• 20:24 Uhr: ➤ Prognose: Bis zu 15,3 Millionen Impfstoffdosen im April erwartet
  • 17:18 Uhr: Inzwischen 16 Fälle von Hirnvenenthrombosen in Deutschland gemeldet - vier Todesfälle bekannt
  • 16:21 Uhr: Senat will Berliner Unternehmen zu Corona-Test-Angebot verpflichten
  • 15:34 Uhr: Mehr als 150 Corona-Infizierte nach Ausbruch in Baptistengemeinde in Lage
  • 14:38 Uhr: Söder kündigt Öffnungen in Modellstädten mit Inzidenz über 100 an

➤ Deutschland rechnet mit bis zu 15 Millionen Impfstoffdosen im April

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass die Lieferung von Corona-Impfstoff nach Ostern deutlich anzieht. Wie aus einer Prognose des Ministeriums hervorgeht, könnten allein vom 5. April bis 1. Mai bis zu 15,3 Millionen Dosen Impfstoff hinzukommen. Damit könnte die Impfkampagne deutlich Fahrt aufnehmen.

Zuvor hatten die "Bild", das Redaktionsnetzwerk Deutschland und andere Medien darüber berichtet. Das Gesundheitsministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zahlen auf Prognosen beruhen und mit Unsicherheiten behaftet sind.

Der meiste Impfstoff wird der Aufstellung zufolge von Biontech/Pfizer erwartet, nämlich mehr als 2,5 Millionen Dosen pro Kalenderwoche, insgesamt mehr als 10 Millionen bis zum 1. Mai. Bei Astrazeneca wird mit einer Lieferung von insgesamt 3,84 Millionen Dosen gerechnet, bei Moderna mit 1,43 Millionen. Bis zum 22. März wurden den Angaben zufolge insgesamt mehr als 14,3 Millionen Impfstoffdosen an die Bundesländer ausgeliefert.

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp (SPD), hatte zuvor erklärt, er erwarte, dass das Impftempo in Deutschland in den kommenden Wochen durch eine Steigerung der Impfstoffproduktion im Land deutlich erhöht werden kann. "Meine Einschätzung ist, dass wir im Mai auf eine wöchentliche Produktionsrate von ungefähr sechs Millionen (Dosen) kommen können und dass die auch noch weiter steigen kann", sagte er im Podcast 2Aus Regierungskreisen" der Bundesregierung.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Inzwischen 16 Fälle von Hirnvenenthrombosen in Deutschland gemeldet - vier Todesfälle bekannt

17:18 Uhr: In Deutschland sind inzwischen 16 Fälle von Blutgerinnseln im Gehirn im Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung bekannt. Nach den bis Montag vorliegenden Daten betrafen alle Fälle mit Ausnahme einer Meldung Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren, wie eine Sprecherin des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. In vier Fällen endete die sogenannte Hirnvenenthrombose tödlich.

In zehn der 16 Fälle wurde zusätzlich zu einer Sinusvenenthrombose, einer speziellen Form der Hirnvenenthrombose, ein Mangel an Blutplättchen festgestellt. Bis zu diesem Montag wurden in Deutschland insgesamt mehr als 1,8 Millionen Erstdosen sowie 269 Zweitdosen Astrazeneca-Impfstoff verimpft.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca vergangenen Donnerstag nach einer Überprüfung für "sicher und wirksam" erklärt. Der Nutzen überwiege die Risiken, hieß es nach Berichten über Hirnvenenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. In Deutschland wurden die vorübergehend ausgesetzten Impfungen mit Astrazeneca daraufhin wieder aufgenommen.

Senat will Berliner Unternehmen zu Corona-Test-Angebot verpflichten

16:21 Uhr: Der Berliner Senat will die Unternehmen verpflichten, mehr Corona-Tests für ihre Beschäftigten anzubieten. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach der Senatssitzung am Dienstag an.

Es gehe um eine Angebotspflicht zum Testen für die Arbeitnehmer, nicht um eine Testpflicht, erläuterte er. "Niemand muss sich jeden Tag testen lassen." Aber die Arbeitgeber seien in der Pflicht, ein Angebot zu machen.

"Wir müssen dazu kommen, dass Unternehmen an dieser Stelle eine Schippe drauflegen." Mehr Tests auf allen Ebenen bedeuteten mehr Sicherheit, um Infektionsketten früher zu entdecken und zu durchbrechen.

Bund und Länder hatten bei ihren Beratungen am frühen Morgen eigentlich vereinbart, hier zunächst noch auf eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft zu setzen. Auch der Bund behält sich aber verbindliche Regeln vor, sollte das aus seiner Sicht nicht fruchten.

