Das Robert-Koch-Institut hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert, Wirtschaftsminister Altmaier rechnet mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland und in Europa sind inzwischen mehr als eine halbe Million Menschen mit dem Virus infiziert. Die wichtigsten Meldungen rund um das Coronavirus vom 2. April.

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Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen fast auf der gesamten Welt. Täglich gibt es hunderte neue Nachrichten zur aktuellen Lage. Hier lesen Sie die fünf wichtigsten Meldungen vom 2. April.

Robert Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz

Das Robert-Koch-Institut hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert.

Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben.

Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden.

Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

Durch Coronakrise: Altmaier rechnet mit Konjunktureinbruch in Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet infolge der Coronakrise mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland. "Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009. Damals war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Altmaier sagte, das Wirtschaftsministerium gehe davon aus, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten im Frühjahr mehr als 8 Prozent einbrechen könne - der Höhepunkt der Krise werde voraussichtlich im April und Mai sein. Es gebe aber Hoffnung, das sich die Lage dann im zweiten Halbjahr wieder normalisiere.

Nach der Pandemie solle die Wirtschaft wieder "durchstarten". Dafür werde innerhalb der Bundesregierung an einem Konjunkturprogramm gearbeitet.

Infolge der Coronakrise mussten viele Geschäfte und Restaurants dicht machen, in vielen Fabriken wird nicht mehr produziert, weltweite Lieferketten sind unterbrochen. Altmaier sagte, der Gesundheitsschutz habe Priorität. Er sprach von einer Krise, die es in der Geschichte der Bundesrepublik bisher so nicht gegeben habe.

Schon mehr als eine halbe Million Corona-Infektionen in Europa

In Europa sind mittlerweile bereits mehr als eine halbe Million Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag auf Grundlage von Behördenangaben berechnete, steckten sich auf dem Kontinent 508.271 Menschen nachgewiesenermaßen an, 34.571 der Infizierten starben.

Europa ist der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Mit jeweils mehr als 100.000 Fällen ist die Lage in Italien und Spanien besonders ernst. In Italien starben bereits 13.155 Infizierte - so viele wie in keinem anderem Land der Welt.

Die Zahl der weltweiten Infektionen bewegt sich auf die Millionenmarke zu: 940.815 Infektionen wurden bislang nachgewiesen, zudem wurden weltweit 47.863 Corona-Tote registriert.

Weil Testkapazitäten beschränkt sind und vielfach Infizierte mit leichten oder fehlenden Symptomen nicht getestet werden, dürften die wirklichen Fallzahlen deutlich höher liegen.

Studie bestätigt: Geruchs- und Geschmacksverlust häufig Symptome für Covid-19

Geruchs- und Geschmacksverlust sind einer neuen Studie zufolge sehr oft Symptome für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

Wissenschaftler aus Belgien untersuchten für die Studie 417 infizierte Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf. Von ihnen berichteten 86 Prozent von einer Beeinträchtigung des Geruchssinns, der Großteil von ihnen roch sogar überhaupt nichts mehr. Über Probleme mit dem Geschmackssinn klagten 88 Prozent.

Der teilweise oder volle Verlust des Geschmackssinns bei Patienten ohne HNO-Vorerkrankungen müsse als "spezifisches Merkmal" für eine Corona-Infektion angesehen werden, schreiben die Studienkoordinatoren Jérôme Lechien und Sven Saussez.

Als Vorsichtsmaßnahme sollten solche Patienten "als potenziell mit Covid-19 infiziert und deshalb für mindestens sieben Tage isoliert werden". Dies gelte auch für den Fall, dass diese kein anderes charakteristisches Symptom aufwiesen.

Auffallend bei der Untersuchung: Frauen waren deutlich öfter von Problemen mit dem Geruchssinn betroffen als Männer. Insgesamt hatten 44 Prozent der Patienten nach zwei Wochen ihren vollen Geruchssinn wieder. Es könne allerdings auch bis zu ein Jahr dauern, sagten die Forscher der Universität Mons voraus.

Experten: Nach überstandener Corona-Infektion wahrscheinlich immun

Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen.

Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren.

"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt.

Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten.

(dpa/afp/thp)

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