• 20:05 Uhr: ➤ Spahn: Lehrer und Kita-Beschäftigte können ab Mittwoch geimpft werden
  • 16:33 Uhr: Kontrollen an Grenzen zu Tschechien und Tirol werden bis 3. März verlängert
  • 14:41 Uhr: Stockholm rät Einwohnern zum konsequenten Maskentragen
  • 12:12 Uhr: Ethikrats-Chefin kritisiert priorisierte Impfung von Pädagogen
  • 10:33 Uhr: Fauci gibt Trump Mitschuld an hoher Zahl von US-Corona-Toten
  • 09:46 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Müller fordert Lockerungs-Perspektive
  • 05:31 Uhr: RKI registriert 3.883 Corona-Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle

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➤ Spahn: Lehrer und Kita-Beschäftigte können ab Mittwoch geimpft werden

20:05 Uhr: Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an Kitas sollen von Mittwoch an gegen Corona geimpft werden können. "Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden", teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Unsere entsprechende Verordnung tritt dann in Kraft."

Nach Angaben aus seinem Ministerium soll die Verordnung am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Spahn erwartet so "zusätzliche Sicherheit" in einem Umfeld, in dem Abstand und Maske nicht immer möglich seien. Seit Montag sind Grundschulen und Kitas in zehn Bundesländern teilweise wieder geöffnet.

Für diese Impfungen infrage kommen dann voraussichtlich zunächst hunderttausende Impfdosen des Herstellers Astrazeneca, die bisher ungenutzt Ländern lagern. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind mehr als 1,4 Millionen Dosen an die Länder geliefert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden davon aber nur 212.000 Dosen gespritzt.

Die weiteren Corona-News des Tages

Politiker und Stars fordern mehr gemeinsames Engagement gegen Corona

23:02 Uhr: Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Italiens Regierungschef Mario Draghi haben gemeinsam mit Stars wie Schauspieler Hugh Jackman und Sängerin Billie Eilish zu mehr gemeinsamen Anstrengungen der Weltgemeinschaft beim Kampf gegen die Corona-Pandemie und Klimakrise aufgerufen.

"Mit vereinten Kräften können wir das Virus und seine Folgen beherrschen und überwinden", sagte Merkel am Dienstag in einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft bei einer Online-Veranstaltung, die von der Nichtregierungsorganisation Global Citizen organisiert worden war. Zum erreichen dieses Ziels brauche es aber "noch größeres internationales Engagement", ergänzte Merkel.

Gemeinsam forderten die Teilnehmer der Veranstaltung unter anderem, dass die Corona-Impfstoffe gerecht verteilt werden müssten und über den Kampf gegen die Pandemie das Vorgehen gegen die Erderwärmung nicht vergessen werden dürfe.

EU-Kreise: Womöglich weitere Lieferengpässe bei Astrazeneca

22:16 Uhr: Beim Corona-Impfstoffhersteller Astrazeneca drohen weitere Lieferengpässe. Unternehmensvertreter hätten der Europäischen Union auch für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt, sagte ein EU-Vertreter am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Doch könnten diese Mengen theoretisch aus anderen Impfstofffabriken des Herstellers wettgemacht werden. Es gebe noch keinen akzeptierten Lieferplan für das Quartal.

Der EU-Vertreter reagierte damit auf Medienberichte, wonach Astrazeneca die Lieferung im zweiten Quartal von 180 auf 90 Millionen Dosen halbieren wolle. Dies sei so nicht zu bestätigen, hieß es. Offiziell teilte die Kommission mit, die Verhandlungen mit Astrazeneca über den Lieferplan liefen noch. Das Unternehmen sei dabei, den Plan "zu verfeinern und zu konsolidieren, auf Grundlage aller verfügbaren Produktionsstätten in Europa und außerhalb". Die Kommission erwarte "einen verbesserten Vorschlag für einen Lieferplan".

Astrazeneca hatte bereits Ende Januar überraschend eine drastische Kürzung der Liefermenge an die EU angekündigt: Statt 80 Millionen Dosen wollte das britisch-schwedische Unternehmen wegen Produktionsengpässen in Europa nur 31 Millionen an die EU liefern. Schließlich sagte die Firma 40 Millionen Dosen für die Zeit bis Ende März zu. Es sei jedoch unklar, ob diese Menge wirklich erreicht werde, hieß es aus EU-Kreisen.

Eine Astrazeneca-Sprecherin erklärte am Dienstag, die Lieferpläne würden ständig überarbeitet und die Kommission werde wöchentlich darüber informiert. Man arbeite "unglaublich hart" daran, die Produktivität der Lieferkette in der EU zu erhöhen und alles Erdenkliche zu tun, um die globale Lieferkette zu nutzen. "Wir sind hoffnungsvoll, dass es uns möglich sein wird, unsere Lieferungen näher an (die Vereinbarungen) im Kaufvertrag heranzubringen", erklärte die Sprecherin.

Irland bleibt bis April im Lockdown - britische Mutante vorherrschend

22:00 Uhr: In Irland soll bis mindestens zum 5. April die höchste Stufe der Corona-Maßnahmen gelten. Das sagte Premierminister Micheal Martin am Dienstag im Regierungssitz in Dublin. Die Schulen sollen allerdings schrittweise bereits vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.

Die Infektionszahlen seien zwar rückläufig, so Martin. Doch die britische Virus-Variante B.1.1.7 habe die Situation stark verändert. Inzwischen seien 90 Prozent aller Neuinfektionen in dem Land auf den sich schneller ausbreitenden Virus-Typ zurückzuführen. "Die Wahrheit ist, dass dies die Dynamik erheblich verändert hat, und wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir die nächsten Schritte voran machen", sagte der irische Premier.

Irland hatte zu Beginn des Jahres einen massiven Anstieg der Infektionszahlen verzeichnet. Dieser wurde aber von Experten vor allem mit vorübergehenden Lockerungen an den Weihnachtstagen in Verbindung gebracht.

Inzwischen wird die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner landesweit mit knapp 270 angegeben. In Deutschland liegt der Vergleichswert bei circa 60. Die Zahl wird aber in Irland, anders als in Deutschland, nicht für den Zeitraum von sieben, sondern von 14 Tagen berechnet und bezieht sich auf die ersten beiden Wochen im Februar.

Niederlande lockern nur wenig: Ausgangssperre bleibt

21:06 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen werden die Niederlande an der geltenden Ausgangssperre festhalten und den Lockdown nur geringfügig lockern. Ab dem 2. März dürfen Friseure, Kosmetikerinnen und Masseure wieder Kunden empfangen, wie Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag mitteilte. Besonders für Jugendliche werden einige Corona-Maßnahmen gelockert.