Mehr als 150 Corona-Infizierte nach Ausbruch in Baptistengemeinde in Lage

15:34 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten aus den Reihen einer Baptistengemeinde im nordrhein-westfälischen Lage ist auf 152 gestiegen. Inzwischen liegen rund 400 Testergebnisse der Gemeindemitglieder vor, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Bis alle 1.100 seit dem Wochenende vorsorglich unter Quarantäne gesetzten Gläubigen getestet seien, könne noch bis Ende der Woche dauern.

Unter anderem der Ausbruch in der Evangeliums-Christen Baptistengemeinde in Lage hat den Sieben-Tage-Inzidenz-Wert des Kreises Lippe seit der vergangenen Woche auf zuletzt 177,8 steigen lassen. Neuinfektionen werden aber auch aus anderen Städten des Kreises gemeldet. Die Stadt Lage hat den Baptisten bereits bis Ostern Gottesdienste untersagt.

Ein Schild vor dem Eingang zum Gotteshaus der Evangeliums-Christen Baptistengemeinde weist auf die Maskenpflicht hin. In einer Baptistengemeinde in Lage im Kreis Lippe hat es 152 bestätigte Coronafälle gegeben. Alle 1.100 Gemeindemitglieder sollten getestet werden und befinden sich in Quarantäne.

"Ruhetage" an Ostern: Bund soll für Klarheit sorgen

14:47 Uhr: Die Bundesregierung soll Details der Beschlüsse von Bund und Ländern zu den Corona-Regelungen über Ostern beschließen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen hatten in der Nacht zu Dienstag beschlossen, den 1. April (Gründonnerstag) und den 3. April (Karsamstag) in diesem Jahr einmalig als Ruhetage zu definieren.

Der Bund erarbeite noch Rechtsgrundlagen, um beide Tage wie Sonn- und Feiertage zu behandeln, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag. Dabei gehe es auch um Zuschläge für Arbeitnehmer.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: "Derzeit wird an der Umsetzung der Beschlüsse der gestrigen Nacht gearbeitet. Über die Details der gefassten Beschlüsse wird die Öffentlichkeit rechtzeitig und umfassend informiert."

Söder kündigt Öffnungen in Modellstädten mit Inzidenz über 100 an

14:38 Uhr: In Bayern sollen in drei bis vier Modellregionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nach Ostern weitere Öffnungsschritte ausprobiert werden.

Unter strengen Schutzmaßnahmen und mit einem Testkonzept könnten für die Dauer von 14 Tagen einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen, beschloss das bayerische Kabinett am Dienstag in München. Dabei soll erprobt werden, wie sich Öffnungen mit Schnelltests und Impfen in der Realität auswirken.

Welche Regionen dies sein werden, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Vorstellung des Beschlusses nicht.

Lockdown in Berlin voraussichtlich bis 24. April

14:04 Uhr: Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird in Berlin voraussichtlich bis zum 24. April verlängert und damit um knapp eine Woche mehr als von Bund und Ländern vereinbart. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich nach rund zwölf Stunden Beratung am frühen Morgen auf eine Verlängerung des bisher bis zum 28. März befristeten Lockdowns bis zum 18. April geeinigt. Grund sind steigende Corona-Infektionszahlen und die stärker ansteckende und gefährlichere britische Virusvariante.

Zahl der Corona-Reinfektionen in Tschechien sprunghaft angestiegen

13:50 Uhr: In Tschechien ist die Zahl der Reinfektionen mit dem Coronavirus zuletzt sprunghaft angestiegen. Wie die Gesundheitsbehörde am Dienstag mitteilte, wurden bis Ende Februar 1.400 Fälle registriert, bei denen sich Menschen bereits zum wiederholten Mal mit dem Virus angesteckt haben.

Bis Ende Januar seien nur 158 solcher Fälle bekannt gewesen. Die Zahl der Reinfektionen habe aufgrund des starken Anstiegs der Neuinfektionen in der zweiten Infektionswelle im Herbst zugenommen, erklärte die Behörde.

Den Angaben zufolge liegt das Durchschnittsalter jener, die erneut an Corona erkrankt sind, bei 42 Jahren. Zwischen der ersten und zweiten Infektion lagen durchschnittlich 142 Tage.

Angesichts der Daten riet die Behörde auch den Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben, zu einer Impfung - allerdings mit einem "gewissen zeitlichen Abstand" zu ihrer Erkrankung.

