Charles Michel befindet sich in Quarantäne, der EU-Sondergipfel wird verschoben: Die Corona-Infektion eines Sicherheitsmannes wirbelt den Zeitplan des EU-Ratspräsidenten durcheinander.

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EU-Ratspräsident Charles Michel befindet sich aktuell in Quarantäne. Er habe herausgefunden, dass ein Sicherheitsmann, mit dem er in engem Kontakt stand, positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden sei, teilte sein Sprecher mit.

Michel werde regelmäßig auf das Coronavirus getestet und habe am Montag einen negativen Befund erhalten, schrieb Barend Leyts via Twitter. Michel halte sich an die in Belgien geltenden Regeln und habe sich deshalb in Quarantäne begeben.

EU-Sondergipfel wegen Infektion von Sicherheitsmann verschoben

Wegen der Corona-Infektion des Sicherheitsmannes hat Michel auch den für Donnerstag und Freitag geplanten Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs auf Anfang Oktober verschoben. Als neuen Termin für den EU-Sondergipfel nannte sein Sprecher den 1. und 2. Oktober.

Thema des ursprünglich für Donnerstag und Freitag geplanten Sondergipfels sollten unter anderem die Beziehungen der EU zur Türkei sein. Die EU hatte der Türkei wegen umstrittener Ergas-Erkundungen im östlichen Mittelmeer Ende August ein Ultimatum gesetzt und mit zusätzlichen Sanktionen gedroht.

Wenn es keine Fortschritte gebe, könne auf dem Sondergipfel eine Liste weiterer Strafmaßnahmen diskutiert werden, sagte damals der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Diese würden auch Wirtschaftssanktionen umfassen.

Erdgasstreit mit Türkei soll Thema auf dem Gipfel sein

Griechenland und Zypern verlangen seit längerem schärfere Sanktionen gegen die Türkei. Sie sind der Ansicht, dass die Suche nach Erdgas in ihren Seegebieten erfolgt und damit illegal ist.

Zudem sollte es unter anderem um die Beziehungen zu China und um die Weiterentwicklung des EU-Binnenmarktes gehen. Darüber hinaus wollten sich Kanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen mit dem britischen EU-Austritt befassen. Die Staats- und Regierungschefs würden den Stand der Dinge kurz beraten, hieß es zuletzt nach einem Treffen von EU-Unterhändler Michel Barnier mit Ratschef Michel.

Die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien nach der Brexit-Übergangsphase ab 2021 waren zuletzt stark ins Stocken geraten. Hintergrund sind Pläne der britischen Regierung für ein sogenanntes Binnenmarktgesetz, das den 2019 mit der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag zum Teil aushebeln würde. Die EU sieht das als Rechtsbruch und fordert eine Rücknahme der umstrittenen Klauseln bis Ende September. (ank/dpa)