Italien ergreift in der zweiten Infektionswelle drastische Maßnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus möglichst einzudämmen. Jens Spahn hat sich zu seiner Corona-Infektion geäußert. Und eine Virologin kann sich nicht vorstellen, dass es möglich ist nur Risikogruppen zu schützen. Alle Infos zur Pandemie im Live-Ticker.

  • 20:09 Uhr: Virologin: Nur Risikogruppen zu schützen nicht machbar
  • 17:50 Uhr: Italien verhängt Ausgangssperren in Stark-Risiko-Zonen
  • 17:13 Uhr: Eckpunkte der Impfstrategie für Deutschland stehen
  • 16:26 Uhr: Verkehrsminister Scheuer fordert Rettungs-Milliarde für Flughäfen
  • 15:58 Uhr: "Kaiserschmarrn to go" für Laufkundschaft auf der Berghütte
  • 14:03 Uhr: Spahn: "Kann nicht sagen, wo ich mich infiziert habe"
  • 09:02 Uhr: Scholz zu Corona-Hilfen: "Es wird schon an alle gedacht"

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Top-News: Virologin: Nur Risikogruppen zu schützen nicht machbar

20:09 Uhr: Nur Risikogruppen vor dem Coronavirus zu schützen, ist aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek weder möglich noch machbar. Das Robert Koch-Institut liste Vorerkrankungen auf, die ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf haben. Lege man diese Liste zugrunde, seien das 21,9 Millionen Menschen, sagte Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" am Dienstag. Über ein Viertel der Deutschen hatte demnach mindestens eine der berücksichtigten Vorerkrankungen und somit ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf.

"Wenn man sich jetzt mal überlegt was das bedeutet: 21,9 Millionen Menschen sollen geschützt werden vor den restlichen 60 Millionen, dann glaube ich merkt man, wie irrsinnig und wie schwierig das ist." Zur Risikogruppe gehörten nicht nur alte Menschen im Pflegeheim, "das ist einfach nicht der Fall". Ein Drittel - 7,3 Millionen Menschen - dieser knapp 22 Millionen seien unter 60 Jahre. Die Strategie, nur die Risikogruppen zu schützen, hält Ciesek daher für nicht durchdacht: "Wie das gehen soll, das stelle ich mir extrem schwierig vor."

Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt wechselt sich mit dem Berliner Virologen Christian Drosten wochenweise ab.

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Alle weiteren Corona-Meldungen des Tages im Überblick:

Italien weist Stark-Risiko-Zonen aus - Ausgangssperre steht für Südtirol fest

17:50 Uhr: Italien steht im Anti-Corona-Kampf vor Teil-Lockdowns in mehreren Regionen. Die autonome Provinz Südtirol nahm erhebliche Verschärfungen bereits vorweg und macht viele Läden ab Mittwoch dicht.

Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte am Montag in Rom ein Dekret angekündigt, wonach der Corona-Schutz in bestimmten Stark-Risiko-Zonen hochgefahren werden soll. Außerdem plant Rom landesweite nächtliche Ausgangssperren.

In der Provinz Südtirol gilt diese ab Mittwoch von 20:00 Uhr abends bis 5:00 Uhr morgens. Die Vorschrift gelte zunächst bis zum 22. November, teilten die Verantwortlichen in Bozen am Montag mit.

Hotels dürfen keine neuen Touristen mehr aufnehmen, sondern nur Gäste auf Arbeitsreisen. Einzelhandelsgeschäfte - mit Ausnahme für Lebensmittel und den täglichen Bedarf - werden geschlossen.

Die Regierung in Rom hatte ihre Maßnahmen zum Corona-Schutz bereits im Laufe des Oktobers mehrfach verschärft. Sie will aber einen strengen nationalen Lockdown wie im Frühjahr bei der ersten Virus-Welle vermeiden. Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Montag rund 22.250 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 12.097.

Bund und Länder einigen sich auf Eckpunkte einer Impfstrategie

17:13 Uhr: Bund und Länder haben sich einem Bericht zufolge auf eine Impfstrategie gegen das Coronavirus verständigt. Das ginge aus einer Beschlussvorlage der Gesundheitsministerkonferenz hervor.

Deren Eckpunkte:

  • Der Bund finanziere die Beschaffung des Impfstoffes.
  • Die Länder seien für die Organisation zuständig und sollten Impfzentren einrichten.
  • Je nach Bedarf sollten die Kassenärztlichen Vereinigungen den Ländern helfen. An den Kosten der Impfzentren werde sich der Bund über die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen.
  • Pflegeheimbewohner, die zur Risikogruppe gehören und voraussichtlich bevorzugt geimpft werden, sollen von den Ärzten besucht werden.

Berlin erleichtert die Einreise aus Risikogebieten im Ausland

16:54 Uhr: Die Berliner Quarantäneregeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten im Ausland werden leicht entschärft. In Zukunft müssen Betroffene nur noch 10 statt bisher 14 Tage in häusliche Isolation. Zudem endet die Quarantäne ab dem fünften Tag vorzeitig, wenn ein Test zu dem Zeitpunkt negativ ausfällt.