Nachdem Tschechien eine rasche Eindämmung der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 gelungen war, erwischte die zweite Welle das Land mit voller Wucht. Das EU-Land mit seinen rund 10,7 Millionen Einwohnern hat bisher über 25.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet, das ist die höchste Pro-Kopf-Todesrate weltweit. Seit Pandemie-Beginn wurden fast 1,5 Millionen Corona-Fälle registriert.

Erste Hausärzte in Bayern sollen ab 31. März an impfen

13:46 Uhr: Bayern will schon am 31. März mit dem Impfen gegen das Corona-Virus bei Hausärzten beginnen. Der Freistaat sei in dieser Angelegenheit mit den Ärzte-Organisationen im Gespräch, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung.

Das Impfen solle zunächst mit 1.500 Hausarztpraxen aufgenommen werden. Man wolle keinen Tag verstreichen und ein Zeichen setzen, sagte Holetschek. Das Vertrauensverhältnis von Hausärztzen und Patienten solle auch zu einer größeren Akzeptanz des Impfstoffs von Astrazeneca führen.

Epidemiologe hält Kontaktbeschränkung über Ostern für zu kurz

13:42 Uhr: Epidemiologe Rafael Mikolajczyk vom Uniklinikum Halle (Saale) hält die beschlossenen Kontaktbeschränkungen über Ostern für unzureichend.

"Fünf Tage sind zu kurz um Infektionsgeschehen nachhaltig zu beeinflussen", erklärte er am Dienstag. Aber wenn an den Tagen zum Beispiel ein Drittel der sonst stattfindenden Infektionen vermieden werde, habe das zumindest kurzfristig eine Wirkung, sagte er.

Bund und Länder hatten sich in der Nacht darauf geeinigt, dass von Gründonnerstag bis Ostermontag das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden soll, um die dritte Welle der Corona-Pandemie zu brechen.

"Ich finde es wichtig, dass die Einsicht sich durchgesetzt hat, dass die Pandemie weiterhin eine hohe Gefahr bedeutet – und auch trotz angelaufener Impfung eine Überlastung des Gesundheitswesens kurzfristig passieren kann", erklärte Mikolajczyk.

"Man muss zugleich sagen, dass die Kontrollmaßnahmen vor März nicht ausreichend waren, um die Verbreitung der britischen Virusvariante einzudämmen." Verschärfte Maßnahmen dürften nun nicht zu lange verzögert werden, sonst müssten die Einschränkungen zwingend verlängert werden.

Niedersachsen will Tagestourismus zu Ostern nicht verbieten

13:35 Uhr: Trotz einer Verschärfung des Corona-Lockdowns über Ostern möchte Niedersachsen über die Feiertage keinen Tagestourismus Richtung Küste oder Harz verbieten. "Wir haben nicht die Absicht, Tagesausflüge zu verbieten oder Ausgangssperren zu verhängen", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover.

Dass Niedersachsen sich gemeinsam mit einigen anderen Bundesländern bei den Bund-Länder-Beratungen zum Corona-Kurs nicht mit der Forderung nach einem Osterurlaub im eigenen Land durchsetzen konnte, hielt Weil für vertretbar. Der vereinbarte Weg, mit viel mehr Tests zu Lockerungen der Beschränkungen zu gelangen, sei so aussichtsreich, dass das Zugeständnis beim Osterurlaub akzeptabel sei.

Scheuer: Tests für Rückkehrer auf Mallorca geplant

13:25 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will mit Fluggesellschaften zeitnah Einzelheiten über die geplanten Corona-Tests für Mallorca-Rückkehrer klären.

Scheuer sagte am Dienstag in Berlin, er habe mit Lufthansa, Eurowings, TUI und Condor die Absprache getroffen, dass eine Logistik zur Verfügung gestellt werde und dass Passagiere getestet werden. "Wir werden noch heute darüber reden, wie es am besten in Mallorca möglich wird, dort vor der Flugreise zurück nach Deutschland getestet zu werden."

Es gehe auch um ein "Signal", dass eine sichere Einreise nach Deutschland mit einem negativen Test möglich sei. Über die Kostenfrage sei noch nicht entschieden worden, machte Scheuer deutlich. Es gehe nun vor allem um den Aufbau einer Logistik. Die Fluggesellschaften seien dazu auch in Kontakt mit den mallorquinischen Behörden. Diese hätte ein großes Interesse daran, dass es Vertrauen ins Reisen gebe.