"Wir sind auf dem Weg zu besseren Zeiten, einer schrittweisen Öffnung der Gesellschaft", sagte Rutte. Doch er warnte auch: "Die dritte Welle ist nach Ansicht von Experten unvermeidlich, die Zahlen steigen wieder." Dennoch würden einige Maßnahmen gelockert, da auch soziale, psychische und wirtschaftliche Folgen immer schwerer ins Gewicht fielen.

Seit Mitte Dezember gilt in den Niederlanden ein strenger Lockdown. Gaststätten und Geschäfte sind geschlossen, Kontakte beschränkt auf eine Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Seit 23. Januar gilt zudem eine Ausgangssperre von 21 bis 4:30 Uhr. In den ersten Tagen hatte es heftige Proteste und Krawalle im ganzen Land gegeben. Die Ausgangssperre, die auch vor Gericht angefochten worden war, wurde um weitere drei Wochen zunächst bis 15. März verlängert.

Die Regierung will vor allem für Jugendliche den Alltag erleichtern. So dürfen alle unter 28 Jahren wieder gemeinsam im Freien Sport treiben. Schüler der höheren Schulen dürfen ab nächste Woche mindestens einen Tag pro Woche wieder zum Unterricht gehen. Der Präsenz-Unterricht an Grundschulen ist bereits seit rund zwei Wochen wieder möglich. Geschäfte dürfen Kunden nach einem vorher vereinbarten Shopping-Termin zulassen.

In den vergangenen sieben Tagen waren rund 30.000 Neuinfektionen registriert worden, 19 Prozent mehr als in der Vorwoche. Auf 100.000 Einwohner kommen mehr als 150 Infizierte. In Deutschland dagegen mit etwa fünfmal so vielen Einwohnern liegt die Inzidenz bei etwa 60 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner.

Söder will Reihenfolge von Impfungen überdenken

20:00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert für eine Änderung der Impfreihenfolge gegen das Corona-Virus. "Wir müssen diese Impfpriorität nochmal echt klug wägen. Ehrlich gesagt, schon in den nächsten Wochen, wenn man sieht, wie viel bleibt da übrig von Astrazeneca", sagte Söder am Dienstagabend in einem Online-Gespräch der «Bild»-Zeitung mit Kindern. "Es ist ja echt absurd, dass wir Impfstoff haben, den keiner will."

Söder fand deutliche Worte: "Das ist ziemlich ätzend, diese Geschichte mit Astrazeneca. Dieser Eindruck, dass der nicht wirksam sei, und dann liegt er rum." Wegen der Altersbeschränkung werde der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns inzwischen auch an Lehrkräfte und Erzieherinnen vergeben. "Aber das wird wahrscheinlich nicht reichen."

"Mein größter Wunsch wäre ein zusätzlicher Impfstoff für Kinder und Jugendliche", sagte Söder in der Fragerunde. "Dann könnten wir in der Schule alle durchimpfen, und dann hätten wir nach wenigen Wochen wieder absolute Freiheit."

Virologin Sandra Ciesek: Schnelltests können Schulen sicherer machen

19:13 Uhr: Antigen-Schnelltests sind aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen das Coronavirus. Solche Tests hätten zwei große Vorteile, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Coronavirus-Update": Sie seien schneller als PCR-Tests - "das heißt, sie können viel schneller reagieren" - und es seien mehr Tests möglich - "das heißt, sie können eine viel größere Anzahl durchführen."

Ciesek sagte weiter: "Diese Kombination machen sie in bestimmten Bereichen des Leben wie in der Schule zu einem sinnvollen Tool, um Infektionsketten schnell zu unterbrechen und die Ausbreitung in der Schule zu vermeiden." Schnelltests ermöglichten es nicht nur, dass man schnell erkennt, wenn jemand infiziert ist, "sondern vor allen Dingen auch infektiös (ansteckend) ist". Man müsse daher die Grenzen solcher Tests gut erklären. Grundsätzlich gelte aber: "Jeder richtig Erkannte zählt."

In Österreich werden zwei Mal wöchentlich alle Schüler und Lehrer getestet. Das habe "sicherlich einen großen Effekt", sagte Ciesek. "Es gibt Modellierungen, dass eine Testung zwei Mal pro Woche die Anzahl der Ausbrüche um ungefähr 50 Prozent reduzieren können." Es könne aber auch zu Problemen führen. Bei so vielen Tests gebe es auch falsch positive Befunde. "Wenn das häufiger passiert, dann kann beim Laien auch das Vertrauen in diese Testung verloren gehen."

Corona-Stopps: Kulturszene in Italien will nicht länger schweigen

18:43 Uhr: In Italien mehren sich die Proteste gegen die monatelangen Schließungen von Kultureinrichtungen wie Theatern und Kinos. Am Dienstag gingen Kultur-Beschäftigte in mehreren Städten wie Mailand, Rom und Palermo auf die Straßen, um eine Öffnung zu fordern. Gewerkschaften und Verbände hatten nach italienischen Medienangaben beklagt, dass ein Teil der Häuser schon seit rund einem Jahr dicht sei. Außerdem würden die von der Regierung in Rom zugesagten Hilfen bei vielen Kulturmachern nicht ankommen.

Der Klassik-Musikverband AIAM hatte am 25. Januar eine Internet-Aktion gestartet: Täglich kommt in den Sozialen Netzwerken in einem Kurzvideo einer der wenig bekannten Menschen zu Wort, die die Musikszene Italiens tragen. Die Männer und Frauen berichten, was das Mittelmeerland ohne Kunst und Kultur riskiert zu verlieren.

Kinos, Theater und Musiksäle sind mindestens seit Oktober 2020 zum Corona-Schutz geschlossen - einige noch länger. Museen, die nicht in kritischen Virus-Risikozonen liegen, durften jedoch im Februar wieder Publikum einlassen - allerdings nur von Montag bis Freitag und unter Schutzregeln wie dem Fiebermessen am Eingang.

Lockdown-Ende am 21. Juni: Petition für freien Tag in England

17:53 Uhr: Ein Feiertag gegen Corona: Mit einer Petition wird in England ein freier Tag gefordert, um das erwartete Ende aller Lockdown-Maßnahmen am 21. Juni zu feiern.

Innerhalb weniger Stunden unterzeichneten im Internet weit mehr als 10.000 Menschen den Antrag. Bei mehr als 10.000 Unterschriften muss die Regierung auf eine Petition reagieren, bei 100.000 muss das Parlament darüber diskutieren.

Der 21. Juni ist der frühestmögliche Termin, an dem alle Restriktionen aufgehoben sein sollen, wie der britische Premierminister Boris Johnson am Montag angekündigt hatte. Verbreitet wurde die Petition auch über den Twitter-Kanal "@DaysUntil21June" - zu deutsch: "Tage bis zum 21. Juni" -, der seit Montag die Tage bis zu dem Datum herunterzählt und dem Zehntausende Nutzerinnen und Nutzer folgen.