Die neue Regelung sieht eine Reihe von Ausnahmen vor, etwa für Menschen, die aus beruflichen Gründen reisen. In Kraft tritt sie voraussichtlich am kommenden Samstag, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte.

Kretschmann gibt zu: "Damit haben wir nicht gerechnet"

16:34 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sechs Tage nach dem Beschluss des bundesweiten Teil-Lockdowns durch seine Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern und die Bundeskanzlerin zugegeben, dass die politisch Verantwortlichen von der Wucht der zweiten Corona-Infektionswelle überrascht worden seien.

"Damit haben wir nicht gerechnet, das muss man schon ehrlicherweise sagen", räumte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart mit Blick auf die rasant steigenden Infektionszahlen ein. Es habe aber auch keine Anzeichen dafür gegeben, dass das mit der Geschwindigkeit so hochgehe.

Es gebe immer Leute, die warnten, sagte Kretschmann. Man hätte "extremer vorsorgen" können, aber damit verwirke man die Akzeptanz in der Bevölkerung.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Scheuer fordert Rettungs-Milliarde für Flughäfen - Reisebranche will auch Hilfe

16:26 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU strebt angesichts der angespannten Lage von Flughäfen in der Coronakrise ein milliardenschweres Rettungspaket an. Scheuer sagte am Dienstag vor Journalisten, es gehe um eine Summe von rund einer Milliarde Euro. Es müssten Strukturen erhalten werden.

Scheuer sprach wenige Tage vor einem "Luftverkehrsgipfel" am Freitag von dramatischen Zahlen bei Flughäfen, die unter einem massiv gesunkenen Passagieraufkommen leiden. Er sei zu den Nothilfen im Gespräch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Ziel sei es, bis zum Freitag eine Lösung zu finden. "Die Zeit drängt", sagte Scheuer.

Bereits am 31. Oktober hatte Scheuer auf seinem Twitter-Account einen Eintrag von Naïs Désirée Graswald geteilt, der Newsroom-Managerin im Bundesverkehrsministerium. Tenor: "Es geht um viele Beschäftigte, nicht um die Top-Manager."

Die Tourismusbranche verlangt derweil sofortige Abschlagszahlungen von der Bundesregierung für die von Schließungen im November betroffenen Betriebe. Die Unternehmen benötigten die angekündigten außerordentlichen Corona-Wirtschaftshilfen "nicht morgen oder übermorgen, sondern sofort", hieß es am Dienstag in einem Appell des Deutschen Tourismusverbands (DTV), des Deutschen Reiseverbands (DRV) und des Internationalen Bustouristik-Verbands (RDA).

"Kaiserschmarrn to go" -Wirt vom Rotwandhaus wird in der Krise kreativ

15:58 Uhr: Besonders Gastronomen und Hoteliers trifft der bundesweite Teil-Lockdown hart. Da die Gäste Restaurants und Lokalitäten nicht besuchen dürfen, mussten und müssen neue Wege gefunden werden, um an Einnahmen zu kommen und Kunden nicht zu verlieren.

Berghütten leben im wahrsten Sinne des Wortes von Laufkundschaft. Und auch dort funktioniert in der Corona-Notlage das im Tal längst bewährte Modell des Essens zum Mitnehmen.

Am Rotwandhaus im Spitzingsee-Gebiet gibt es seit dem 2. November als der vierwöchige Teil-Lockdown begann, unter anderem flambierten Kaiserschmarrn mit Rumrosinen zum Mitnehmen.

Ursprünglich sollte das Haus je nach Wetter bis 20. oder 25. November geöffnet bleiben, sagt Hüttenwirt Peter Weihrer. Wegen des Teil-Lockdowns just in den Herbstferien habe er spontan auf "Straßenverkauf" umgestellt. Zum Start am Montag sei es "erstaunlich gut" gelaufen.

Durchs Fenster reichen Weihrer und sein Küchenteam nun unter Einhaltung der Abstandsregeln Kaiserschmarrn, Kasspatzen oder Spinatknödel in der Pappschachtel. "Die Leute müssen sich zum Essen halt in die freie Natur setzen." Damit nichts liegenbleibt, bekommen die Gäste einen Abfallsack mit.

Virologin Melanie Brinkmann: "Sind zu Ostern mit der Corona-Pandemie nicht durch"

15:20 Uhr: Virologin Melanie Brinkmann schätzt, dass die Menschen noch bis weit ins Jahr 2021 mit der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden leben und die entsprechenden Schutzmaßnahmen in Kauf nehmen müssen. "Wir werden die Masken weiter tragen, wir werden an Ostern mit der Pandemie nicht durch sein", sagte die Professorin vom Institut für Genetik an der Technischen Universität Braunschweig im Rahmen der Bundespressekonferenz in Berlin.

Französische Krankenhäuser erneut überlastet: Corona-Patienten kommen nach Deutschland

15:00 Uhr: Wie bereits im Frühjahr sollen französische Corona-Patienten nach Deutschland verlegt werden: Dies sei "in den kommenden Tagen geplant", sagte der Präsident des französischen Krankenhausverbandes FHF, Frédéric Valletoux, am Dienstag in Paris. Er begründete dies mit dem "extrem hohen Druck" auf die Krankenhäuser vor allem im Norden sowie im Südosten Frankreichs.