Corona-Zahlen steigen wieder: Mallorca verschärft Maßnahmen

Wegen zuletzt wieder steigender Corona-Zahlen will die Regionalregierung Mallorcas die erst vor kurzem wieder geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen schließen. Vorschaubild: picture alliance

Scheuer kündigte außerdem erneute Gespräche mit der Luftverkehrsbranche an. Er wolle alle Fluglinien an einen Tisch bringen. Die Priorität sei, mit Tests sicheres Reisen möglich zu machen. Der Minister verwies auf ein Konzept zur Wiederbelebung des Luftverkehrs, der von der Corona-Krise schwer getroffen ist.

Laut einem Entwurf für ein Abschlusspapier einer Arbeitsgruppe aus Bundesministerien, Ländervertretern und Verbänden denken Bundesregierung und Länder über Erleichterungen für Flugpassagiere nach.

Reisende aus einfachen Risikogebieten sollten die Quarantäne künftig mit einem einmaligen, negativen Corona-Test bei der Einreise vermeiden können, heißt es in dem Entwurf, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zum "Frei-Testen" sollten neben den zuverlässigen PCR-Tests auch geprüfte Antigen-Tests verwendet werden dürfen.

Gera schließt Schulen ab Mittwoch - Inzidenz bei gut 350

13:17 Uhr: Mit der kreisfreien Stadt Gera schließt in Thüringen eine weitere Kommune wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Mittwoch an wieder die Schulen. Sie sollen zunächst bis zum 11. April geschlossen bleiben, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte.

Geregelt wird dies in einer Allgemeinverfügung. Für Schüler bis zur sechsten Klassenstufe soll es eine Notbetreuung geben. Kindergärten bleiben in der ostthüringischen Stadt vorerst noch geöffnet, sie sollen dann mit Beginn der Osterferien in Thüringen ebenfalls geschlossen werden.

Auch hier soll eine Notbetreuung angeboten werden. In Gera lag der auf sieben Tage und 100.000 Einwohner bezogene Inzidenzwert bei Corona-Neuinfektionen am Dienstag bei gut 350. Bis zum 9. März hatte er noch unter 100 gelegen, seitdem war er stetig gestiegen.

Bayern will nach den Osterferien Regeln für Handel lockern

13:08 Uhr: Bayern will nach den Osterferien die Corona-Regeln für den Einzelhandel lockern. Dann sollen Ladenöffnungen mit Hygienekonzept bereits bei einer Inzidenz unter 100 im Land- oder Stadtkreis möglich sein.

Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts. Bisher liegt die Grenze dafür bei 50. Mindestabstand, Maskenpflicht und eine Begrenzung der Kundenzahl bleiben erhalten.

Bei einer Inzidenz zischen 100 und 200 soll nach den Osterferien das "Click & Meet" genannte Einkaufen mit Termin bei Vorlage eines tagesaktuellen negativen Corona-Tests und verschärften Vorgaben für die Kundenzahl möglich sein. Bisher ist "Click & Meet" im Inzidenzbereich zwischen 50 und 100 erlaubt.

Im Einzelhandel gebe es verhältnismäßig wenig Infektionen und die Unternehmen gingen sehr verantwortungsvoll mit den Möglichkeiten um, begründete Söder den Schritt.

Kanzleramtsminister Braun: Hamstern vor Ostern nicht erforderlich

12:47 Uhr: Angesichts der geplanten strengeren Feiertagsregelungen warnt Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) die Bürger vor einem Ansturm auf die Supermärkte vor Ostern.

"Wir haben immer gesagt, die Lebensmittelversorgung bleibt offen. Deshalb sind auch Hamsterkäufe nicht erforderlich", sagte Braun am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Mit der Öffnung am Karsamstag sei Einkaufen wie versprochen weiter möglich. Gleichzeitig wies der Kanzleramtschef darauf hin, dass auch an diesem Tag in den Supermärkten die Beschränkung auf eine bestimmte Zahl an Kunden pro Quadratmeter gelte.

Dagegen kritisierte der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß den Beschluss, den Einzelhandel am Donnerstag vor Ostern zu schließen. "Das geht gar nicht! Das sorgt für dichtes Gedränge und volle Supermärkte vor und nach dem Oster-Lockdown", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Man hätte stattdessen die Öffnungszeiten strecken sollen, damit Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können."

Putin beim Impfen ungewöhnlich kamerascheu

11:55 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin will sich anders als viele andere Staatschefs nach Kremlangaben bei seiner für Dienstag angekündigten Impfung gegen das Coronavirus nicht filmen lassen.

"Es gefällt ihm nicht", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Der Präsident sei nie Anhänger öffentlicher Impfungen gewesen und tue schon jetzt sehr viel für die "Propagierung" der russischen Vakzine. In Russland wunderten sich viele über den kamerascheuen Kremlchef, der schon mit nacktem Oberkörper beim Reiten und beim Arzt posierte.

