• 20:15 Uhr: Niederlande verhängen härtesten Lockdown seit Beginn der Pandemie
  • 18:30 Uhr: Spahn: Tun alles für Impfstart noch im Dezember
  • 16:52 Uhr: EMA: Zulassung von Corona-Impfstoff so schnell wie möglich
  • 15:55 Uhr: Verteilung kostenloser FFP2-Masken für Risikogruppen ab Dienstag
  • 14:31 Uhr: Experten befürchten Lücken bei Versorgung von Krebspatienten
  • 12:22 Uhr: Kanzleramtschef hält Lockerung im Januar für "unwahrscheinlich"
  • 11:09 Uhr: Entschädigung für Eltern mit Betreuungsproblemen
  • 06:27 Uhr: Corona-Neuinfektionen deutlich über Vorwochenwert

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Top-News: Spahn: Tun alles für Impfstart noch im Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält einen Beginn von Impfungen gegen das Coronavirus noch im Dezember für denkbar. "Wir tun alles dafür", dass es noch im Dezember losgehen könne mit dem Impfen, sagte der CDU-Politiker am Montag im "Polittalk aus der Hauptstadt", einer Kooperation des RBB-Inforadios mit der "Süddeutschen Zeitung". Spahn machte erneut deutlich, dass es keine Notfallzulassung für Deutschland, sondern eine europäische bedingte Zulassung für den ersten Impfstoff geben solle. "Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten. Ich bin mir sehr sicher, bei einer Notzulassung würde manche Debatte sicherlich darüber geführt: Ist da genug geprüft worden, wurde da tief genug hineingegangen in die Daten?", betonte Spahn.

Am Montag hatte die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA deutlich gemacht, dass das Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff kaum zu beschleunigen ist. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen, erklärte die Direktorin der EMA, Emer Cooke, am Montag in Amsterdam. "Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten COVID-19-Impfstoffes". Die Fristen würden allerdings im Laufe des Prüfverfahrens "ständig neu bewertet".

Spahn hatte zuvor eine Beschleunigung des Verfahrens gefordert. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte: "Es kann nicht sein, dass ein in Deutschland entwickelter Impfstoff erst im Januar zugelassen und verimpft werden kann." Der Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech ist bereits in Großbritannien, Kanada und den USA mit einer Notzulassung auf dem Markt.

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Wissenschaftler: Mehr als 300.000 Corona-Tote in den USA

22:06 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie in den USA sind mehr als 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Montag (Ortszeit) aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Die Marke wurde am selben Tag überschritten, an dem in den USA die Impfungen gegen COVID-19 begonnen haben. In keinem anderen Land der Welt sind - in absoluten Zahlen - so viele Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer in Italien, Spanien, Großbritannien und Argentinien höher als in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben. In Italien kommen laut Johns-Hopkins-Universität 107 Tote auf 100.000 Einwohner, in Spanien 102. In den USA waren es bislang 91 pro 100.000 Einwohner. In Deutschland kommen 27 Todesfälle auf 100.000 Einwohner.

Die USA sind auch das Land mit den meisten nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2, betrachtet man die absoluten Zahlen. Der JHU zufolge sind es mehr als 16,3 Millionen, in Indien sind 9,8 Millionen und in Brasilien mehr als 6,9 Millionen Infektionen erfasst worden.

Am Sonntag waren in den USA 190.920 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. An den fünf Tagen zuvor hatte diese Zahl jeweils deutlich über 200.000 gelegen. Für Sonntag meldete die JHU zudem 1.389 Tote im Zusammenhang mit Corona, am Samstag waren 2.352 Todesfälle verzeichnet worden. Am Freitag war mit 3.300 Toten der bisherige Höchstwert registriert worden.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

Türkei erlässt mehrtägige Ausgangssperre an Silvester und Neujahr

21:20 Uhr: Die Türkei erlässt über Silvester und Neujahr eine mehrtägige Ausgangssperre. Sie beginne am 31. Dezember um 21 Uhr und ende am 4. Januar morgens um 5 Uhr, kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag an. In der Türkei gelten bereits Ausgangsbeschränkungen an Wochenenden und werktags ab 21 Uhr. Supermärkte sind dabei zu bestimmten Zeiten geöffnet.