Im Frühjahr hatten Nordrhein-Westfalen und andere deutsche Bundesländer insgesamt rund 130 französische Corona-Patienten aufgenommen. Die französische Regierung und Gesundheitsexperten erwarten, dass die Krankenhäuser bis Mitte November wieder an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

Spahn: "Kann nicht sagen, wo ich mich infiziert habe"

14:03 Uhr: Wie die meisten anderen Corona-Infizierten in Deutschland kennt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach eigener Angabe die Quelle seiner eigenen Infektion nicht. "Ich wäre einer von diesen 75 Prozent, die nicht sagen können, wo es passiert ist", sagte Spahn.

Es sei für die Betroffenen ja gerade das Tückische an dem Coronavirus, dass für die meisten Infektionsfälle im Nachhinein gelte: "Es ist passiert, ohne dass man es gemerkt hat." Am 21. Oktober war bekannt geworden, dass Spahn positiv auf Corona getestet worden war.

Spahn sagte, die eigene Erfahrung habe seine Sicht auf die Coronakrise auch noch einmal beeinflusst. So habe er selbst gespürt, dass Isolation und Quarantäne verbunden mit der Sorge um den weiteren Verlauf belastend sein könnten. Er sei demütig und dankbar, dass seine Erkrankung gut verlaufen sei und er sich wie die anderen Bürger auf das Gesundheitswesen habe verlassen können.

Maskenpflicht auf 15 weiteren Straßen und Plätzen in Hamburg

13:59 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Hamburger Senat die Maskenpflicht im öffentlichen Raum ausgeweitet. So müsse bereits seit Montag auf 15 weiteren Plätzen und Straßenabschnitten in jeweils definierten Zeiträumen eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, sagte die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag.

Die neu hinzugekommenen Abschnitte befinden sich vor allem im Bereich des Altonaer und des Hauptbahnhofs. Zuvor waren bereits 14 Straßen, Plätze und Bereiche als Orte mit Maskenpflicht festgelegt worden.

An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

RKI: Testkapazitäten begrenzt - Kriterien für Corona-Tests angepasst

13:46 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat auf die Grenzen der Corona-Testmöglichkeiten in Deutschland hingewiesen. Je höher die Fallzahlen seien, desto schwieriger werde es, alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen, sagte RKI-Vizechef Lars Schaade am Dienstag in Berlin.

Nötig wären dann mehr als drei Millionen Tests pro Woche - dies sei weder nötig noch erforderlich. Deshalb habe das RKI die Empfehlungen an Ärzte hinsichtlich der Testkriterien angepasst, sagte Schaade. Faktoren seien etwa die Symptome, die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit, dem Coronavirus ausgesetzt gewesen zu sein.

Über die Lage in der Pandemie sagte Schaade: "Wir sind noch mitten im Marathon." Er appellierte an die Bürger, die Verhaltensregeln einzuhalten. Nähme die Fallzahl weiter so schnell zu wie zuletzt - mit einer Verdoppelung innerhalb von zehn Tagen -, gäbe es nach seinen Worten 400.000 Fälle pro Tag bis Weihnachten.

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hatten Labore zuvor vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests gewarnt. Die Testkapazitäten seien bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. In der vergangenen Woche wurden demnach insgesamt 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht.

Spahn sagt Gesundheitswesen umfassende Unterstützung zu

13:33 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dem Gesundheitsbereich in der Coronakrise umfassende Unterstützung zugesichert. "Keine Klinik soll wegen Corona wirtschaftlich benachteiligt sein", sagte Spahn am Dienstag in Berlin.

"Diese Jahrhundertpandemie erfordert besonders in einem Bereich eine nationale Kraftanstrengung", sagte Spahn mit Blick auf das Gesundheitswesen. "Die Lage ist ernst", so der Minister. Denn die Zahl der Infektionen steige exponentiell an. "Die Zahl derjenigen, die beatmet werden müssen, steigt stark, zu stark."

Spahn nannte die Pflegerinnen und Pfleger, die Reinigungskräfte und Ärzte "die Helden unserer Zeit."

Und weiter: "Wir sind in einer entscheidenden Phase." Kritik daran, dass die Anti-Corona-Politik immer wieder geändert wird, wies Spahn zurück. "Dieses Virus ist tückisch, es lässt keine einfachen Antworten dazu", sagte er. "In einer dynamischen Lage gehört das Anpassen der Lage zur Strategie." Der November mit seinem Teil-Lockdown könne helfen, das Virus besser in den Griff zu bekommen.

Menschen in Pflegeheimen bewegen sich wegen Corona-Regeln zu wenig

13:19 Uhr: Körperliche Aktivitäten von Pflegeheimbewohnern sind wegen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen laut einer Studie der Universität Tübingen zu kurz gekommen. "Die Bewegungsförderung in den Heimen wurde erheblich behindert", erklärte Annika Frahsa vom Institut für Sportwissenschaft in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Das Problem sei, dass die Förderung von Bewegung in den internen Leitlinien der untersuchten Heime nicht vorgesehen sei.