"Es bleibt nur, ihm aufs Wort zu glauben", sagte Peskow. Für viele zögerliche Russen sollte die Impfung des Kremlchefs auch dazu führen, dass sie den im eigenen Land entwickelten Präparaten vertrauen. Es werde auch nicht bekanntgegeben, mit welchem der drei von russischen Forschern entwickelten Präparate sich der Präsident impfen lasse. "Alle drei Vakzine sind absolut zuverlässig", sagte Peskow.

Putin hatte Sputnik V, das erste registrierte Präparat, als den besten Impfstoff der Welt bezeichnet. Selbst Staatsmedien reagierten enttäuscht und meinten, dass Bilder mehr als Worte aussagten. Zuletzt hatte sich etwa Großbritanniens Premier Boris Johnson öffentlichkeitswirksam das Vakzin von Astrazeneca spritzen lassen.

Die Impfung Putins ist ein breit diskutiertes Thema in Russland. Erst hatte er gezögert, dann erklärt, Sputnik V sei nicht für sein Alter - er ist 68 Jahre alt - freigegeben. Danach wurde das Präparat zugelassen für über 60-Jährige, dann hieß es, die Spritze passe nicht in Putins "Impfplan". Am Montag kündigte er dann überraschend an, sich am Dienstag impfen zu lassen. Der Termin sollte am Abend sein.

In Russland sind immer noch vergleichsweise wenige Menschen geimpft. Nach offiziellen Angaben sind erst 4,3 Millionen Menschen komplett versorgt mit beiden notwendigen Spritzen - das sind knapp drei Prozent der Bevölkerung des Riesenreichs.

Intensivmediziner: Nur harte Maßnahmen können Corona bremsen

11:25 Uhr: Intensivmediziner in Deutschland begrüßen die von Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. "Die Politik hat erkannt, dass wir in einer schwierigen Phase der Pandemie sind und die Impferfolge nicht gefährden dürfen", erklärte der Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Dienstag.

Entscheidungen wie verstärkte Notbremsen, eine Ruhephase ohne Versammlungen über Ostern und geschlossene Gastronomien seien hart, aber wichtig. "Nur so können wir das derzeitige exponentielle Wachstum der Inzidenzen wieder verlangsamen - und auch nur so sehen wir Intensivmediziner in einigen Wochen wieder weniger Patienten auf den Intensivstationen."

Die Zahlen stiegen wieder auf zuletzt mehr als 3.100 Intensivpatienten mit COVID-19, sagte Marx. "So starten wir in die dritte Welle auf dem Niveau des Hochpunktes der einst ersten - und das macht uns trotz aller Erfahrung nach einem Jahr Pandemie als Intensivmediziner schon große Sorgen." Die Erkrankten seien bei der Entlassung nicht genesen. "Unsere Patienten sind wahrscheinlich gezeichnet fürs Leben", betonte er. Daher müsse ihre Zahl so gering wie möglich bleiben.

Wichtig seien Perspektiven für die nächsten Monate etwa in Bezug auf Tests, Impftermine und mögliche Lockerungen bis Sommer. "Wer diese Antworten kennt, ist auch heute bereit sich besser an Regeln zu halten, um dieses große Ziel von mehr Bewegungsfreiheit nicht zu verspielen", sagte Marx.

"Wer somit als Familie bereit ist sich über Ostern nicht zu treffen, weil der Glaube an das Treffen im Garten im Juni realistisch erscheint, der hilft auch sehr schwere Verläufe auf den Intensivstationen zu vermeiden. Und mehr wollen wir nicht."

Zweifel an veröffentlichten Daten von neuer Astrazeneca-Studie

10:47 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde NIAID hat Zweifel an der Aussagekraft von Daten einer neuen Untersuchung des Pharmakonzerns Astrazeneca zu dessen Impfstoff geäußert.

Dabei geht es um Ergebnisse einer sogenannten Phase-III-Studie mit etwa 32.500 Probanden, die laut Hersteller eine hohe Wirksamkeit des Vakzins zeigen. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelt die NIAID in ihrem Statement nicht an.

"Der DSMB hat sich besorgt gezeigt, dass Astrazeneca möglicherweise veraltete Informationen aus dieser Studie aufgenommen hat, die eine unvollständige Ansicht der Wirksamkeitsdaten geliefert haben könnten", teilte das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf den Datenüberwachungsausschuss Data and Safety Monitoring Board (DSMB) mit.