Die Türkei registrierte am Montag einen neuen Höchststand an täglichen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus - 229 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden gestorben, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca mit. Zudem seien am Montag 29.617 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hat das 83-Millionen-Einwohner Land rund 1,9 Millionen Infektionen und rund 17.000 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Die Corona-Situation im Land ist laut Ärztevereinigung besorgniserregend. Intensivstationen in staatlichen Krankenhäusern seien überfüllt und das Gesundheitspersonal sei überlastet. Die Regierung hatte erst Ende November wieder begonnen, täglich die vollständigen Fallzahlen zu veröffentlichen.

Niederlande verhängen härtesten Lockdown seit Beginn der Pandemie

20:15 Uhr: Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen haben die Niederlande den bisher härtesten Lockdown für ihr Land verhängt. Die strengen Maßnahmen treten ab Mitternacht in Kraft und sollen bis zum 19. Januar dauern, kündigte Premier Mark Rutte am Montagabend in einer TV-Ansprache an. "Die Niederlande werden für fünf Wochen abgeriegelt." Zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie müssen auch Geschäfte - außer für den täglichen Bedarf - schließen.

Das Land reagiert damit auch auf den harten Shutdown im Nachbarland Deutschland. Viele Kommunen fürchteten, dass Deutsche nach den strengen Maßnahmen in ihrem Land ab Mittwoch zu Weihnachtseinkäufen über die Grenze fahren könnten.

Ab Montagnacht müssen auch Kinos, Theater und Museen schließen sowie Friseure, Fitnessstudios und Schwimmbäder. Bürger dürfen sich pro Tag nur noch mit zwei anderen Personen treffen. Zu Weihnachten dürfen es drei Gäste sein. Ab Mittwoch werden auch die Schulen und Kitas geschlossen. Von Auslandsreisen wird bis Mitte März dringend abgeraten.

Rutte betonte, dass es "gerade vor Weihnachten" eine äußerst harte Botschaft sei. "Aber wir haben keine Wahl", betonte der rechtsliberale Premier. Die Lage sei sehr ernst, Krankenhäuser könnten dem Druck kaum noch standhalten. "Aber wir werden es schaffen", bekräftigte er.

Seit Mitte November steigt die Zahl der Neuinfektionen stark an. Zuletzt waren rund 8.500 Fälle in 24 Stunden gemeldet worden. Das waren zwar weniger als am Vortag mit rund 10.000 Meldungen. Doch sind die Zahlen an Montagen in den meisten Fällen deutlich niedriger als an anderen Tagen. In Deutschland mit etwa fünfmal so viel Einwohnern wurden am Montag rund 16.000 Neuinfektionen registriert.

Seit etwa Mitte Oktober galt in den Niederlanden ein Teil-Lockdown. Privatkontakte wurden eingeschränkt und Gaststätten geschlossen. Das führte aber nicht zu einem dauerhaften Rückgang der Infektionen.

WHO: Gegen Corona Geimpfte sollen zunächst weiter Masken tragen

19:23 Uhr: Auch wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, muss nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Rücksicht auf andere Menschen weiter Vorsichtsregeln beachten. Nach bisherigen Erkenntnisstand schützten die Impfungen wirksam davor, die Lungenkrankheit zu entwickeln. Aber ob sie auch eine Infektion grundsätzlich verhinderten - und damit die Möglichkeit, dass Geimpfte das Virus verbreiteten - sei noch unklar, betonten WHO-Expertinnen am Montag in Genf. Soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen seien deshalb eine Zeit lang auch für die Gruppe der Geimpften wichtig. "Die Forschung über die Impfungen muss wirklich noch fortgesetzt werden", wies die WHO-Impfspezialistin Kate O'Brien auf offene Fragen hin.