Der einmalige Feiertag sei eine Gelegenheit für Familien und Freunde, sich endlich wiederzusehen, betonen die Antragsteller. "COVID-19 hat sich auf viele verschiedene Arten negativ auf Menschen und Familien im ganzen Land ausgewirkt, nicht zuletzt auf ihre Möglichkeiten, sich zu treffen."

Als "längster Tag des Jahres" biete der 21. Juni die besten Chancen, in einer coronakonformen Umgebung im Freien zusammenzukommen.

Johnson hatte einen stufenweisen Ausstieg aus dem Lockdown angekündigt und mehrere Daten genannt. Er betonte, die tatsächlichen Lockerungen hingen aber von der Zahl der Neuinfektionen sowie dem Verlauf der Impfkampagne ab.

Ermittlungen gegen Kreuzfahrtgesellschaft nach Corona-Todesfällen

17:01 Uhr: Fast ein Jahr nach der Corona-bedingten Irrfahrt eines Kreuzfahrtschiffes in der Karibik ermittelt die Justiz gegen die italienische Gesellschaft Costa. Pariser Untersuchungsrichter gehen dem Verdacht der Gefährdung von Passagieren und der fahrlässigen Körperverletzung nach, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag von Seiten der Justiz erfuhr. Hunderte Kreuzfahrtreisende und Angehörige aus Frankreich hatten Anzeige erstattet.

Darunter sind auch die Familien von drei Passagieren, die an der Lungenkrankheit COVID-19 starben, wie ihre Anwälte mitteilten. Auf dem Schiff "Costa Magica" mit gut 2.300 Reisenden an Bord waren im März 2020 mehrere Coronavirus-Verdachtsfälle aufgetreten. Mehrere Karibik-Inseln verweigerten dem Schiff daraufhin die Einfahrt in ihre Häfen.

Den Klägern zufolge informierte die Besatzung die Passagiere nicht über die Lage und rief sie auf, sich stattdessen in den Geschäften, Saunen oder Restaurants an Bord zu vergnügen - ohne jede Abstandsregeln. Die Gesellschaft Costa beruft sich darauf, sie habe alle geltenden Vorschriften eingehalten und "die erhältlichen wissenschaftlichen Informationen" zum Virus beachtet. Im vergangenen Jahr hatten auch andere Kreuzfahrtschiffe wegen Corona-Fällen festgesessen.

Merkel konkretisiert Vorstellungen für Öffnungsstrategie

16:51 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Vorstellungen für vorsichtige Öffnungsschritte in Kombination mit vermehrten Testmöglichkeiten in der Corona-Pandemie konkretisiert. Es gebe drei Stränge, bei denen man Schritt für Schritt öffnen wolle, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Die Kanzlerin nannte die persönlichen Kontaktbeschränkungen sowie den Bildungs- und den Wirtschaftsbereich.

Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März sollten hier Öffnungsschritte erarbeitet werden, machte Merkel demnach deutlich. Dann solle vereinbart werden, unter welchen Umständen diese Schritte gemacht werden könnten.

Bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern. Man wolle einen Pfad bis in den Sommer hinein finden, bei dem man auch die Wirkung des Impfens deutlich sehen werde. Und bei dem möglichst nichts wieder geschlossen werden müsse, was geöffnet worden sei.

Bei den drei Strängen gehe es um persönliche Kontaktbeschränkungen und Möglichkeiten, sich in bestimmten Gruppen zu treffen, sagte Merkel demnach weiter. Beim zweiten Strang gehe es um Bildungsfragen - nach den Grundschulen die höheren Klassen, die weiterführenden Schulen, die Berufsschulen sowie die Universitäten.

Der dritte Strang habe zu tun mit den Wirtschaftsfragen - Geschäfte, Restaurants sowie eines Tages Hotels, sagte Merkel. Sie zählte dazu auch den Sport in Gruppen und kulturelle Veranstaltungen.

Am besten könne man sich Pakete vornehmen, bei denen man nicht nur aus einem Strang etwas nehme, sondern wo man sinnvoll versuche, aus den verschiedenen Lebensbereichen Dinge zusammenzuführen, schlug Merkel demnach vor. Nach den einzelnen Öffnungsschritten müsse überprüft werden, dass man nicht wieder in ein exponentielles Wachstum komme.

Sollte dies geschehen, werde man sehr schnell wieder in einer Situation sein, in der das Gesundheitswesen überlastet sein könne. Bei einem Verdopplungszyklus von 10 oder 14 Tagen sei man dann sehr schnell bei sehr hohen Zahlen.

Kontrollen an Grenzen zu Tschechien und Tirol werden bis 3. März verlängert

Ungeachtet der Kritik aus Brüssel hat Deutschland die Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol um eine Woche bis zum 3. März verlängert. Dies teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Dienstag in Berlin mit.

Die Maßnahmen, die zunächst bis Dienstag befristet waren, sollten unverändert fortgeführt werden. Die verschärften Grenzkontrollen waren Mitte Februar eingeführt worden, nachdem zuvor das Robert-Koch-Institut (RKI) Tschechien, die Slowakei sowie mit wenigen Ausnahmen das Land Tirol als Virusvariantengebiete eingestuft hatte.

Entsprechende Einreisebeschränkungen gelten schon länger unter anderem auch für Großbritannien, Portugal, die Republik Südafrika und Brasilien. Die Beschränkungen sehen vor, dass aus den betroffenen Gebieten nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen dürfen. Ausnahmen gibt es für Pendler und den Warenverkehr.

Die EU-Kommission hatte am Montag in einem Brief an den deutschen EU-Botschafter in Brüssel erneut die Kontrollen und Einreiseverbote zu Tschechien und Österreich kritisiert. Nach dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, kann der Schutz der deutschen Bevölkerung durch "weniger einschränkende Maßnahmen" erreicht werden.

Seehofer für frühere Corona-Impfung auch von Polizisten

16:25 Uhr: Nach dem Beschluss zur rascheren Corona-Impfung von Kita-Personal und Lehrkräften hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gefordert, auch Polizisten früher zu impfen. "Wir müssen die schützen, die uns schützen", erklärte Seehofer am Dienstag in Berlin. Neben Lehrern und Erziehern müsse auch die Polizei früher geimpft werden.

"Unsere Polizistinnen und Polizisten wissen morgens nicht, auf wen sie im Laufe der Tages treffen werden", hob Seehofer hervor. Wer jemanden festnehmen solle, könne keinen Abstand halten.

Bund und Länder hatten sich am Montag bei einer Gesundheitsministerkonferenz darauf geeinigt, die Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie die Kita-Beschäftigten nun in der Impfverordnung in die Prioritätsgruppe zwei statt drei einzustufen. Dies soll im Laufe der Woche umgesetzt werden.

