Coronavirus-Krise: Luxusmarken wie Prada satteln auf Medizinbedarf um

Prada, Gucci und andere Luxusmarken stellen in der Coronakrise von Highend-Fashion auf Atemschutzmasken und Klinikoveralls um. Auch deutsche Marken sichern so Arbeitsplätze. Und sogar Autobauer satteln um.

Der schwedische Modehersteller H&M will ab sofort mithelfen, den Engpass bei Schutzkleidung in Krankenhäusern zu beheben. Man wolle schnellstmöglich liefern, teilte der Konzern mit.
Eines der derzeit angesagtesten Modeunternehmen der Welt, Balenciaga, plant – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen – die Produktion von Atemmasken, die man dann dem französischen Gesundheitssystem zur Verfügung stellen will. Das teilte das Unternehmen via Twitter mit.
Wie Balenciaga gehört auch Gucci zum Mutterkonzert Kering. Und auch in den Gucci-Fabriken sollen nun Atemschutzmasken und Schutzkleidung hergestellt werden. Kering plant, das arg gebeutelte Italien mit 1,1 Millionen Masken und 55.0000 Schutzoveralls zu versorgen.
Auch in den Fabriken des Kering-Konkurrenten LMVH ist man fleißig. Anstatt weiter Parfüm für die Marken Dior und Givenchy herzustellen, hat man dort auf Desinfektionsmittel umgesattelt.
Der Automobilhersteller Fiat Chrysler Automobiles (FCA) werde eine seiner Fabriken zur Herstellung von Atemschutzmasken umbauen, kündigte der Vorstandsvorsitzende Mike Manley in einem Brief an die Mitarbeiter an, der der dpa am Montag vorlag. Diese Produkte sollten an medizinisches Personal gespendet werden. Ziel sei es, mehr als eine Million Gesichtsmasken pro Monat zu produzieren.
Zudem unterstützen FCA und Ferrari das Medizinunternehmen Siare Engineering (Valsamoggia) bei der Produktion von Beatmungsgeräten.
In Deutschland hat der Bekleidungshersteller Trigema bereits auf Atemschutzmasken umgesattelt. Seit Donnerstag seien bereits die ersten 10.000 Masken hergestellt worden, sagte Unternehmenschef Wolfgang Grupp am Freitag (20.03.2020). "In der nächsten Woche gehen wir auf bis zu 70.000 Stück hoch, und übernächste Woche können wir dann rund 100.000 Masken schaffen."
Auch der niederbayerische Hemdenhersteller Eterna stellt nun Atemschutzmasken her. Im slowakischen Eterna-Werk sollen täglich 25.000 Masken produziert werden. Auftraggeber ist die slowakische Regierung.