• Die Corona-Infektionszahlen sinken allmählich.
  • Dennoch warnt Gesundheitsminister Karl Lauterbach vor zusätzlichen Lockerungen und mahnt weiterhin zur Vorsicht.
  • Er appelliert auch an die Ministerpräsidenten der Bundesländer, nicht in einen Wettlauf bei den Lockerungen der Maßnahmen zu treten.

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat trotz leicht sinkender Corona-Infektionszahlen zu weiter nötiger Vorsicht gemahnt und vor zusätzlichen Lockerungen gewarnt. Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei überschritten, sagte der SPD-Politiker auf einer Pressekonferenz. Ein Wiederanstieg der Fallzahlen könne zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht sicher ausgeschlossen werden.

Die Entwicklung sei "noch nicht wirklich in sicheren Gewässern". Lauterbach begründete seine Einschätzung mit den bestehenden Risikofaktoren. So sei die Omikron-Variante BA.2 nach jüngsten Forschungserkenntnissen nicht nur ansteckender, eine Ansteckung mit dem Subtyp verlaufe auch schwerer. Außerdem gebe es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern drei bis vier Mal so viele Ungeimpfte in der Altersgruppe von über 60 Jahren.

Karl Lauterbach spricht sich für Corona-Impfpflicht aus

Mit Blick auf die Bund-Länder-Beschlüsse für einen weitgehenden Wegfall der einschneidenden Alltagsbeschränkungen bis zum 20. März betonte Lauterbach, dies sei nicht das Ende aller Corona-Maßnahmen. Es gehe um einen "langsamen Ausstieg".

Lauterbach hält nichts von dem Begriff "Freedom Day"

Läuft alles nach Plan, sollen am 20. März, bis auf einen Basisschutz, alle Corona-Beschränkungen beendet sein. Manche sprechen deshalb von einem "Freedom Day" (zu Deutsch: Tag der Freiheit). Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält von dieser Bezeichnung allerdings nichts. (Bildnachweis: picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm)

Er appelliere daher an alle Ministerpräsidenten, nicht darüber hinaus zu gehen. Es gelte, die beschlossenen Schritte umzusetzen wie ein Uhrwerk. "Das ist das Maximum, was wir uns an Lockerungen leisten können."

Er warnte die Ministerpräsidenten davor, in einen Wettlauf bei den Lockerungen einzutreten. "Wenn wir zu schnell öffnen, dann steigen die Fallzahlen wieder", sagte Lauterbach. Es wäre falsch, mit weitergehenden Lockerungsmaßnahmen politische Geländegewinne machen zu wollen, so der Bundesgesundheitsminister.

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Lauterbach sprach auch mit Blick auf den Herbst von Risiken. Es könnten sich Corona-Varianten entwickeln, die tiefer als Omikron in das menschliche Gewebe eindringen. Dies wäre eine gefährlichere Situation. Deshalb sei er für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren und werde im Bundestag für den entsprechenden Gruppenantrag stimmen.

Lars Schaade: "Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten"

Auch der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, betonte auf der Pressekonferenz mit Lauterbach, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei. "Unsere Daten deuten darauf hin, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten ist", sagte Schaade. Das betreffe die Fallzahlen und auch die PCR-Testungen. "Allerdings ist der Scheitelpunkt für die Intensivstationen noch nicht erreicht", mahnte er. Einen sicheren Rückgang sehe man auch bei den Todesfällen noch nicht.

Die Situation ermögliche nun eine stufenweise und vorsichtige Rücknahme der Infektionsschutzmaßnahmen – stets unter aufmerksamer Beobachtung der Situation, so Schaade. Er mahnte jedoch, die Kliniken und Intensivstationen seien weiter teils stark belastet, und Omikron sei immer noch weit verbreitet, was ein weiterhin hohes Infektionsrisiko bedeute.

Zudem nehme der Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 zu. Setze sich dieser weiter durch, sei es "nicht auszuschließen, dass die Fallzahlen langsamer sinken oder auch wieder ansteigen", so Schaade.

Schaade: Risikogruppen müssen besonders geschützt werden

Gefährdete Menschen müssten weiter besonders geschützt werden, sagte der RKI-Vizechef. "Deshalb ist es wichtig, Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern und Pflegeheimen weiter aufrechtzuerhalten." Er mahnte zu besonderer Vorsicht beim Kontakt mit gefährdeten Menschen.

"Machen Sie vorher einen Test, auch wenn Sie geimpft oder genesen sind. Halten Sie Abstand, und wenn Sie sich drinnen treffen, tragen Sie am besten eine Maske und lüften reichlich", betonte er. Zudem bekräftigte er den Appell, sich – falls noch nicht geschehen – dringend impfen zu lassen. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, und SARS-Cov-2 werde nicht verschwinden, so Schaade. (ff/dpa/afp)

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