Allerdings sind Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, auch bisher schon ebenfalls der Prioritätsgruppe zwei zugeordnet - ebenso wie auch Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Die Lehrkräfte und Kita-Beschäftigten würden also durch die nun vereinbarte Neuregelung diesen Polizeikräften gleichgestellt.

Sachsen-Anhalt erarbeitet Stufenplan für Einzelhandel-Öffnung

16:20 Uhr: Einzelhändler, Kulturschaffende, Gastronomen und weitere Dienstleister in Sachsen-Anhalt haben nach Monaten der coronabedingten Schließungen erstmals eine konkrete Aussicht auf Öffnung. In vier an bestimmte Infektionszahlen gekoppelten Schritten will die Landesregierung das tägliche Leben in fast allen Bereichen wieder hochfahren, wie der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra, nach einer Kabinettssitzung am Dienstag ankündigte.

Der Öffnungsplan, den das Kabinett nächste Woche endgültig beschließen soll, sieht auch eine schrittweise Lockerung der Kontaktbeschränkungen vor. Der erste Schritt soll demnach greifen, sobald die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Sachsen-Anhalt pro Woche und 100.000 Einwohner fünf Tage lang unter 50 liegt.

Dann sollen etwa Treffen mit bis zu fünf weiteren Personen erlaubt werden, statt wie derzeit mit nur einer. Im Einzelhandel dürfen Verkäufer sich dann nach vorheriger Terminvereinbarung mit bis zu zwei Kunden zur Verkaufsberatung treffen. Auch Übernachtungen auf Campingplätzen sollen dann wieder erlaubt sein.

Sobald der Wert fünf Tage lang unter 35 liegt, soll der zweite Schritt folgen. Dann sollen der Einzelhandel und Restaurants unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen dürfen.

Auch Theater, Kinos und Konzerthäuser sollen dann für bis zu 250 Gäste wieder öffnen dürfen. Privat sollen im zweiten Öffnungsschritt Treffen mit bis zu zehn weiteren Menschen möglich sein.

Verharrt der Sieben-Tage-Wert über drei Wochen unter 35, sollen im dritten Schritt Treffen mit 15 weiteren Personen erlaubt sein, außerdem auch Bars aufmachen dürfen und Busreisen und Wettkämpfe im Amateursport erlaubt werden. Bleibt der Wert dann weitere drei Wochen unter 35, sollen im vierten Schritt die Kontaktbeschränkungen gänzlich wegfallen.

Auch Sportveranstaltungen sollen dann wieder gestattet werden, mit bis zu 500 Besucherinnen und Besuchern drinnen und bis zu 1.000 bei Veranstaltungen unter freiem Himmel.

Brasilien erteilt Impfstoff von Biontech/Pfizer endgültige Zulassung

16:08 Uhr: Als erstes Land auf dem amerikanischen Kontinent hat Brasilien dem Impfstoff von Biontech/Pfizer eine endgültige Zulassung erteilt. Nach 17-tägiger Überprüfung habe das Vakzin eine Zulassung für seinen großflächigen Einsatz erhalten, teilte der Chef der Aufsichtsbehörde Anvisa, Antônio Barra Torres, am Dienstag mit. Allerdings ist der Wirkstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer in Brasilien noch gar nicht erhältlich.

In Südamerikas größtem und bevölkerungsreichstem Staat werden derzeit der von China entwickelte Impfstoff CoronaVac sowie das Vakzin von Astrazeneca eingesetzt. Für beide Vakzine hatten die Behörden eine Notfallzulassung erteilt.

Im Gegensatz zu ihnen darf der Impfstoff von Biontech/Pfizer nun für die gesamte Bevölkerung verwendet, und die Impfdosen dürfen vermarktet werden.

Pfizer hatte im Januar enthüllt, dass es Brasilien bereits im August rund 70 Millionen Dosen angeboten hatte. Die Verhandlungen seien aber am Beharren der Behörden gescheitert, die Hersteller im Falle unvorhergesehener Nebenwirkungen haftbar zu machen.

Laut einem brasilianischen Abgeordneten hatten neben Brasilien nur noch Venezuela und Argentinien auf diese Haftungsklausel bestanden. Anvisa ging darauf in ihrer Erklärung nicht mehr ein.

Staatschef Jair Bolsonaro hatte sich noch im Dezember über die Forderungen von Biontech/Pfizer lustig gemacht. Sollten sich Impfkandidaten nach der Spritze in "Alligatoren" verwandeln, sei das ihr eigenes Problem, sagte der bekennende Impfskeptiker, der die Pandemie stets kleingeredet hat.

Tschechische Krankenhäuser am Limit

15:54 Uhr: Angesichts der hohen Corona-Fallzahlen hat Tschechien seine Kapazitätsgrenze bei den Plätzen auf den Intensivstationen erreicht. Vor allem qualifiziertes Personal fehle, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Vladimir Cerny am Dienstag vor Journalisten.

Er verwies auf die Möglichkeit, Patienten aus dem schwer betroffenen tschechischen Westen in deutsche Krankenhäuser zu verlegen. Die Regierung dürfte Deutschland demnach offiziell bitten, Patienten aufzunehmen.

Laut einer AFP-Zählung liegt das Land bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen weltweit an der Spitze, bei den Todesfällen nur hinter der benachbarten Slowakei. Cerny warnte vor einer Überlastung des gesamten Gesundheitssystems.

Bei der Behandlung von Nicht-Corona-Patienten gebe es bereits Verzögerungen. "Wir stehen kurz davor, dass uns die Kapazitäten für die Intensivpflege ausgehen. Das System ist nahe an seiner Grenze."

Tschechien registrierte am Dienstag mehr als 1.300 Patienten auf der Intensivstation, darunter 660 an Beatmungsgeräten, wie Cerny erklärte.

Vor zwei Wochen hatte Gesundheitsminister Jan Blatny noch ein Angebot aus Deutschland abgelehnt, das Krankenhaus in der westlichen Stadt Cheb zu entlasten. Er erntete dafür öffentliche Kritik.

Brandenburger Gartenmärkte dürfen am Montag öffnen

15:38 Uhr: In Brandenburg dürfen am Montag neben Friseursalons auch Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen. Das gab Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung bekannt. Diese Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind bereits nach der aktuellen Verordnung möglich, die noch bis zum 7. März gültig ist.

"Das ist ein kleiner Schritt, das ist mir bewusst", sagte Woidke. "Ich weiß, dass die Erwartungen bei den Industrie und Handelskammern, bei den Handwerkskammern und im Einzelhandel deutlich größer sind."

Bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch kommender Woche wollen sich die Regierungschefs auf einen Perspektivplan zur Öffnung weiterer Bereiche im Einzelhandel, der Gastronomie und der Kultureinrichtungen verständigen.