Das Unternehmen müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden. Mehr zum Thema

Studie: Wirksamkeit von Astrazeneca-Impfstoff höher als erwartet

Eine neue Untersuchung hart nach Angaben von Astrazeneca eine Wirksamkeit des Impfstoffs von 79 Prozent vor COVID-19 ergeben. Bei Menschen ab 65 Jahren liege der Wert sogar höher. Vorschaubild: picture alliance

Tourismusverband reagiert mit "Wut, Ärger, Verzweiflung" auf Bund-Länder-Beschlüsse

10:21 Uhr: Der Deutsche Tourismusverband hat mit Unverständnis und Empörung auf die Beschlüsse von Bund und Ländern reagiert. "Wut, Ärger, Verzweiflung – damit kann man es eigentlich umschreiben", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Dirk Dunkelberg am Dienstag im SWR. Die Stimmungslage in der Branche sei "mittlerweile dramatisch". Bereits zwei Mal sei eine Öffnungsstrategie vertagt worden.

Dunkelberg kritisierte, dass die Bund-Länder-Runde Möglichkeiten wie den kontaktarmen Urlaub in Ferienwohnungen und Wohnmobilen in Deutschland völlig außer Acht gelassen habe. "Die Politik ist einfach nicht in der Lage, hier differenziert zu beurteilen." Das werde das Ende für viele Betriebe sein.

Unverständnis äußerte der Verbandsvertreter, dass Reisen ans Mittelmeer möglich seien, die Vermietung von Ferienwohnungen beispielsweise im Schwarzwald aber verboten bleibe. "Das kann man eigentlich nicht mehr wirklich ernsthaft begründen."

Das komplette Oster-Geschäft falle weg. Die Hoffnungen der Branche ruhten nun auf Pfingsten und auf den Sommerferien, sagte Dunkelberg im SWR. Er forderte einen Plan, der aufzeige, unter welchen Bedingungen Tourismus wieder stattfinden könne.

"Das erwarten wir nun aber wirklich spätestens am 12. April bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz. Dann wäre es wirklich die letzte Möglichkeit, um hier noch ein positives und hoffnungsvolles Signal an die Branche zu senden."

Kirchen beraten zu Oster-Gottesdiensten - Katholiken wollen Präsenz

10:12 Uhr: Die katholische Kirche in Deutschland will an Präsenzgottesdiensten zu Ostern festhalten. Man sei von der Bitte von Bund und Ländern, darauf zu verzichten, überrascht worden, schrieb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Dienstag auf Twitter.

Ostern sei das wichtigste Fest für die Christen. "Zu Weihnachten haben wir gezeigt, wie wir mit Vorsicht Messe feiern können. Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten. Wir werden es in die Gespräche einbringen."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: "Der Beschluss des Corona-Gipfels hat uns sehr überrascht, zumal davon das wichtigste Fest der Christen betroffen wäre. Wir werden uns in den von der Bundeskanzlerin angekündigten Gesprächen zunächst genau erläutern lassen, warum die bewährten Hygieneschutz-Maßnahmen, die alle Landeskirchen für ihre Gottesdienste haben, nun nicht mehr ausreichen sollen. Anschließend werden wir in unseren Gremien beraten, wie wir mit der Bitte umgehen."

Bund und Länder hatten sich in der Nacht darauf geeinigt, die Religionsgemeinschaften bitten zu wollen, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Bisher waren die Kirchen davon ausgegangen, an Ostern Gottesdienste unter Einhaltung der Corona-Regeln abhalten zu können.

Epidemiologe: Oster-Lockdown könnte "sehr positiven Effekt haben"

08:54 Uhr: Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert-Koch-Institut (RKI) hält die Verschärfung der Corona-Maßnahmen über Ostern für wirksam. "Das könnte nach meiner Ansicht einen sehr positiven Effekt haben, weil eine ganze Reihe von Tagen dann quasi Ruhetage sind, also Sonntage", sagte Brockmann am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk.

Schon beim "Wellenbrecher" im Frühjahr habe sich gezeigt, dass viele Menschen ihre Aktivitäten runtergefahren hätten. "Und das hatte dann (...) ein, zwei Wochen später einen sehr starken Effekt auf die Fallzahlen, weil sehr viel weniger Kontakte stattfinden".

Laut Beschluss von Bund und Ländern soll vom Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) deutschlandweit das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Nur am Karsamstag (3. April) soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben.

"Natürlich werden diese Maßnahmen sich positiv darauf auswirken, aber wie stark, das lässt sich nur sehr, sehr schwer berechnen", sagte Brockmann. In Deutschland erlebe man gerade einen "exponentiellen Anstieg" der Infektionszahlen, "bei dem sich die Fallzahlen alle zwei Wochen etwa, vielleicht sogar noch auf einer kürzeren Skala verdoppeln", betonte Brockmann.