Die Aufgaben - dazu zählen beispielsweise Gleichgewichtsübungen und Training des Reaktionsvermögens - würden großenteils von externen Dienstleistern erfüllt, die während des Lockdowns im Frühjahr keinen Zutritt zu den Heimen hatten. Das Forschungsteam will nun neue Konzepte entwickeln, um die Pflegebedürftigen mobil zu halten.

Zwar sahen die Führungskräfte der Heime laut der Studie Bewegungsangebote und -anreize auch in Zeiten der Pandemie als wichtig an. "Doch ist das in Heimen wenig institutionalisiert. Durch den eingeschränkten Zugang konnte die Bewegungsförderung nicht wie üblich an externe Dienstleister delegiert werden", erklärte Frahsas Kollege Ansgar Thiel.

Die Aufgabe sei daher in diesem Bereich an wenig qualifizierte, interne Mitarbeiter übertragen worden. Da die Arbeitskapazität des Pflegepersonals durch die Pandemie selbst überbeansprucht gewesen sei, sei die Bewegungsförderung in vielen Fällen zurückgefahren worden.

Das Forschungsprojekt BaSAlt des Tübinger Forschungsteams lief bereits vor der Corona-Pandemie. Erforscht wird, wie Gesundheit und Lebenszufriedenheit von Menschen in Pflegeheimen optimal gefördert werden können. Die Teilstudie über die Bedingungen im Corona-Lockdown wurde aktuell eingeschoben. Acht Heime in den Stadt- und Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen waren einbezogen.

Mehrere dänische Kabinettsmitglieder wegen Corona-Fall in Quarantäne

13:07 Uhr: Mehrere Mitglieder der dänischen Regierung haben sich wegen einer bestätigten Coronavirus-Infektion in ihrem Umfeld in häusliche Quarantäne begeben. Dazu zählten Umweltministerin Lea Wermelin, Bildungsministerin Pernille Rosenkrantz-Theil, Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen, Lebensmittelminister Mogens Jensen und Arbeitsminister Peter Hummelgaard.

Sie alle schrieben am Dienstag in den sozialen Netzwerken, dass sie zuletzt Kontakt zu einem Kollegen gehabt hätten, der positiv getestet worden sei. Sie isolierten sich nun und arbeiteten weitgehend online.

Alle von ihnen gehören den Sozialdemokraten an, die in Dänemark eine Minderheitsregierung bilden. Das Fraktionsmitglied Jeppe Bruus hatte am späten Montagabend per Facebook mitgeteilt, dass bei ihm das Coronavirus nachgewiesen worden sei.

Zuvor hatte Justizminister Nick Hækkerup am Montag gemeldet, dass er einen Corona-Test gemacht habe und sich bis auf Weiteres zu Hause aufhalte, weil er krank sei und Symptome zeige. Sein Testergebnis stand am Dienstag ebenso wie diejenigen der weiteren Minister noch aus.

Darüber hinaus wurde mit Ex-Justizminister Søren Pape Poulsen erstmals ein dänischer Parteichef positiv auf Corona getestet. Es gehe im glücklicherweise gut, schrieb der Vorsitzende der Konservativen Volkspartei auf Facebook. Dennoch befolge er alle Verhaltensregeln und arbeite von zu Hause aus.

Kommunale Spitzenverbände erwarten 2021 Milliarden-Finanzlücke

11:30 Uhr: Die kommunale Spitzenverbänden rechnen infolge der Coronakrise im kommenden Jahr erneut mit einer milliardenschweren Finanzlücke bei Städten und Gemeinden. Ohne weitere Unterstützung von Bund und Ländern drohe eine Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben von gut zehn Milliarden Euro.

Das teilten der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund am Dienstag mit.

"Wenn die Kommunen nicht schnell Hilfszusagen bekommen, bedeutet dies zwangsläufig drastische Kürzungen in den Haushalten – und das ausgerechnet bei den Investitionen", hieß es. Investitionen zu kürzen sei Gift für die Konjunktur. Dies würde den Aufschwung gefährden. "Deshalb benötigen wir rasche Zusagen für Unterstützung."

Wegen der Coronakrise und der angespannten Lage vieler Firmen ist die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle der Kommunen eingebrochen. Der Bund kompensiert für dieses Jahr Ausfälle in Höhe von rund 6,1 Milliarden Euro.

Auch die Länder helfen mit Milliarden Euro. Der Bund will sich außerdem dauerhaft stärker an den Kosten für Unterkunft und Heizung bei Hartz-IV-Empfängern beteiligen, auch das kostet Milliarden.

Für das laufende Jahr rechnen die kommunalen Spitzenverbände mit einem geringen Finanzierungsdefizit von einer halben Milliarde Euro, Grund sind vor allem die Hilfszahlungen von Bund und Ländern. Die Investitionen liegen demnach voraussichtlich rund drei Prozent über denen des Vorjahres, aber deutlich unter dem vor Corona erwarteten Niveau. Die Steuereinnahmen gehen um etwa zehn Prozent zurück.