Corona-Lage auf Mallorca inzwischen besser als in Deutschland

15:27 Uhr: Die Corona-Lage auf des Deutschen liebster Urlaubs-Insel Mallorca und auf den anderen Balearen verbessert sich im Zuge des strengen Lockdowns weiterhin rapide. Die spanische Region meldete am Dienstag nur noch 52 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Das sind die niedrigsten Werte seit Ende Juli. Vor genau einer Woche waren noch 128 neue Fälle erfasst worden. Der am 4. Januar registrierte Tageshöchstwert lag mit 1865 sogar mehr als 35 Mal so hoch.

Mit rund 46 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gehören die Balearen, die im Dezember lange die schlimmsten Zahlen ganz Spaniens hatten, inzwischen zu den Regionen des Landes mit den besten Werten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid lag nur Extremadura an der Grenze zu Portugal mit einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von 36,5 besser. Die Kanaren, die vom Tourismus genauso stark abhängig sind wie die Balearen, hatten knapp 48.

Mallorca hat aktuell auch bessere Zahlen als fast alle deutsche Regionen. Nach Angaben des Robert Koch Instituts lag die Sieben-Tage-Inzidenz zum Beispiel in Hamburg bei 66, in Berlin bei 55 und in Bayern bei 58. "Spitzenreiter" ist Thüringen mit 120.

Nicht nur bei den Infektionen gibt es eine positive Entwicklung auf den Balearen. Auch die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich zusehends. Die Zahl der Intensivpatienten mit COVID ging am Dienstag um fünf auf 60 zurück. Noch vor einem Monat waren es 128 gewesen.

Stockholm rät Einwohnern zum konsequenten Maskentragen

14:41 Uhr: Die schwedische Hauptstadt Stockholm legt ihren Einwohnern angesichts wieder steigender Neuinfektionszahlen den umfassenden Gebrauch eines Mund-Nasen-Schutzes ans Herz. "Wir wollen, dass man während des gesamten Tages Mundschutz im öffentlichen Verkehr verwendet", sagte die Infektionsschutzärztin der Region Stockholm, Maria Rotzén Östlund, am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Auch in bestimmten überdachten Bereichen - etwa beim Friseur, in der Apotheke oder im Lebensmittelmarkt - sowie bei Bedarf am Arbeitsplatz werde zum Mundschutz geraten. Die Empfehlungen gelten mit sofortiger Wirkung und vorläufig bis zum 22. März.

Schweden ist in der Coronakrise einen Sonderweg mit vergleichsweise freizügigen Corona-Maßnahmen sowie Empfehlungen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Damit einhergegangen waren höhere Infektions- und Todesfallzahlen als zum Beispiel in Deutschland. Seit einem neuen Höchststand bei den Neuinfektionen im Dezember sind die schwedischen Corona-Zahlen wieder gesunken, allerdings halten sie sich seit längerem auf einem Niveau mit mehr als doppelt so vielen neuen Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner wie in Deutschland. Das Niveau sei definitiv zu hoch, sagte Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

In der Hauptstadtregion Stockholm sind die Fallzahlen in der vergangenen Woche um 27 Prozent gestiegen, nach einem Anstieg um 24 Prozent in der Woche davor. Bislang war den Schweden das Maskentragen nur in Stoßzeiten im Nahverkehr empfohlen worden.

Labore: Corona-Mutante breitet sich aus - nun rund 30 Prozent Anteil

14:28 Uhr: Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich nach Beobachtung eines großen Laborverbands in Deutschland weiter aus. Während sich die Rate der positiven Corona-Tests insgesamt in den vergangenen Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, sagte Michael Müller, der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), am Dienstag in einer Videoschalte. In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei annähernd 30 Prozent gelegen. Die Angaben bilden die Ansteckungen von ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor ab.

Müller sprach von einer erwartbaren Zunahme. In dieser Woche laufe in den Laboren wieder eine Erhebung für das Robert-Koch-Institut (RKI). In dessen Berichten zur Entwicklung der Mutanten sind die ALM-Daten ein Baustein. Zuletzt hatte das RKI von einem Anstieg der britischen Variante von knapp 6 auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

Von den rund 934.000 Labortests in der Woche vom 15. bis 21. Februar waren nach ALM-Daten 6,47 Prozent positiv, die Auslastung habe bei 50 Prozent gegen. Auf ansteckendere Virusvarianten wird davon allerdings nur ein Bruchteil untersucht. Die ALM-Auswertungen basieren auf Daten von rund 170 Laboren und stellen den Angaben nach rund 90 Prozent des Testgeschehens in Deutschland dar.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich eine Absenkung der Hürden für einen PCR-Test angekündigt. Hintergrund sind die im Gegensatz zu Dezember wieder verfügbaren Testkapazitäten in den Laboren. Nun soll es demnach wieder möglich sein, dass jeder mit Symptomen eine PCR-Testung erhält, zuvor galt dies nur bei schwereren Anzeichen der Erkrankung. Auch die Durchführung von Corona-Schnelltests in vielen Bereichen führen dem Verband zufolge zur gesunkenen Auslastung der Labore.

Mützenich kritisiert "Ankündigungsminister" Spahn wegen Schnelltests

14:18 Uhr: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür kritisiert, dass die kostenlosen Corona-Schnelltests später kommen als zunächst angekündigt. "Dass der "Ankündigungsminister" Spahn hier offensichtlich gestern wieder zurückrudern musste, hat uns doch sehr irritiert", sagte Mützenich am Dienstag in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei offensichtlich gezwungen gewesen, ihren Gesundheitsminister "zurückzupfeifen".

Das Testen sei Voraussetzung für verlässliche Öffnungsschritte, betonte Mützenich. Nachdem Spahn vor zwei Wochen angekündigt habe, dass kostenlose Schnelltests für alle möglich sein, habe er nun eingestehen müssen, dass das nicht funktioniere. "Ich finde er sollte doch endlich gelernt haben, nicht immer nur Ankündigungen zu machen, sondern endlich auch die Dinge zu präsentieren, von denen er so überzeugt ist." Mützenich fügte hinzu, über die Kosten der Schnelltests zu reden sei "eine Ablenkung".

Spahn hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen - etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken. Darüber soll nun aber erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden, wie Regierungssprecher Steffen Seibert nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts (Montag) erklärt hatte.

Jens Spahns Pläne ausgebremst: Doch keine Schnelltests für alle ab 1. März

Gesundheitsminister Spahn hatte zuletzt immer wieder angekündigt, dass ab 1. März das Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen. Dieser Plan wird sich jedoch verzögern. Es gibt offene Fragen.

Aiwanger fordert Hotelöffnungen für Gäste mit negativem Corona-Test

13:41 Uhr: Ab Ostern sollen Hotels und Gaststätten nach Ansicht von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wieder Gäste mit einem negativen Corona-Test beherbergen dürfen. "Hier muss Richtung Ostern eine Perspektive kommen", sagte der Freie-Wähler-Chef am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Trotz aller Schwierigkeiten in der Pandemie sehe er positive Signale.