EU-Abgeordneter Liese beruhigt: Kein Brite wird mit "deutschen" Dosen geimpft

17:31 Uhr: Der deutsche EU-Abgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Peter Liese, hat klargestellt, dass Deutschland durch eine spätere Zulassung kein Corona-Impfstoff verloren geht.

"Kein Brite, kein Amerikaner wird mit 'deutschem' Impfstoff geimpft", sagte der CDU-Politiker am Montag bei einem virtuellen Pressegespräch. "Die Tatsache, dass die anderen früher anfangen, heißt nicht, dass wir Ende Januar einen Deutschen haben, der dadurch weniger geimpft wurde."

Während die bedingte Marktzulassung der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA für den Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer noch aussteht, haben Großbritannien und die USA nach Notfallzulassungen bereits mit Impfungen begonnen.

Liese
Peter Liese.

"Auch in Großbritannien wird keiner der Senioren normal mit seiner Familie Weihnachten feiern können, weil er noch keine Immunität haben wird zu Weihnachten", sagte Liese. Die Immunisierung stelle sich erst einige Zeit nach der zweiten Dosis ein.

Ohnehin sei der derzeit verfügbare Impfstoff begrenzt, so dass der zeitliche Vorteil einer früheren Zulassung begrenzt sei. "Der Engpass ist auf jeden Fall da, und wir werden, egal ob wir jetzt eine Notfallzulassung machen oder nicht, im Januar nicht alle Risikogruppen impfen können sondern nur nach und nach."

EMA: Zulassung von Corona-Impfstoff so schnell wie möglich

16:52 Uhr: Das Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff ist nach Angaben der Europäischen Arzneimittel-Behörde EMA kaum zu beschleunigen. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen, erklärte die Direktorin der EMA, Emer Cooke, am Montag in Amsterdam. "Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten COVID-19-Impfstoffes". Die Fristen würden allerdings im Laufe des Prüfverfahrens "ständig neu bewertet".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte eine Beschleunigung des Verfahrens gefordert. Der Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech ist bereits in Großbritannien, Kanada und den USA mit einer Notzulassung auf dem Markt.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Verzögerung bei der Zulassung. "Es sei erklärungsbedürftig, dass Großbritannien schon einen deutschen Impfstoff einsetzen kann, wir aber noch nicht", sagte Lauterbach dem Nachrichtenportal t-online. "Wir hätten neben dem europäischen Zulassungsverfahren gleichzeitig ein nationales laufen lassen sollen", so Lauterbach.

Die EMA-Chefin betonte, dass es keine Abstriche bei der Sicherheit geben werde. "Die europäischen Bürger haben uns gesagt, dass sie eine schnelle Zustimmung wollen, aber viel wichtiger, sie wollen eine gründliche Überprüfung von Nutzen und Risiken des Impfstoffes, so dass sie überzeugt sind, es ist sicher, wirksam und von hoher Qualität."

Im Gegensatz zu den USA, Kanada und Großbritannien erteilt die EU keine Notzulassung. Die bedingte Marktzulassung stelle sicher, so die EMA-Chefin, dass die COVID-19-Impfstoffe die EU-Standards für alle Impfstoffe und Arzneimittel erfüllten.

Kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen - Verteilung ab Dienstag

15:55 Uhr: Ab Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) soll dazu am Dienstag in Kraft treten, wie ein Ministeriumssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

In einem ersten Schritt sollen ab Dienstag über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Laut Informationen des Ministeriums genügt dazu die Vorlage des Personalausweises "oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen". Zur Abholung könne auch eine andere Person bevollmächtigt werden.

Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken bekommen - vorgesehen ist dafür dann ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Masken.

Den Bund kostet die Aktion insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz.

