• Eine Krankenpflegerin ist in Bayern von ihren Aufgaben freigestellt worden.
  • Sie hatte in einem Video Falschinformationen zur Corona-Pandemie verbreitet.
  • Das Klinikum, für das die Frau arbeitet, hat sich in einer Stellungnahme von ihren Aussagen distanziert.

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Eine Krankenpflegerin ist in Bayern wegen der Verbreitung von Falschinformationen zur Corona-Pandemie von ihren Aufgaben freigestellt worden. In einem Video, das am Montag in verschiedenen sozialen Netzwerken veröffentlicht worden war, behauptet die Krankenpflegerin unter anderem, dass es sich bei den meisten Corona-Patienten auf den Intensivstationen um Geimpfte handle und nicht um Ungeimpfte.

Zudem formulierte die Frau, die auch für die AFD im Stadtrat von Aschaffenburg sitzt, unbelegte Mutmaßungen zu angeblichen Nebenwirkungen, die kurz nach der Impfung auftreten würden. Sie selbst habe auch versucht, sich absichtlich mit Corona zu infizieren, was ihr aber einfach nicht gelingen wolle.

Klinikum distanziert sich von Aussagen der Mitarbeiterin

Allem Anschein nach entstand das rund acht Minuten lange Video bei einer Demonstration von Impfgegnern, die am Samstag in Aschaffenburg stattfand. Die Produzenten des Videos hatten bereits zuvor Videos für Vertreter der Querdenker-Bewegung gedreht.

Das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, für das die Frau arbeitet, postete am Montag eine Stellungnahme zu den Videos, in welchem es sich "aufs Schärfste von den darin getätigten, befremdlichen Aussagen der Mitarbeiterin", distanziert. Weiter heißt es in dem Beitrag, dass die Frau bis auf Weiteres freigestellt worden sei und man weitere rechtliche Schritte gegen sie prüfe.

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks (BR), teilte das Klinikum mit, dass man derzeit insgesamt 28 Corona-Patienten behandle. Von diesen befänden sich 13 auf der Intensivstation. Angaben dazu, ob Patienten geimpft seien oder nicht, wollte das Klinikum nicht machen.

Ungeimpfte Personen müssen häufiger auf Intensivstationen behandelt werden

Wie der BR weiter berichtet, habe aber Sebastian Lehotzki, Geschäftsführer der Klinik, bereits in der Vergangenheit vor dem Stadtrat von Aschaffenburg ausgesagt, dass insgesamt nur drei COVID-19-Patienten, die während der Pandemie auf der Intensivstation des Klinikums gelandet seien, geimpft gewesen seien. Insgesamt habe man im Verlaufe der Pandemie mehr als 100 Corona-Patienten intensivmedizinisch betreut.

Dass die Corona-Impfung das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs stark reduziert, ist unter Experten völlig unumstritten. Zudem zeigen Daten zur Pandemie deutlich, dass ungeimpfte Personen wesentlich öfter wegen einer COVID-19-Infektion auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Impfskeptiker argumentieren zudem oft mit weitreichenden Nebenwirkungen durch die Impfung und dass deren Langzeitfolgen noch nicht abzusehen seien.

Für beide Behauptungen gibt es aktuell keine wissenschaftlichen Belege. Schwere Nebenwirkungen nach einer Impfung wurden bislang nur in seltenen Einzelfällen festgestellt.

Thomas Merten, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) erklärte erst kürzlich, dass man sich in der Wissenschaft einig sei, dass spät auftretende Nebenwirkungen "nicht vorkommen, beziehungsweise eine extrem seltene Rarität bei einzelnen Impfstoffen" seien.

Verwendete Quellen:

  • BR24: Aschaffenburg: Pflegerin nach Impfgegner-Video freigestellt
  • Facebook-Account vom Klinikum Aschaffenburg-Alzenau
Christian Drosten, Berlin, Bundespressekonferenz, Virologe, Charite, 2021
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