Aiwanger nannte hier zum einen die bayernweite Inzidenz unter 60 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen und zum anderen die deutliche Entlastung in den Kliniken. 470 Corona-Patienten in Bayern seien derzeit auf Intensivstationen in Behandlung, das sei in etwa eine Halbierung seit Jahresanfang.

Mit Blick auf die in der kommenden Woche stattfindende Konferenz von Bund und Ländern betonte Aiwanger, dass er sich Wünsche, dass es hier mehr Mut für Lockerungen gebe, zumal ja anders als vor einem Jahr nun auch Hilfsmittel wie Masken und Schnelltests vorhanden seien. Nach den Wochen des Lockdowns seien die Schäden in der Wirtschaft teils massiv, gerade auch in den Bereichen Handel, Gastronomie und auch Kulturwirtschaft.

Laschet rechnet mit Öffnungsstrategie in der nächsten Woche

13:24 Uhr: Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz in der kommenden Woche Öffnungsperspektiven in der Corona-Pandemie. "16 Länder erwarten, dass wir eine Öffnungsstrategie vorlegen", sagte er am Dienstag in Düsseldorf. Das sei Beschlusslage. "Dass eine Perspektive erkennbar ist: wo wird es hingehen - damit rechne ich bei der Ministerpräsidentenkonferenz."

NRW trete seit über einem Jahr dafür ein, dass bei Öffnungsschritten nicht nur auf die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz zu blicken sei, sagte Laschet. "Man braucht mehr Instrumentarien, um Infektionsketten nachzuverfolgen." Hier gebe etwa eine neue App Anlass zu Hoffnungen. Darüber hinaus seien die zur Verfügung stehenden Impf-Instrumentarien und Test-Instrumentarien wichtige Kriterien für Öffnungsentscheidungen. Derzeit erörterten die Chefs der Staatskanzleien, ob man mehr öffnen kann, wenn mehr getestet werden kann, sagte Laschet.

Deutschland verlängert Grenzkontrollen um acht Tage

12:54 Uhr: Die Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol werden bis zum 3. März verlängert. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Dienstag auf Nachfrage bestätigte, sollen die seit dem 14. Februar geltenden Verbote und Regeln für Einreisen von dort unverändert beibehalten werden.

Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Von dort dürfen aktuell nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Regeln waren zunächst für zehn Tage eingeführt worden.

Die Bundespolizei kontrolliere die Einhaltung der verschärften Einreisebestimmungen an diesen Grenzabschnitten "örtlich und zeitlich flexibel mit eindeutigen Schwerpunkten auf internationalen, beziehungsweise überregionalen Verkehrsverbindung, um eine möglichst lückenlose Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs sicherzustellen", hieß es aus dem Bundespolizeipräsidium in Potsdam. Die Zahl der Menschen, die an den Grenzen abgewiesen werden, ging den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen zurück, "weil sich die Reisenden aufgrund der Kontrollen zunehmend regelkonform verhalten".

Mehrere der Vorgaben seien unverhältnismäßig oder unbegründet, hieß es in einem Beschwerdebrief der EU-Kommission an den deutschen EU-Botschafter Michael Clauß in Brüssel. "Wir glauben, dass das nachvollziehbare Ziel Deutschlands - der Schutz der öffentlichen Gesundheit in einer Pandemie - durch weniger restriktive Maßnahmen erreicht werden könnte", führte die Kommission darin weiter aus.

Ethikrats-Chefin kritisiert priorisierte Impfung von Pädagogen

12:12 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, sieht die priorisierte Impfung von Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern kritisch. "Wenn ich das ehrlich beantworten soll, habe ich sehr gemischte Gefühle", erklärte Buyx am Dienstag im Deutschlandfunk.

Sie könne zwar die politische Motivation nachvollziehen, auch wisse sie, dass Schulen und Kitas ein "essenzieller Bereich der Gesellschaft" seien. "Ich muss aber auch gestehen: Ich hätte mir gewünscht, dass man eine erhöhte Sicherheit dort erreicht hätte, beispielsweise über Tests."

Vorgezogene Impfung für Lehrer und Kitakräfte: Ethikrat kritisiert Änderung

Erzieher und Lehrer wurden von der dritten Impfgruppe in die zweite vorgezogen. Der Ethikrat kritisiert diese Entscheidung.

Das Verändern der Impf-Priorisierung bedeute nämlich auch, dass man das ursprüngliche Prinzip dahinter aufgebe. Der Impfplan sei "sehr gut überlegt" gewesen. Zudem habe die ständige Impfkomission klar gesagt, dass Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher nicht den gleichen Risiken ausgesetzt seien wie Menschen, die von Beginn an in der zweiten Gruppe der Impf-Reihenfolge waren, "da reden wir ja tatsächlich von Patientinnen und Patienten, die aktiv in der Chemotherapie sind", sagte Buyx. "Und das (...) macht mir Bauchschmerzen."

Zudem sei die Verteilung der Vakzine angesichts der knappen Impfmengen derzeit sowieso schon ein Problem. Zwar gebe es keinen "harschen Verteilungskonflikt", und in der nächsten Zeit rechne man mit viel mehr Impfdosen. Aber klar sei derzeit auch: "Wenn Sie einer Gruppe bevorzugt etwas geben, dann fehlt es eben tatsächlich irgendwo anders", erklärte die Ethikrats-Vorsitzende. So werde der Impfprozess im Gesamten verlangsamt.

Zur Absicherung von Kita- und Schulöffnungen sollen Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte früher geimpft werden. Nach einem Entwurf des Gesundheitsministeriums rücken "Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und an Grundschulen tätig sind", von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge. Die geänderte Impfverordnung könnte an diesem Mittwoch in Kraft treten. Die Gesundheitsminister der Bundesländer sprachen sich bei einem Treffen ohne Gegenstimmen für diese neue Regelung aus, wie Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mitteilte (Montag).

Infektionsforscher kritisiert Fokus auf Corona-Inzidenz

12:02 Uhr: Für den Epidemiologen Gérard Krause ist der Sieben-Tage-Wert bei den Corona-Infektionen allein eine unzureichende Grundlage für einen Stufenplan. Er halte die Konzentration auf die Inzidenz für problematisch, da sie "kein stabiler Indikator" sei, der die Schwere der Pandemie abbildet, sagte der Forscher des Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung am Dienstag in einer Anhörung der niedersächsischen Landtagsfraktionen von Grünen und FDP. So sei der Sieben-Tage-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner abhängig von der Zahl der durchgeführten Tests.

Außerdem fehlten Daten über die Ausbreitung des Virus in bestimmten Alters- oder Berufsgruppen, etwa bei den Lehrern. Darüber hinaus müssten die Krankheitslast, etwa schwere Verläufe, und die Eindämmbarkeit, etwa die Länge von Infektionsketten, stärker berücksichtigt werden.