Durch Unterstützung ist es gelungen, das Investitionsvolumen von Städten, Kreisen und Gemeinden zu stabilisieren. Viele Stützungsmaßnahmen wirkten aber allein für das laufende Jahr.

Im kommenden Jahr drohe ein massiver Rückgang der Zuweisungen seitens der Länder für die Städte, Kreise und Gemeinden in Milliardenhöhe. "Ein solcher Einbruch würde selbst bei steigenden Steuereinnahmen durch die erwartete wirtschaftliche Erholung ein großes Loch in die kommunalen Haushalte reißen. Deshalb sind auch in den Jahren 2021 und 2022 Stabilisierungshilfen notwendig."

Labore warnen vor Überlastung durch immer mehr Corona-Tests

11:16 Uhr: Angesichts stark steigender Infektionszahlen warnen Labore vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests. Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit.

Inzwischen sei "die rote Ampel überfahren" worden. Bei Fortsetzung einer solchen Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusammenbruch der Versorgung. Nötig sei, die Testkapazitäten deutlich stärker auf besonders dringliche Fälle zu konzentrieren.

Verbandschef Michael Müller sprach von "gefährlichen und so nicht mehr akzeptablen Zuständen". Wie für die Kliniken brauche es auch für fachärztliche Labore Mechanismen gegen solche Überlastungsszenarien.

Der Verband kritisierte, immer noch würden zu viele PCR-Tests auch ohne Symptome gemacht und damit Personen mit sehr niedriger Priorität getestet. Für zusätzliche ungezielte Testkonzepte auf Landesebene gebe es keinen Spielraum mehr. In erster Linie seien medizinische Tests zur Diagnose von Infektionen da - und in der Pandemie auch dazu, die Ausbreitung zu verhindern und Risikogruppen zu schützen.

In der vergangenen Woche wurden nach Daten der 162 erfasste Labore insgesamt 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht. Der Anteil positiver Tests stieg auf 7,3 Prozent nach 5,7 Prozent in der Woche zuvor - das entsprach demnach 104.663 positiven Tests. Der Rückstau von Proben, die noch aus der Vorwoche stammten und am Montagmorgen ohne Befund waren, habe sich auf 98.310 vergrößert.

Trump-Beraterin fordert härtere Maßnahmen gegen Corona in den USA

11:15 Uhr: Die Trump-Beraterin und Ärztin Deborah Birx hat die US-Regierung kurz vor der Wahl zu drastischeren Maßnahmen im Umgang mit der Corona-Pandemie in den USA aufgefordert.

"Wir treten in die beunruhigendste und tödlichste Phase dieser Pandemie ein, die zu einer steigenden Sterblichkeit führt", heißt es nach Informationen der "Washington Post" vom Dienstag in einem internen Bericht an das Weiße Haus. Angesichts der aktuellen Lage seien "viel aggressivere Maßnahmen" notwendig.

Birx, die auch die Coronavirus-Task Force des Weißen Hauses koordiniert, widerspricht der Politik des US-Präsidenten in dem Bericht laut "Washington Post" in vielen Punkten. So warnt sie etwa ausdrücklich vor großen Veranstaltungen, wie Trump sie im Wahlkampf mit Hunderten Teilnehmern durchführte.

Die steigenden Infektionszahlen seien, anders als von Trump behauptet, nicht auf mehr Tests zurückzuführen. In vielen Regionen, in denen die Fallzahlen stiegen, würde nicht mehr oder sogar weniger getestet.

Auch der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hatte immer wieder vor einer gefährlichen Entwicklung der Pandemie gewarnt. "Uns steht eine ganze Menge Leid bevor", sagte er der "Washington Post" am Freitag.

Trump deutete bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag an, den Wissenschaftler nach einer Wiederwahl zu entlassen. Trotz deutlich steigender Infektionszahlen versicherte Trump mehrfach, die USA seien in der Coronakrise bald über den Berg.

Die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Alyssa Farah, bestritt, dass die Maßnahmen der Regierung in der Krise unzureichend seien. Sie wies darauf hin, dass das Weiße Haus etwa die Vorräte an Schutzkleidung "erheblich aufgestockt" und 150 Millionen Coronavirus-Tests an die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen verteilt habe.

In den USA sind bereits mehr als 231.000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Knapp 9,3 Millionen Menschen haben sich infiziert. Die USA liegen damit nach Angaben der Johns Hopkins Universität vor Indien und Brasilien an der Spitze.

Deutsche Turn-Meisterschaften in Düsseldorf abgesagt

11:09 Uhr: Die für dieses Wochenende in Düsseldorf geplanten deutschen Turn-Meisterschaften sind kurzfristig abgesagt worden.