Experten befürchten Lücken bei Versorgung von Krebspatienten

14:31 Uhr: Angesichts der zunehmenden Belastung der Kliniken wegen COVID-19-Patienten warnen Experten davor, Krebskranke zu vernachlässigen. "Immer mehr onkologische Eingriffe werden verschoben, diagnostische Untersuchungen und Nachsorge teilweise stark zurückgefahren", kritisierte die Corona-Taskforce von Deutscher Krebshilfe (DKH), Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Deutscher Krebsgesellschaft (DKG) am Montag.

Zugleich appellierten die Fachleute an die Bevölkerung, unbedingt die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten, damit die Zahl der Neuinfektionen schnell sinkt. Ziel sei es, das Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren.

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hatten die Fachgesellschaften eine Taskforce eingerichtet, um die Versorgungssituation von Krebspatienten zu beobachten. Der Zusammenschluss hatte schon im Frühjahr ein "angespanntes Versorgungssystem" festgestellt.

DKFZ-Chef Michael Baumann sagte in Heidelberg, bei einer weiteren Verschärfung der Lage an den Kliniken könne eine Versorgung aller schwerkranken Menschen nicht mehr gewährleistet werden. "Dazu zählen insbesondere die 1.400 Patienten, die Tag für Tag neu an Krebs erkranken."

Nach Ansicht von DKH-Chef Gerd Nettekoven ist die Situation an den Kliniken wesentlich angespannter als während der ersten akuten Phase der Pandemie. Schon in der ersten Welle hatten von der Taskforce befragte onkologische Spitzenzentren zu über 90 Prozent Veränderungen wegen der Pandemie gemeldet. Diese betrafen Nachsorge, Psychoonkologie/Ernährungs- und Bewegungstherapien sowie soziale Beratung. In diesen Bereichen konnte ein Teil über Telefon oder in Videokonferenzen aufgefangen werden, hieß es

Regierung prüft Corona-Impfpflicht für Bundeswehr

13:41 Uhr: Das Bundesverteidigungsministerium prüft nach Informationen des "Spiegel" eine verpflichtende Corona-Impfung für alle rund 180.000 Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten. Bereits vor etwa drei Wochen habe der zuständige Generalarzt eine entsprechende Empfehlung abgegeben, berichtete das Magazin am Montag. Begründet worden sei dies unter anderem mit dem engen Zusammenleben der Soldaten in Kasernen und bei Übungen.

Bundeswehr-Soldaten sind auch bisher schon zu einem sogenannten Basis-Impfschutz verpflichtet. In diese Vorgabe soll laut "Spiegel" gemäß der truppenärztlichen Empfehlung auch die Impfung gegen das Coronavirus aufgenommen werden. Stimmt das Verteidigungsministerium dem zu, wäre die Impfung für alle Soldaten eine "duldungspflichtige Maßnahme".

Eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus lehnt die Bundesregierung ab. Das Verteidigungsministerium bestätigte jedoch laut "Spiegel", das gleichwohl eine solche Verpflichtung für die Soldaten erwogen werde.

Die Truppenmediziner verwiesen dem Bericht zufolge zur Begründung ihrer Empfehlung auch darauf, dass viele Soldaten derzeit direkt in der Pandemie-Bekämpfung aktiv sind. Gerade in Altenheimen und Testzentren seien sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.

"Querdenker"-Demo an Silvester wird voraussichtlich verboten

13:01 Uhr: Wegen der drastischen Einschränkung des öffentlichen Lebens angesichts der Corona-Pandemie fällt voraussichtlich auch die angekündigte "Querdenker"-Demonstration an Silvester in Berlin aus.

Senat und Polizei gingen davon aus, dass Silvester und Neujahr ein Demonstrationsverbot gelten werde, sagte ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung am Montag. Allerdings müsse der Senat die Entscheidungen des Bundes und der Ministerpräsidenten vom Wochenende noch formal beschließen.