Die Physikerin Viola Priesemann, die in Göttingen eine Max-Planck-Forschungsgruppe leitet, warnte in der Anhörung, eine voreilige Lockerung des Lockdowns könne zu anhaltend hohen Fallzahlen und damit zu andauernden Einschränkungen führen. Viele Lockerungen auf einen Schlag erschwerten es zudem nachzuvollziehen, welche Maßnahme welchen Effekt hat. Priesemann warb daher für ein Plädoyer der Politik für niedrige Fallzahlen. "Einen 'Lockdown light forever' hatten wir in den letzten Monaten schon zur Genüge", sagte sie.

Sorge in einigen Regionen Frankreichs über Explosion der Covid-Zahlen

11:49 Uhr: In einigen Regionen Frankreichs herrscht große Beunruhigung wegen der alarmierenden Corona-Situation. In der nordfranzösischen Küstenstadt Dunkerque (Dünkirchen) ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner der Regionalen Gesundheitsbehörde zufolge zuletzt auf mehr als 900 angestiegen. Regionalpolitiker fordern nun eine schnelle Reaktion. "Wenn strenge Maßnahmen zur Eindämmung notwendig sind, müssen diese zumindest an den Wochenenden ergriffen werden", sagte Jean-René Lecerf, der Präsident des Département-Rats Nord, am Dienstag dem Sender Franceinfo.

Für Teile von Frankreichs Mittelmeerküste ist zuletzt wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus ein Teil-Lockdown verhängt worden. An den kommenden beiden Wochenenden soll für die städtische Küstenregion des Département Alpes-Maritimes ein Lockdown gelten. Angesichts der Varianten sei es dringend notwendig, zu handeln, wo immer es nötig sei, sagte Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi dem Sender BFM TV. Die Küstenmetropole ist besonders schwer getroffen. Im gesamten Département liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, also der sogenannte Inzidenzwert, bei mehr als 580.

Ähnliche Maßnahmen wie am Mittelmeer fordern einige Politiker nun auch für Dunkerque. "Es ist eine Welle im Anmarsch, und wir versuchen, die Ausbreitung zu stoppen (...)", sagte der Pariser Abgeordnete aus dem Département Nord, Paul Christophe, dem Sender Franceinfo. In Nizza habe es jetzt möglicherweise eine so schnelle Reaktion gegeben, weil die Stadt als wichtiges Touristenziel gelte. Die Strände von Dunkerque seien jedoch das Ziel für Menschen aus der gesamten Region Lille, so Christophe. Medienberichten nach soll sich nun auch Premierminister Jean Castex für strengere Maßnahmen ausgesprochen haben.

Insgesamt ist die Corona-Situation in Frankreich weiter angespannt, aber die Lage war recht stabil. Allerdings ist der landesweite Inzidenzwert zuletzt wieder leicht auf mehr als 200 angestiegen. Im gesamten Land gilt seit mehreren Wochen eine strenge Ausgangssperre ab 18 Uhr. Anders als in Deutschland sind Schulen und Einzelhandel weitgehend geöffnet.

Fauci gibt Trump Mitschuld an hoher Zahl von US-Corona-Toten

Der damalige US-Präsident Donald Trump hört seinem Berater Anthony Fauci bei einem Coronavirus-Briefing im Weißen Haus im April 2020 zu.

10:33 Uhr: Der US-Chef-Virologe Anthony Fauci macht Ex-Präsident Donald Trump mitverantwortlichen für die "erschütternden" Corona-Todeszahlen in den Vereinigten Staaten. Am Montag hatte dort die Summe der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 die Marke von 500.000 überschritten. In absoluten Zahlen gibt es in keinem anderen Land der Welt so viele bestätigte Corona-Todesfälle.

"Das fehlende Mitwirken an der obersten Spitze der Landesführung bei dem Versuch, alles zu tun, was wissenschaftlich fundiert war, war eindeutig nachteilig für die Bemühungen (zur Eindämmung der Pandemie, Anm. d. Red.)", sagte Fauci in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine weitere Ursache für die Entwicklung in den USA sieht der Immunologe in der politischen Spaltung des Landes. Das Tragen einer Maske wurde zu einer politischen Aussage anstatt eine Maßnahme der öffentlichen Gesundheit, kritisierte Fauci. "Selbst unter den besten Bedingungen wäre das ein erhebliches Problem gewesen", erklärte Fauci mit Blick auf das Ansteckungsrisiko durch das Coronavirus und die Entwicklung in anderen Ländern, darunter auch Deutschland. Aber das erkläre nicht, wie eine reiche und hoch entwickelte Nation wie die USA "zum am härtesten getroffenen Land der Erde werden kann". "Das hätte meiner Meinung nach nicht passieren dürfen", ergänze der 80-Jährige.

In den vergangenen hundert Jahren sei den Vereinigten Staaten im Gesundheitssektor nichts vergleichbar Schlimmes zugestoßen. Fauci glaubt: Noch in Jahrzehnten würden sich die Menschen an "das schreckliche Jahr 2020 und vielleicht auch 2021 erinnern". Fauci ist seit Jahrzehnten Berater des Weißen Hauses und war beziehungsweise ist sowohl unter Trump als auch unter dem aktuellen Präsidenten Joe Biden Teil der Coronavirus-Task-Force der US-Regierung.

Virologe Anthony Fauci greift Ex-Präsident Donald Trump an

Anthony Fauci hat angesichts von einer halbe Million Toten in den USA in der Coronapandemie den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump angegriffen und von einem "fehlende Mitwirken an der obersten Spitze der Landesführung" gesprochen.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller fordert Lockerungs-Perspektive

Michael Mueller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, während einer Pressekonferenz.

09:46 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat in der Diskussion um weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen konkrete Öffnungs-Perspektiven gefordert. "Was uns schon in der letzten Ministerpräsidentenkonferenz wichtig war, muss jetzt miteinander verabredet werden - nämlich die Perspektive 'Wann passiert was'", sagte Müller am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Sehr viele Menschen würden es akzeptieren, wenn sie "wissen, was in drei oder vier Wochen ermöglicht wird".

Insbesondere die Wirtschaft könne sich dann auf die Öffnung einstellen. "Es geht darum zu verabreden, ab welchen Zahlen oder Schutzmaßnahmen man sich etwas zutrauen kann", sagte Müller. Dinge von heute auf morgen einfach zu öffnen sei ein Risiko, das niemand eingehen könne, "solange wir nicht wissen, wie sich die Mutanten verhalten", sagte Müller.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz kritisierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für die Verschiebung der versprochenen kostenlosen Antigentests ab dem 1. März. "Es ist zum wiederholten Mal so, dass von Seiten des Bundesgesundheitsministers Dinge angekündigt wurden, die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen", sagte Müller. Wenn entprechende Testkapazitäten nicht wie angekündigt zum 1. März da seien, "müssen wir sehen, dass wir das mit anderen Maßnahmen, für die Tage bis sie da sind, auffangen."