Ohne weitere Maßnahmen zu Ostern könne es unter diesen Voraussetzungen in Deutschland bis zu 60.000 Neuinfektionen jeden Tag geben.

Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag haben die Gesundheitsämter in Deutschland binnen eines Tages 7.485 Neuinfektionen gemeldet, rund 2.000 mehr als vor einer Woche. (siehe Eintrag von 06:36 Uhr)

"Alles, was Kontakte reduziert, bringt ja was", sagte Brockmann auf die Frage nach der Wirksamkeit von den unter anderem in dem Beschluss genannten Ausgangsbeschränkungen und verschärften Kontaktbeschränkungen im Rahmen der "Notbremse". "Ganz wichtig ist aber in meinen Augen, dass gerade in den Betrieben systematische Teststrategien gemacht werden", betonte der Epidemiologe.

Laschet kritisiert Bund wegen Reisetourismus nach Mallorca

Dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet ist die aufgehobene Reisewarnung für Mallorca ein Dorn im Auge

08:47 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Bundesregierung massiv für die Streichung Mallorcas von der Liste der Risikogebiete und die Aufhebung der Reisewarnung kritisiert.

"Das ist jetzt nicht die Zeit für Reisen", sagte Laschet am frühen Dienstagmorgen in Düsseldorf nach fast zwölfstündigen Bund-Länder-Beratungen. Denn gerade der grenzüberschreitende Reiseverkehr berge die Gefahr, dass sich auch noch gefährlichere Coronavirus-Varianten als die britische Mutante in Deutschland ausbreiten könnten.

Die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca habe auch zu vielen Diskussionen bei den Bund-Länder-Gesprächen geführt, weil es "hier eine Ungleichbehandlung mit deutschen Tourismusorten gibt", sagte der CDU-Bundesvorsitzende. Das hätte man "sich ersparen können", wenn man bis nach Ostern gewartet hätte. Nun aber würden sich viele Menschen auf Mallorca treffen.

Er erwarte von der Bundesregierung, dass die Verpflichtung der Airlines auf Tests der Mallorca-Rückkehrer noch vor dem Abflug von der Insel sichergestellt sei und die Urlauber das Virus nicht wieder nach NRW brächten. Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) habe Vorsorge getroffen und mit den Geschäftsführern der großen NRW-Flughäfen gesprochen, um "Modalitäten für Tests auch nach der Landung vorzubereiten", sagte Laschet. "Und die werden sie auch durchführen."

Kanzleramtschef Braun: Dritte Welle könnte noch heftiger werden als zur Weihnachtszeit

08:28 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält den verschärften Lockdown über Ostern für nötig, um die dritte Corona-Welle unter Kontrolle zu halten.

"Wir müssen damit rechnen, dass diese dritte Welle, die jetzt begonnen hat, durchaus das Zeug hat, heftiger zu werden, als das, was wir an Weihnachten erlebt haben", sagte Braun am Dienstag im Radiosender Bayern 2.

Die britische Mutante des Coronavirus mache in Deutschland mehr als 70 Prozent der Infektionen aus. "Und sie ist ansteckender und tödlicher." Deshalb sei es nötig, über eine Ruhezeit an Ostern die Notbremse zu ziehen.

"Wir haben sehr deutlich gesagt, dass wir auch die Auslandsurlaube nicht billigen werden", sagte Braun. Auslandsreisen könnten dazu führen, dass neue Mutanten nach Deutschland eingeführt würden. Deshalb solle für Reisende aus Risikogebieten auch weiter eine Quarantänepflicht gelten. Das könne auch Mallorca wieder treffen, wenn dort die Inzidenzen erneut steigen würden. "Das Virus verbreitet sich nun mal über Menschen, die reisen", sagte der CDU-Politiker.

Für die Zeit nach Ostern stellte Braun deutlich mehr
Schnelltests und mehr Impfdosen auch für die Hausärzte in Aussicht. "Mitte Mai und im Juni werden wir eine hohe
Geschwindigkeit beim Impfen haben, deshalb ist ja unser Ziel, im Sommer soll jeder sein Impfangebot gehabt haben, und dann können wir zur Normalität zurückkehren."

Bischofskonferenz irritiert über Oster-Entscheidungen

08:21 Uhr: Die katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat sich irritiert über die Bund-Länder-Beschlüsse gegen das Feiern von Ostergottesdiensten geäußert.