Die Polizei werde das dann den Anmeldern von Demonstrationen an diesen Tagen mitteilen. "Ansonsten wird sich die Polizei weiterhin entsprechend auf den Jahreswechsel vorbereiten", hieß es. Laut früheren Äußerungen hält es die Polizei für möglich, dass Gegner der Corona-Maßnahmen trotz eines Verbots versuchen könnten zu demonstrieren. Dafür hatte es am vergangenen Wochenende in Dresden, Erfurt und Frankfurt am Main konkrete Beispiele gegeben.

Virologe Streeck fordert langfristige Strategie gegen Corona-Pandemie

In einem Interview schildert der Virologe Hendrik Streeck die Lehren, die man bislang aus dem Kampf gegen das Coronavirus ziehen konnte. Dabei erklärt er, warum sich die Gegenmaßnahmen nicht zielgerichtet ansetzen lassen und warum der Lockdown ohne eine langfristige Strategie nicht viel bewirken kann. (Teaserbild: Federico Gambarini/picture alliance/dpa.)

Kanzleramtschef hält Lockerung im Januar für "unwahrscheinlich"

12:22 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat nach der Entscheidung über einem harten bundesweiten Lockdown vor der Erwartung schneller Lockerungen ab Januar gewarnt. Er habe zwar die "große Hoffnung", dass die Infektionszahlen durch die neuen Maßnahmen sinken, sagte Braun am Montag den Sendern n-tv und RTL.

"Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich", fügte er aber an. Januar und Februar seien für Atemwegserkrankungen "schwierige Monate".

Braun forderte, mögliche Treffen mit Familie und Freunden an Weihnachten gut vorzubereiten. In der Vorweihnachtswoche sollten die Menschen zu Hause bleiben und keine Kontakte mehr haben.

"Dann kann das verantwortbar sein, dass man sich über Weihnachten auch mit älteren oder vorerkrankten Menschen trifft. Wenn man das unvorbereitet tut, bei den hohen Infektionszahlen, ist das aber gefährlich."

Der Chef des Bundeskanzleramts warnte zugleich davor, die erlaubten Kontaktmöglichkeiten über Weihnachten auf fragwürdige Weise auszunutzen. "Wenn man sich acht Termine hintereinander auf einen Weihnachtstag legt, wäre das natürlich nicht der Sinn der Sache", sagte er.

Steinmeier über Lockdown: Kommende Wochen sind "Prüfung für uns alle"

12:01 Uhr: Kurz vor Beginn des harten Lockdowns in Deutschland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Menschen zu Zusammenhalt und Zuversicht trotz der Einschränkungen aufgerufen. "Ich bin sicher, die Verantwortung, die wir jetzt zeigen, die Lasten, die wir jetzt und noch eine Zeit tragen müssen, sind nicht vergeblich. Sie bringen uns dem Ende der Pandemie näher", sagte Steinmeier am Montag in Berlin. "Die kommenden Wochen sind eine Prüfung für uns alle." Deutschland sei aber ein starkes Land, weil in dieser schweren Krise so viele Menschen füreinander da seien und über sich hinauswüchsen.

"Ich bin ganz sicher: Die Pandemie wird uns die Zukunft nicht rauben. Wir werden diese Krise überwinden", betonte Steinmeier. Mit Blick auf die von Mittwoch an geltenden Geschäftsschließungen sowie die Kontaktbeschränkungen an Weihnachten und insbesondere Silvester, sagte er: "Feiern lassen sich nachholen, und über Geschenke freuen sich Freunde und Verwandte auch später noch. Was jetzt zählt, ist, Gesundheit zu erhalten und Menschenleben zu retten."

Entschädigung für Eltern mit Betreuungsproblemen

11:09 Uhr: Für Eltern, die wegen der Schließung von Kitas und Schulen ein Betreuungsproblem bekommen und nicht zur Arbeit können, gibt es Verdienstausfallentschädigung vom Staat. Auf diese bereits geltende Regelung hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) im "Frühstart" von RTL/n-tv hingewiesen.

Man habe für sie im Infektionsschutzgesetz eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent vorgesehen, wenn sie keine anderen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder finden. "Ich glaube, dass das erstmal eine Möglichkeit ist, die sofort hilft", sagte Braun.