70 Prozent der Israelis ab 16 mindestens einmal gegen Corona geimpft

09:15 Uhr: Rund 70 Prozent der Menschen in Israel ab 16 Jahren sind mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Knapp 4,5 Millionen Israelis hätten die Erstimpfung und mehr als drei Millionen bereits die Zweitimpfung erhalten, schrieb der israelische Gesundheitsminister Juli Edelstein am Dienstag bei Twitter.

Israel ist ein sehr junges Land und hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Davon sind mit 6,4 Millionen rund 70 Prozent über 16 Jahre alt und rund 30 Prozent unter 16. Die Jüngeren können bisher noch nicht geimpft werden. Rund 755 000 Israelis gelten nach einer Corona-Erkrankung als genesen.

Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neun mal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang etwa 3,3 Millionen Menschen eine erste und rund 1,7 Millionen auch eine zweite Impfung.

Israel hatte am Sonntag den sogenannten Grünen Pass eingeführt. Er erlaubt es Corona-Geimpften und Genesenen, wieder in Fitness-Studios, Hotels und Theater zu gehen sowie Sportereignisse zu besuchen. Auch für Nichtgeimpfte gab es Erleichterungen, es wurden unter anderem Einkaufszentren, Museen und Bibliotheken wieder geöffnet. Alle sind jedoch aufgerufen, sich weiter an die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand zu halten.

Die Infektionszahlen waren zuletzt stetig gefallen, sind jedoch weiter hoch. Zum jüdischen Karnevalsfest Purim, das am Donnerstag beginnt, erwägt die Regierung die Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre. Vor einem Jahr hatten sich nach Angaben von Experten viele Menschen in Israel auf Karnevalsfeiern angesteckt. Gesundheitsminister Edelstein warnte vor "riesigen Ansteckungspartys" auch in diesem Jahr.

Mobilitätsforscher hält Erreichen von 35er-Inzidenz für "vorerst unrealistisch"

Kai Nagel, Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin.

06:53 Uhr: Mit der offenbar raschen Ausbreitung einer ansteckenderen Corona-Mutante in Deutschland rückt die Zielmarke von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus Expertensicht in die Ferne. Ohne zusätzliche Maßnahmen erscheine das Erreichen dieses Werts "bis auf weiteres unrealistisch", erklärte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Deutschen Presse-Agentur. Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

Die vor Weihnachten zunächst in Großbritannien entdeckte Mutante B.1.1.7 breitet sich nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von vergangener Woche auch hierzulande aus: Binnen zwei Wochen wuchs der Anteil in Stichproben von knapp 6 auf 22 Prozent. Berücksichtige man die deutlich erhöhte Ansteckungswahrscheinlichkeit, sei die Situation laut Modell "deutlich kritischer als bisher von uns vorhergesagt", erläuterte Nagel. "Bei reiner Beibehaltung der jetzigen Maßnahmen bekommen wir dann laut Modell eine dritte Welle; jede Art von Öffnungen vergrößert diese Welle."

Nagel betonte: "Wir können dagegenhalten, indem Kontakte in Innenräumen ohne Schutzmaßnahmen generell vermieden werden." Zu solchen zu vermeidenden Kontakten gehörten neben Schulen auch Mehrpersonenbüros und gegenseitige Besuche. Mögliche Schutzmaßnahmen seien Masken, Schnelltests, Impfungen und eine Verlagerung von Veranstaltungen nach draußen.

In die Modelle der TU-Wissenschaftler fließen auch Kennzahlen zum Virus und Aspekte wie die Temperatur und die davon abhängigen Freizeitaktivitäten ein. Zuletzt sei in den Mobilitätsdaten kein verändertes Verhalten der Menschen zu sehen gewesen, schilderte Nagel - mit Ausnahme der Wochenenden, an denen bei besserem Wetter mehr Leute unterwegs seien. Solange diese zusätzlichen Aktivitäten allerdings im Freien stattfänden, "entstehen daraus laut unseren Modellen aber keine relevanten zusätzlichen Infektionen", so Nagel.

RKI registriert 3883 Corona-Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle

05:31 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RobertKoch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3883 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 415 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3.856 Neuinfektionen und 528 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 03.11 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 60,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (61,0). Vor vier Wochen, am 26. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 107,6 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2 394.811 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.02., 03.11 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 207 700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 68 318.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,05 (Vortag 1,10). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Ab März gibt's Corona-Schnelltests für jeden - das könnte sich dadurch ändern

Schnelltests für den privaten Gebrauch könnten eine neue Stufe in der Bekämpfung der Corona-Pandemie einläuten. Mehrere Hersteller haben Zulassungen beantragt, schon im März könnten sie auf den Markt kommen. © ProSiebenSat.1

Biden: Mehr tote Amerikaner durch Pandemie als in beiden Weltkriegen und Vietnamkrieg zusammen

05:02 Uhr: Die USA haben am Montag die Schwelle von einer halben Million Corona-Toten überschritten. "Damit sind in einem einzigen Jahr wegen dieser Pandemie mehr Amerikaner gestorben als im Ersten Weltkrieg, dem Zweiten Weltkrieg und dem Vietnamkrieg zusammengenommen", sagte US-Präsident Joe Biden am Montagabend (Ortszeit) in einer Ansprache im Weißen Haus.

Zu diesem traurigen Anlass sei es Zeit, den Toten zu gedenken und an deren Angehörige und Freunde zu denken. Biden ordnete das Herabsetzen der amerikanischen Flaggen auf halbmast an, um der rund 500.000 Corona-Toten im Land zu gedenken. Dies gelte für öffentliche Gebäude, Militärstützpunkte und alle diplomatischen Vertretungen der US-Regierung im Ausland, erklärte das Weiße Haus.

In seiner Rede warnte Biden zudem eindringlich davor, in Anbetracht der hohen Zahl an Toten abzustumpfen. "Wir müssen uns dagegen wehren, taub gegen das Leid zu werden. Wir müssen uns dagegen wehren, jedes Leben als eine Statistik zu sehen", forderte der 78-Jährige. Jeder Corona-Tote habe Familie, Freunde und ein "außerordentliches Leben" gehabt, das zu früh beendet worden sei.

Bis Montagnachmittag hatten US-Behörden nach Daten der Universität Johns Hopkins 500.159 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2 gemeldet. In absoluten Zahlen gibt es in keinem anderen Land der Welt so viele bestätigte Corona-Todesfälle.

Biden will am Montagabend (Dienstag, 0:00 Uhr MEZ) in einer Ansprache der Opfer der Pandemie gedenken. Im Anschluss wollen Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris eine Schweigeminute abhalten.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

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