Wie der Deutsche Turner-Bund (DTB) am Dienstag bekannt gab, kann das Multisport-Event von Donnerstag bis Sonntag im Düsseldorfer Castello in den olympischen Sportarten Rhythmische Sportgymnastik, Trampolin und Gerätturnen nicht durchgeführt werden. Darauf haben sich die DTB-Verantwortlichen in Gesprächen mit dem Veranstalter und den zuständigen Behörden in Nordrhein-Westfalen verständigt.

Der DTB bedauert die endgültige Absage der Veranstaltung, sah sich in der ersten Woche des bundesweiten Teil-Lockdowns wegen der in Deutschland steigenden Infektionszahlen aber zu dieser Maßnahme gezwungen. "Ich bedaure zutiefst, dass wir auf die Titelkämpfe verzichten müssen, denn ich halte es für außerordentlich wichtig, dass wir den Athletinnen und Athleten Wettkämpfe auch zur Motivation anbieten", sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl.

Für die Top-Athletinnen und -Athleten um Rekordmeisterin Elisabeth Seitz und Andreas Toba ist der Ausfall der nationalen Titelkämpfe ein weiterer herber Rückschlag im Hinblick auf die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr.

"Klar finde ich es schade, dass die deutsche Meisterschaft abgesagt wurde. Aber ich kann es total verstehen" sagte die Stuttgarterin Seitz. "Wir müssen jetzt alle eine gewisse Zeit Verständnis haben und konsequent sein."

Zuvor hatte der DTB bereits die Teilnahme seiner Turn-Teams an den in die Türkei verschobenen Europameisterschaften im Dezember abgesagt. Auch das für den Sommer 2021 geplante Deutsche Turnfest in Leipzig konnte wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Seilbahnen setzen auf Winterbetrieb mit strengem Hygienekonzept

10:46 Uhr: Die Seilbahnen in den deutschen Ausflugs- und Wintersportgebieten setzen nach dem Teil-Lockdown auf eine Saison unter Corona-Hygieneregeln. Die Seilbahnen seien für den Winter gut vorbereitet und rechneten derzeit mit einem regulären Start bis Mitte Dezember, teilte der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte am Dienstag mit.

Die Vorbereitungen liefen ganz regulär. Auch mit der Beschneiung der Pisten soll wie jedes Jahr begonnen werden, sobald es die Temperaturen zulassen.

Bis Ende des Monats dürfen Seilbahnen und Lifte wegen des partiellen Lockdowns nicht fahren. Jedoch finden bei den meisten Bahnen im November ohnehin turnusmäßig Revisionsarbeiten statt.

Die Betreiber hätten im Sommer gezeigt, dass die Hygienekonzepte ohne Probleme umgesetzt werden konnten, erläuterte der Verband. In den Wartebereichen und während der Fahrt mussten die Gäste Abstand halten und Masken tragen.

Die Kabinenbahnen fuhren laut Verband nur mit 60 bis zu 80 Prozent der Gäste. Die Kabinen seien gut durchlüftet, die Gäste hielten sich nur für einen kurzen Zeitraum darin auf - und Skifahren und Winterwanderungen fänden ohnehin im Freien mit viel frischer Luft und Platz statt, hieß es weiter.

Verschoben ist bisher nur der Saisonstart an der Zugspitze. An Deutschlands höchstem Berg sollte es bereits am 13. November losgehen. Doch auch hier ruht der Betrieb bis zum 30. November.

Massentests auf Coronavirus in Liverpool sollen starten

10:24 Uhr: In Liverpool sollen mit Schnelltests ab kommenden Freitag massenweise Bürger auf das Coronavirus getestet werden. "Jeder, der in Liverpool lebt oder arbeitet, kann sich testen lassen - ob mit Symptomen oder ohne", teilte die britische Regierung am Dienstag mit.

Mit Hunderttausenden Tests, die unter einer Stunde ein Ergebnis liefern, wolle man mehr Infizierte entdecken und Infektionsketten unterbrechen, hieß es.

Die Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter funktioniert in Großbritannien bereits seit Wochen kaum noch. Vielerorts ist es außerdem kaum möglich, reguläre Corona-Tests zu bekommen. Ab Donnerstag gilt in England ein strenger Teil-Lockdown ähnlich dem in Deutschland.

Die Stadt Liverpool im Norden Englands ist die mit am schwersten von Corona gebeutelte Region des Landes. Ende Oktober zählte die Stadt 410 Fälle pro 100.000 Einwohner. "Je nach Erfolg in Liverpool wollen wir bis Weihnachten Millionen von Schnelltests in lokalen Gemeinden durchführen, um die Verbreitung des Virus zu mindern", sagte Premier Boris Johnson.

Ministerpräsident Hans: "Die Lage droht uns zu entgleiten"

10:21 Uhr: Angesichts der Zuspitzung der Corona-Lage hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) vor chaotischen Zuständen gewarnt. "Die Lage droht uns zu entgleiten", sagte Hans am Dienstag in einer Regierungserklärung in Saarbrücken.

"Es drohen uns Verhältnisse, wie wir sie im Frühjahr etwa in Bergamo gesehen haben: überfüllte Krankenhäuser; zu Notlazaretten eingerichtete Turnhallen; Ärzte, die entscheiden müssen, wer behandelt werden kann und wer nicht; Personal weit über der Belastungsgrenze."