Braun verwies auch auf die Möglichkeit für Eltern, Kinderkrankentage zu nehmen. Die Anzahl wurde für das laufende Jahr wegen der Corona-Krise erhöht. Pro Elternteil gibt es nun 15 statt 10 Tage pro Kind, Alleinerziehende haben 30 statt 20 Tage in diesem Jahr.

Im Bund-Länder-Beschluss zu den Schließungen vom Sonntag heißt es: "Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen." Wie diese konkret aussehen und ob sie über die bisherigen Entschädigungsregeln hinausgehen sollen, ist noch unklar. Sie würden noch in dieser Woche auf den Weg gebracht, hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Sonntag gesagt.

Impfstoff-Hersteller Curevac macht weiteren Schritt zur Zulassung

09:38 Uhr: Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac ist auf dem Weg zur Zulassung seines Corona-Impfstoffes einen Schritt weiter. Nach Angaben des Unternehmens von Montag hat die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit voraussichtlich mehr als 35.000 Teilnehmern begonnen.

Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. Curevac-Chef Franz-Werner Haas sprach nach dem Start der dritten Phase von einem "Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten CVnCoV".

In Phase I war der Impfstoff 250 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren verabreicht worden, um seine Verträglichkeit und Immunogenität zu überprüfen. In der zweiten Phase werden seit Spätsommer 690 Probanden in klinischen Zentren in Peru und Panama geimpft. Ziel der dritten Phase ist es, Wirksamkeit und Sicherheit des neuen sogenannten mRNA-Impfstoffs gegen das Virus zu beweisen.

Mit der EU-Kommission hat Curevac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen. Wie viele Dosen nach Deutschland gehen sollen, sagte das Unternehmen nicht.

Die drei Phasen der Impfstofftestung.
Die drei Phasen der Impfstofftestung, die Dauer bezieht sich auf Durchschnittwerte. Beim Coronavirus kann die Entwicklung und Zulassung bei gleichbleibender Sicherheit beschleunigt werden, weil zeitgleich getestet, geprüft und ausgewertet wird. Darüber hinaus stehen wegen der laufenden Pandemie auch ausreichend freiwillige Testpersonen zur Verfügung.

Fresenius-Chef warnt vor Übersterblichkeit nach Ende der Pandemie

08:24 Uhr: Fresenius-Chef Stephan Sturm kritisiert einen zu starken Blick auf die Intensivkapazitäten der Kliniken und bemängelt eine fehlende Vernetzung zwischen Deutschlands Krankenhäusern in der Coronakrise.

"Der einseitige Fokus der Politik auf Intensivbetten ist falsch", so der Vorstandschef des Medizinkonzerns und Krankenhausbetreibers. Dort, wo es zu Engpässen in Krankenhäusern gekommen sei, sei das meist wegen des Mangels an Intensivpflegekräften geschehen und nicht wegen fehlender Intensivbetten. Den viel diskutierten Personalmangel habe es schon vor der Coronakrise gegeben, sagte Sturm.

Um die Pandemie zu bewältigen, sei eine bessere Vernetzung der Krankenhäuser in Deutschland nötig, sagte Sturm. So könnten Klinken aus weniger betroffenen Regionen Corona-Patienten aus Hotspots aufnehmen.

Weiterhin warnt Sturm eindringlich davor, Vorsorgetermine wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nicht wahrzunehmen. "Corona ist da und eine sehr ernstzunehmende Krankheit", betonte der Manager. Eine einseitige Ausrichtung der Politik auf das Virus sei aber falsch.

"Herzinfarkte und Schlaganfälle gibt es ja trotzdem. Es wäre falsch, aus Angst vor dem Coronavirus auf Vorsorgeuntersuchungen zu verzichten. Ich appelliere an die Menschen: Gehen Sie zum Arzt!" Andernfalls werde man in den kommenden Jahren den Preis bezahlen in Form von Übersterblichkeit, etwa bei Krebspatienten. "Auch viele Herzinfarkte und Schlaganfälle bekommen wir viel zu spät zu Gesicht."

