Corona-Proteste: Bewaffnete Demonstranten belagern Parlament in Michigan

In Teilen der USA liegen die Nerven blank. In Michigan haben sich bewaffnete Demonstranten Zutritt zum Parlamentsgebäude verschafft und dort für Aufruhr gesorgt.

Während einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen im US-Bundesstaat Michigan belagern Demonstranten das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Lansing.
Zurzeit haben Schulen und die meisten Geschäfte im Bundesstaat geschlossen. Es gelten strikte Ausgangssperren.
Dennoch versammeln sich am Donnerstag US-Medien zufolge Hunderte Menschen im Eingangsbereich des Amtssitzes der Gouverneurin Gretchen Whitmer.
Michigans Hauptstadt Lansing ist seit Längerem Schauplatz des Protestes von Tea-Party-Rechten, Staatsverächtern und Verschwörungstheoretikern gegen die Corona-Restriktionen.
Das öffentliche Tragen von Gewehren ist in Michigan legal, auch im Parlamentsgebäude. Aber die zum Teil schwer bewaffneten Männer, die gegen die Politik der demokratischen Gouverneurin protestieren, wirken dennoch bedrohlich.
"Direkt über mir brüllen uns Männer mit Gewehren an. Einige meiner Kollegen tragen kugelsichere Westen", berichtet die demokratische Senatorin Dayna Polehanki auf Twitter.
Einen Mundschutz trägt fast niemand und die gesetzlichen Abstandsregeln halten die Demonstranten ebenfalls nicht ein.
Der Mob, der derzeit nicht nur in Lansing vor den Kapitolen vieler Bundesstaaten aufmarschiert, sieht sich als letzte Bastion des amerikanischen Freiheitsdenkens.
In Michigan sind inzwischen 3789 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die meisten Toten gab es in und um Detroit. Auch in diesem Bundesstaat fallen der Pandemie überdurchschnittlich viele Afroamerikaner zum Opfer.