Nichts sei mehr undenkbar. "Im Gegenteil, wir sind leider sehr viel näher an diesen Zuständen, als viele noch glauben", sagte er im Landtag.

Noch sei die Botschaft nicht bei allen angekommen. "Der Ernst der Lage ist noch nicht jedem klar." Fakt sei aber: "Wir befinden uns in einer akuten Notlage unseres Gesundheitssystems."

Noch gebe es aber "die Chance, das Schlimmste zu vermeiden" - über die mit den am Montag bundesweit in Kraft getretenen verschärften Corona-Maßnahmen zur Kontaktreduzierung. Wenn diese nach vier Wochen nicht ausreichten, um die Pandemie einzudämmen: "Dann müssen wir gegebenenfalls unseren Kurs noch ein Stück weit verschärfen. Etwas Anderes wird uns dann nicht übrig bleiben", sagte Hans.

Die Dichte an Pflegekräften in Europa (und Chile) im grafischen Vergleich.

Brandenburgs Regierungschef Woidke mit Corona infiziert

10:10 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe nach ersten Erkältungserscheinungen am Sonntag keine Diensttermine mehr wahrgenommen und stets Abstand gehalten, teilte Regierungssprecher Florian Engels am Dienstag in Potsdam mit.

Die ärztliche Mitteilung zum Ergebnis des Tests vom Montag habe Woidke am Dienstagmorgen erhalten. Nun würden Kontaktpersonen identifiziert, die - in Abhängigkeit von Kontaktsituationen mit Woidke seit vergangenem Freitag - in häusliche Quarantäne gingen.

Woidke hatte am Samstag an der Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld teilgenommen. Dort waren unter anderem auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von der CSU, Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von der SPD und Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu Gast. Sie standen auf einem Podium mit Woidke.

Als Folge davon begaben sich auch Scheuer und Müller vorsorglich in häusliche Quarantäne, wie das Verkehrsministerium und der Senat am Dienstag mitteilten.

Woidke ist der erste Politiker der Brandenburger Landesregierung, bei dem ein positives Testergebnis auf das Coronavirus bekannt wurde. Woidke habe alle Mitarbeiter der Staatskanzlei in einer Mail über das Testergebnis informiert, berichtete der Regierungssprecher.

Darin schreibe Woidke: "Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Ich habe leichte Erkältungssymptome. Ich hoffe auf einen milden Verlauf und wünsche Ihnen: Bleiben Sie gesund!"

Erster lokaler Corona-Fall in Neuseeland seit zehn Tagen

10:06 Uhr: Neuseeland hat zum ersten Mal seit zehn Tagen wieder eine lokale Neuinfektion mit dem Coronavirus verzeichnet. Es handle sich um einen Gesundheitsmitarbeiter aus einer staatlichen Quarantäneeinrichtung in Christchurch, sagte der Chef der Gesundheitsbehörden, Ashley Bloomfield, am Dienstag.

Die Einrichtung werde ausschließlich von Seeleuten aus Russland und der Ukraine genutzt, die auf Charterflügen von Fischereifirmen eingeflogen würden. Sie müssten nun 24 Stunden länger als ursprünglich geplant in Quarantäne bleiben.

Wo der Mann sich angesteckt habe, sei bisher unklar. Er sei regelmäßig auf das Virus getestet worden, habe dann aber am Samstag Krankheitssymptome gezeigt. Gleichzeitig meldete Neuseeland vier neue importierte Fälle.

Das Land im Südpazifik mit seinen fast fünf Millionen Einwohnern ist bisher ausgesprochen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Bis heute wurden weniger als 2.000 Infektionen verzeichnet, 25 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben.

Neuseeland hatte das Virus mit sehr strikten Maßnahmen relativ schnell unter Kontrolle gebracht. Die Menschen sind dort zu einer relativen Normalität zurückgekehrt - selbst Großveranstaltungen ohne Maskenpflicht sind wieder erlaubt.

"Sme": Corona-Massentestung war unnützer Aufwand

09:48 Uhr: Die liberale slowakische Tageszeitung "Sme" bezweifelt am Dienstag den Sinn einer beispiellosen Massentestung, bei der am vergangenen Wochenende ein Großteil der slowakischen Bevölkerung einem Corona-Schnelltest unterzogen wurde:

"Als organisatorischen Erfolg präsentiert man drei bis fünf Stunden Anstehen in Warteschlangen und das in letzter Minute gelungene Zusammentrommeln tausender opferbereiter Helfer. (...) Doch auch nach dem Aufspüren von 38.000 Infizierten bleibt die Frage: Wozu war es gut, den ganzen Staat auf den Kopf zu stellen?

Erinnern wir uns, was als Ziel präsentiert wurde: Die Massentestung sollte die einzige mögliche Alternative zu einem harten Lockdown sein. Und jetzt stellen wir uns vor, dass die große Testung der Nation nicht stattgefunden, sondern es nur die seit Mitte Oktober geltenden Maßnahmen inklusive neun Tagen Ausgehverbot gegeben hätte. Und was sehen wir? (...)"

