Video am Samstag mit dem Hashtag "#besonderehelden" auf Twitter.

Darin berichtet der fiktive ältere Mann Anton Lehmann aus der Zukunft, wie er die zweite Welle "damals im Corona-Winter 2020" erlebt hat.

"Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles an was wir glaubten", beschreibt Lehmann die Corona-Situation in Deutschland rückblickend. Das Schicksal habe plötzlich in ihren Händen gelegen. Also taten sie, was von ihnen erwartet worden sei. "Nämlich nichts. Absolut gar nichts", so Lehmann.

"Tage und Nächte blieben wir auf unserem Arsch zu Hause und kämpften gegen die Ausbreitung des Coronavirus". Die Couch sei zur Front geworden, die Geduld zur Waffe.

Das sei ihr Schicksal gewesen. "So wurden wir zu Helden. Damals - in diesem Corona-Winter 2020", erinnert sich Lehmann. Das Video endet mit dem Appell der Bundesregierung: "Werde auch du zum Helden und bleib zuhause".

Kretschmann: Über Weihnachten erst bei sinkenden Zahlen sprechen

04:00 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen für Weihnachten von deutlich sinkenden Infektionszahlen abhängig.

"Bei den Maßnahmen, die wir getroffen haben, geht es darum, die Infektionswelle zu brechen, erst, wenn uns das gelingt - und zwar auf durchschlagende Weise -, können wir darüber sprechen, wie wir Weihnachten gestalten", sagte der Grünen-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Montag).

"Steigen die Zahlen weiter exponentiell an, wird das zur Überlastung der Krankenhäuser führen", sagte Kretschmann. "Es geht also derzeit um sehr viel mehr als um Weihnachten."

Kretschmann fordert zudem vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Montag eine grundlegende Überarbeitung der Corona-Warn-App. Die App müsse um zahlreiche Funktionen erweitert und vor allem bei der Kontaktnachverfolgung verbessert werden.

"Wir brauchen zum Beispiel eine Check-in-Funktion für Gastronomie und Veranstaltungen, dann kann man auch mit der Zettelwirtschaft aufhören."

Zudem brauche es eine Erhöhung der Weiterleitungsquote bei positiven Tests, einen häufigeren Datenabgleich, ein Kontakttagebuch, eine Funktion zur Meldung als Risikokontakt.

Gesundheitsämter müssten viel stärker auf die Informationen zurückgreifen können. Dafür müsse der Datenschutz gelockert werden. "Wir greifen mit vielen unserer Maßnahmen tief in das Leben der Menschen ein, aber beim Datenschutz legen wir Maßstäbe an, die in einer Pandemie nicht angemessen sind."

Kretschmann lobte Merkels Krisenmanagement. "Wir dürfen froh und glücklich sein, dass wir in solch einer Pandemie eine sachorientierte, nüchterne Kanzlerin haben."

Mehr als eine Million Corona-Fälle in Mexiko

03:25 Uhr: Als elftes Land der Welt hat Mexiko die Marke von einer Million nachgewiesenen Coronavirus-Fällen überschritten. Nach neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag (Ortszeit) waren in den vorherigen 24 Stunden 5.860 neue Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 registriert worden. Die Gesamtzahl liegt damit bei
1.003.253.

Es kamen zudem 635 Todesfälle infolge einer COVID-19-Erkrankung hinzu. Hier stieg die Gesamtzahl auf 98.259 - den vierthöchsten Wert der Welt. Allerdings geht die Regierung wegen einer hohen Übersterblichkeit nach eigenen Angaben davon aus, dass in Wirklichkeit etwa 50.000 mehr Menschen in Mexiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind als in der offiziellen Statistik ausgewiesen.

Auch die wahre Zahl der Corona-Fälle in dem nordamerikanischen Land - mit knapp 130 Millionen Einwohnern an 10. Stelle der bevölkerungsreichsten Länder der Welt - dürfte wesentlich höher liegen, da dort nur sehr wenig getestet wird.

Mexiko kehrte in den vergangenen Monaten immer mehr zur Normalität zurück - viele wegen der Pandemie geschlossenen Betriebe machten wieder auf. Da in Mexiko-Stadt, einer der größten Städte der Welt, die Auslastung der Krankenhausbetten zuletzt stieg, könnten dort jedoch bald wieder Einschränkungen verhängt werden. Einen Lockdown hat es in Mexiko aber nie gegeben.

Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador hat seit Monaten immer wieder die Gefahr durch das Virus heruntergespielt und behauptet, sein Land habe dieses "gebändigt". Mit Maske zeigt er sich so gut wie nie.

Elon Musk: Ich habe wahrscheinlich COVID-19

02:43 Uhr: Tesla-Chef Elon Musk vermutet, dass er an COVID-19 erkrankt ist - ist sich aber nach widersprüchlichen Testergebnissen unsicher.

Er habe "Symptome einer geringfügigen Erkältung", schrieb Musk bei Twitter am Samstagnachmittag (Ortszeit). "Ich bekomme sehr unterschiedliche Ergebnisse von verschiedenen Laboren, aber höchstwahrscheinlich habe ich einen moderaten COVID-Fall." Schon am Freitag hatte er geschrieben, dass zwei Schnelltests positiv und zwei negativ ausgefallen seien.

Musk hatte die Gefahr durch das Coronavirus häufig heruntergespielt und Maßnahmen wie die Schließung von Geschäften und Industrie in Kalifornien kritisiert. Im April beschimpfte er sie sogar als "faschistisch" und wetterte, die Menschen würden "in ihren Häusern eingesperrt und ihre Rechte nach der Verfassung verletzt".

Ihm missfiel unter anderem, dass Teslas Hauptwerk in der Nähe von San Francisco geschlossen bleiben musste. Musk riskierte auch eine Konfrontation mit den Behörden, um die Produktion der Elektroautos dort schneller wieder hochzufahren.

In den USA haben sich bisher knapp 10,9 Millionen Menschen mit den Coronavirus infiziert, mehr als 245.000 starben.

Altmaier für Unterricht in geschlossenen Gaststätten und Hotels

00:15 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Schulunterricht in geschlossenen Gaststätten und Hotels vorgeschlagen, um die Abstandsregeln besser einhalten zu können.

Er würde sich wünschen, "dass die physischen Möglichkeiten der Kommunen noch besser ausgeschöpft werden", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

"In Klassenräumen ist es oft schwer, den ausreichenden Abstand einzuhalten", begründete Altmaier seinen Vorstoß. "Ich würde es begrüßen, wenn der Unterricht deshalb auch zum Beispiel in Gemeindezentren, Kulturhäusern oder in den ungenutzten Räumen von Gaststätten und Hotels stattfinden würde."

Alle Corona-Meldungen vom 14. November zum Nachlesen finden Sie hier.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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