Hohe Zahl schwerer Corona-Erkrankungen in Gesundheitsberufen

07:12 Uhr: Die Gefahr einer schweren COVID-19-Erkrankung ist für Ärzte, Pflegekräfte und Rettungssanitäter einer britischen Studie zufolge wesentlich höher als für Menschen in sogenannten nicht-essenziellen Berufsgruppen.

In Großbritannien ist die Rate siebenmal so groß, wie Epidemiologen der Universität von Glasgow in einer Studie ermittelt haben. Die Forscher verglichen dabei nicht die Zahlen der Corona-Infektionen, sondern nur die der COVID-19-Patienten in britischen Kliniken - inklusive der Gestorbenen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits im September berichtet, dass 14 Prozent aller weltweit gemeldeten Corona-Infektionen auf Menschen in Gesundheitsberufen entfielen.

In manchen Ländern liege die Quote gar bei 35 Prozent, obwohl deren Anteil an der Bevölkerung insgesamt in den meisten Ländern bei unter 3 Prozent liege.

16.362 Fälle: Corona-Neuinfektionen deutlich über Vorwochenwert

06:27 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab.

Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. Der bisherige Rekord war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. Der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen war am Freitag erreicht worden.

Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - steigt ebenfalls deutlich an. Sie lag am Sonntag bei einem Höchststand von 169. Am Montag stieg sie weiter auf 176,4.

16.362 Fälle: Corona-Neuinfektionen klar über Vorwochenwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Ab Mittwoch gelten daher in Deutschland schärfere Einschränkungen. (Teaserbild: picture alliance / Robin Utrecht)

FDP kritisiert schleppende Vorbereitungen des Corona-Impfplans

04:39 Uhr: Die FDP übt massive Kritik an der Art und Weise, wie die Bundesregierung die geplante Impfung gegen COVID-19 organisieren will. "Seit Monaten hören wir aus dem Kanzleramt und von den Ministerpräsidenten, dass im Winter eine zweite Welle zu erwarten sei und dass es dann alsbald mit dem Impfen losgehen werde, trotzdem wurden für beides praktisch kaum Vorbereitungen getroffen", kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Stephan Thomae.

"Man hätte längst ohnehin leerstehende Veranstaltungsorte als Impfzenten herrichten, zusätzliches Personal für die Verabreichung des Impfstoffes schulen und Impfverzeichnisse anlegen können, damit man weiß, wer überhaupt geimpft werden möchte", sagte der Innenpolitiker der Deutschen Presse-Agentur.

Die FDP bemängelt außerdem, dass die Bundesregierung die Entscheidung darüber, in welcher Reihenfolge bestimmte Bevölkerungsgruppen geimpft werden sollen, mit einer einfachen Verordnung regeln will. Ihr eigener Entwurf für ein entsprechendes Impf-Gesetz wird im Bundestag voraussichtlich am kommenden Donnerstag debattiert. "Rechtsverordnungen sind in Ordnung, wenn es um technische Abläufe geht, aber hier geht es um Leben und Tod, deshalb braucht es dafür ein Gesetz, über das dann der Bundestag berät", sagte Thomae.

Palmer zu Corona-Warn-App: Müssen weg von "Datenschutz-Kult"

02:11 Uhr Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich für eine Lockerung der Datenschutzauflagen bei der Corona-Warn-App ausgesprochen.

"Wir müssen runter von diesem Datenschutz-Kult", sagte der Grünen-Politiker am Sonntagabend in einem Live-Talk der "Bild". Es gehe darum, die App "scharf zu schalten" und die Wirksamkeit deutlich zu erhöhen. "Sonst werden wir nicht herauskommen aus diesem Winterschlaf." Dafür müsse man endlich auf mehr Daten auf dem Handy zugreifen können.

Die millionenfach heruntergeladene Corona-Warn-App kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.


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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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