Intensivmediziner: Mehr Junge schwer an Corona erkrankt

09:43 Uhr: Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, berichtet von immer mehr jungen Corona-Patienten auf der Intensivstation. Anders als bei der ersten Welle der Virusausbreitung im Frühjahr seien dieses Mal viele Jüngere betroffen, sagte der Professor am Dienstag dem Radiosender Bayern 2.

"Wir betreuen mehrere Patienten deutlich unter 50 Jahren und teilweise ohne Vorerkrankungen." Kluge, der auch Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist, wies darauf hin, dass die Entwicklung bei der Zahl der Intensivpatienten der Infizierten um mehrere Tage hinterherläuft.

"In wenigen Tagen werden wir, was die Zahl der Krankenhauspatienten angeht, die erste Welle übertreffen. Und das ist besorgniserregend."

Scholz zu Corona-Hilfen: "Es wird schon an alle gedacht"

09:02 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat bekräftigt, dass die Corona-Hilfen im Zusammenhang mit dem Teil-Lockdown im November möglichst vielen Betroffenen zugutekommen sollen. "Es wird schon an alle gedacht", sagte er am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Er verwies auf flexible Regelungen etwa für Solo-Selbstständige mit schwankendem Einkommen. Sie sollen auch ihren durchschnittlichen Jahresumsatz zugrunde legen können. Menschen, die ihr Geschäft erst später gegründet haben, sollen statt des Novembers 2019 auch einen Bezugsmonat aus dem laufenden Jahr festlegen können.

Ab wann die Hilfen zur Verfügung stehen werden, konkretisierte er nicht. "Wir versuchen, alle Klärungen in dieser Woche zustande zu kriegen." Anschließend müssten die Programme entwickelt werden, damit die Hilfen über eine Internetplattform beantragt werden können.

Die Bundesregierung will Firmen helfen, die im November wegen der Corona-Beschränkungen schließen müssen oder hohe Ausfälle haben. Insgesamt geht es um Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro - für einen Monat.

"Notbremse ziehen" - Corona-Zahlen besorgen Ärztepräsident

06:54 Uhr: Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Corona-Zahlen vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. "Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, damit die Dynamik der Neuinfektionen nachlässt", sagte Reinhardt der "Passauer Neue Presse". "Tun wir das nicht, droht eine Überlastung unseres Gesundheitswesens."

Insbesondere die steigende Zahl an Corona-Patienten auf den Intensivstationen sei besorgniserregend, sagte Reinhardt weiter. Die Zahl habe sich in den vergangenen zwei Wochen fast verdreifacht.

Auch der Anteil der älteren Patienten habe wieder zugenommen. "Damit werden wir auch wieder mehr schwerere Verläufe und Todesfälle haben."

Zudem fehle es an ausreichend Personal, um alle freien Intensivbetten vollumfänglich zu betreuen, sagte Reinhardt. Im Notfall müsse Personal aus anderen Bereichen der Kliniken herangezogen werden. "Davon sind wir aber noch ein ganzes Stück entfernt."

In etwa vier Wochen werde man wissen, ob die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegriffen haben oder ob man nachjustieren müsse. "Aktuell geht es darum, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Dafür sind die beschlossenen Maßnahmen angemessen und richtig."

Ärztepräsident: "Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen"

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Corona-Zahlen vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. "Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, damit die Dynamik der Neuinfektionen nachlässt", sagte Reinhardt.

OB Palmer wiederholt Corona-Appell an Senioren

06:32 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat seinen Corona-Appell an ältere Menschen verteidigt und sieht darin keine Ausgrenzung von Senioren. "Wir müssen uns einfach klar machen: Bei Menschen über 80 gab es 500 mal mehr Todesfälle als bei denen unter 40. Dieses Virus ist extrem altersdiskriminierend. Darüber klagen nutzt nichts", sagte der Grünen-Politiker der "Passauer Neuen Presse".

Man müsse die Chance nutzen, die Intensivstationen vor Überlastung zu bewahren, indem man vor allem den Älteren dabei helfe, sich vor Corona zu schützen. "Appelle und Angebote isolieren niemanden", betonte Palmer.

In seinem "Tübinger Appell" hatte Palmer Senioren gebeten, angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen den Stadtbus nicht zu nutzen und aufs Fahrrad oder auf das bereits seit April zur Verfügung stehende Anrufsammeltaxi umzusteigen.

Zudem wurden junge Menschen gebeten, zwischen 9:30 und 11:00 Uhr nicht einkaufen zu gehen und diese Zeit den Senioren überlassen. Außerdem sollen alle über 65-Jährigen in Tübingen kostenlos mit hochwertigen FFP2-Masken versorgt werden. Beim Landesseniorenrat war Palmers Appell zum Bus-Verzicht auf Kritik gestoßen.

Über 15.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

04:58 Uhr: Die lokalen Behörden in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut 15.352 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 11.409 gelegen. Mit 19.059 Neuinfektionen war am Samstag ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 560.379 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 131 auf insgesamt 10.661. Das RKI schätzt, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.
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