"Das Ergebnis hat uns ohne jede Vorwarnung durch die Nachrichten heute Morgen erreicht", sagte DBK-Sprecher Matthias Kopp am Dienstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Bischofskonferenz werde über die Beschlüsse im Laufe des Tages beraten.

Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Mittwoch entschieden, Ostergottesdienste zwar nicht zu verbieten. Sie wollen aber die Religionsgemeinschaften bitten, religiöse Versammlungen an den Osterfeiertagen wegen der hohen Corona-Inzidenzwerte ausschließlich virtuell durchzuführen.

FDP sagt Gedränge in Geschäften vor und nach Oster-Shutdown voraus

08:09 Uhr: Die FDP-Fraktion im Bundestag kritisiert die geplanten strikteren Lockdown-Regeln über die Ostertage mit kompletten Geschäftsschließungen an Gründonnerstag und Karsamstag. "Ein Total-Lockdown vor und nach Ostern ist kontraproduktiv", sagte Fraktionsvize Stephan Thomae am Dienstag der "Welt". "Er wird umso mehr Gedränge in den Einzelhandelsgeschäften vor und nach einem solchen Lockdown herbeiführen."

Auch wenn es "kontra-intuitiv" klinge, wäre stattdessen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten richtig, argumentierte Thomae. Ein solches Vorgehen "würde Kundenströme entzerren und das Infektionsrisiko senken".

Bund und Länder hatten sich in der Nacht zum Dienstag darauf verständigt, von Gründonnerstag bis Ostermontag den Lockdown zu verschärfen. Alle Geschäfte sollen dann geschlossen bleiben, nur der Lebensmitteleinzelhandel kann am Karsamstag öffnen.

Bartsch kritisiert verlängerten Lockdown - Regierung "hat es vergeigt"

07:54 Uhr: Der Linksfraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch sieht die Verantwortung für den verlängerten Lockdown bei der Bundesregierung.

Die Fortschreibung der Maßnahmen bis zum 18. April, wie es Bund und Länder in der Nacht zum Dienstag vereinbart hatten, sei "maßgeblich ein 'Weil-es-die-Bundesregierung-vergeigt-hat-Lockdown'", sagte Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Kanzlerin und ihre Minister sollten sich bei den Bürgern entschuldigen, um für neues Vertrauen in die Maßnahmen zu werben."

Bartsch zählte eine ganze Reihe von Bereichen auf, in denen die Regierung seiner Meinung nach schlechte Arbeit leistet: " Impfen, Testen, Digitalisierung: Das Land spielt weit unter seinen Möglichkeiten."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten sich in der Nacht zum Dienstag nach einer Marathonsitzung mit langer Unterbrechung darauf geeinigt, die derzeit geltenden Maßnahmen zur Corona-Eindämmung bis zum 18. April fortzuschreiben. Über die Ostertage soll ein verschärfter Lockdown gelten.

Renovierboom in der Corona-Pandemie: Hornbach mit Gewinnsprung

07:39 Uhr: Die Lust auf ein schönes Zuhause in der Corona-Pandemie hat dem Baumarktkonzern Hornbach ein deutlich höheres operatives Ergebnis beschert. Vorläufigen Berechnungen zufolge dürfte der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als 40 Prozent auf rund 325 Millionen Euro gestiegen sein, teilte die Hornbach-Holding am Dienstag in Bornheim mit.

Der Rückzug in die eigenen vier Wände, das verstärkte Arbeiten von daheim und ein verändertes Verbraucherverhalten hätten die Nachfrage nach Bau- und Heimwerkersortimenten kräftig angekurbelt.

Der Konzernumsatz stieg dadurch um mehr als 15 Prozent auf knapp 5,46 Milliarden Euro. Im vierten Geschäftsquartal machten sich die jüngsten Verschärfungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bemerkbar: So mussten die Bau- und Gartenmärkte der Hornbach-Gruppe flächenbereinigt einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent hinnehmen.

RKI registriert fast 7.500 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle

06:36 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor.

Vor genau einer Woche hatte das Institut binnen eines Tages 5.480 Neuinfektionen und 238 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05:10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 108,1 - und damit etwas höher als am Vortag (107,3).

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.674.710 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.433.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74.964.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,12 (Vortag 1,22). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 112 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Mehr zum Themenkomplex Coronavirus:

Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
Bildergalerie starten

Wie ein Corona-Selbsttest durchgeführt wird

Auf ihnen liegen große Hoffnungen in der Pandemie: Corona-Selbsttests, die in Deutschland bald flächendeckend zu kaufen sein sollen. Wir zeigen, wie die Tests durchgeführt werden und was es zu beachten gilt.