• 22:42 Uhr: ➤ Tschentscher fordert 2G-Regel in ganz Deutschland
  • 17:43 Uhr: Berliner Senat bereitet offenbar 2G-Regelungen vor
  • 17:42 Uhr: US-Gericht setzt Bidens Pläne für weitreichende Impfpflichten aus
  • 16:56 Uhr: Uneinigkeit über mögliches Bund-Länder-Treffen
  • 14:20 Uhr: Andrang auf Österreichs Impfzentren wegen 2G-Regel
  • 11:42 Uhr: Mehr Impfungen nach härteren Regeln in Griechenland
  • 10:56 Uhr: Mediziner beklagen zunehmende Angriffe wegen Impfungen

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➤ Tschentscher fordert 2G-Regel in ganz Deutschland und Dialog mit Ungeimpften

Der Berliner Senat plant laut einem Zeitungsbericht die Einführung von sogenannten 2G-Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in der Hauptstadt. "2G wird vorbereitet", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Sonntagnachmittag dem "Tagesspiegel". Näher zu den Maßnahmen äußerte sie sich aber nicht. Auch ein Sprecher Kalaycis und die Senatskanzlei wollten dem Blatt zufolge dazu zunächst keine Aussagen treffen.

Eine Einführung der 2G-Regelungen könnte laut "Tagesspiegel" womöglich zum Ende der Woche erfolgen. Derzeit gilt in Berlin, dass etwa Betreiber von Restaurants oder Veranstalter selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen vollständig gegen das Coronavirus Geimpften, von einer Corona-Erkrankung Genesenen und negativ auf das Virus Getesteten (3G) erlauben oder nur noch Geimpften und Genesenen (2G).

In Berlin waren - wie auch bundesweit - die Infektionszahlen zuletzt deutlich gestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag in der Hauptstadt nach Angaben des Senats bei 195,3. Die Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von einer Woche an.

Die weiteren Corona-News vom 07. November

Berliner Senat bereitet offenbar 2G-Regelungen vor

17:43 Uhr: Der Berliner Senat plant laut einem Zeitungsbericht die Einführung von sogenannten 2G-Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus in der Hauptstadt. "2G wird vorbereitet", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Sonntagnachmittag dem "Tagesspiegel". Näher zu den Maßnahmen äußerte sie sich aber nicht. Auch ein Sprecher Kalaycis und die Senatskanzlei wollten dem Blatt zufolge dazu zunächst keine Aussagen treffen.

Eine Einführung der 2G-Regelungen könnte laut "Tagesspiegel" womöglich zum Ende der Woche erfolgen. Derzeit gilt in Berlin, dass etwa Betreiber von Restaurants oder Veranstalter selbst entscheiden können, ob sie den Zutritt zu ihren Innenräumen vollständig gegen das Coronavirus Geimpften, von einer Corona-Erkrankung Genesenen und negativ auf das Virus Getesteten (3G) erlauben oder nur noch Geimpften und Genesenen (2G).

In Berlin waren - wie auch bundesweit - die Infektionszahlen zuletzt deutlich gestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag in der Hauptstadt nach Angaben des Senats bei 195,3. Die Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von einer Woche an.

US-Gericht setzt Bidens Pläne für weitreichende Impfpflichten aus

17:42 Uhr: Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat bei ihren Bemühungen um weitgehende Impfpflichten im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen juristischen Rückschlag erlitten. Ein Bundes-Berufungsgericht in New Orleans setzte am Samstag die Umsetzung einer entsprechenden Verfügung der Regierung in Washington aus. Betroffen wären Mitarbeiter von Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten und bestimmte Arbeitnehmer im Gesundheitswesen. Die Regierung will, dass Arbeitgeber vom 4. Januar an von diesen insgesamt rund 100 Millionen Arbeitnehmern eine Impfung gegen das Coronavirus oder wöchentliche negative Tests verlangen müssen.

Das Gericht argumentierte, es gebe Anlass zur Annahme, dass die Maßnahmen "schwerwiegende gesetzliche und verfassungsrechtliche Probleme" aufwiesen. Die Richter kündigten vor einer endgültigen Entscheidung eine beschleunigte Überprüfung der Verfügung an, gegen die unter anderem Unternehmen und republikanisch regierte Bundesstaaten geklagt hatten. Der Generalstaatsanwalt des zu den Klägern gehörenden Bundesstaats Louisianas, Jeff Landry, nannte den Gerichtsbeschluss "einen wichtigen Sieg". Damit werde der "Angriff auf private Unternehmen" durch den Demokraten Biden gestoppt.

Bidens Stabschef Ronald Klain sagte dem Sender NBC am Sonntag, alle anderen Gerichte inklusive des Supreme Court hätten die Zulässigkeit von Impfvorschriften der Bundesstaaten bislang bestätigt. Er sei daher optimistisch, dass die endgültige Entscheidung des Gerichts in New Orleans entsprechend ausfallen werde. Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vivek Murthy, sagte dem Sender ABC: "Der Präsident und die Regierung hätten diese Anforderungen nicht eingeführt, wenn sie sie nicht für angemessen und notwendig hielten, und die Regierung ist sicher bereit, sie zu verteidigen."

Die vor wenigen Tagen verkündeten Impfpflichten sind zentrale Bestandteile der Maßnahmen, mit denen die Biden-Regierung die Impfquote erhöhen und die Pandemie besiegen will. Die Impfkampagne in den USA macht nur langsam Fortschritte. Bislang sind gut 58 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. Im Sommer wurden die USA heftig von der Delta-Welle getroffen - mittlerweile gehen die Infektionszahlen aber wieder deutlich zurück.

Uneinigkeit über mögliches Bund-Länder-Treffen

16:56 Uhr: FDP-Generalsekretär Volker Wissing ist dagegen, dass sich erneut eine Bund-Länder-Runde mit der künftigen Corona-Politik befasst. "Entscheidungen muss der Bundestag treffen, nicht die Ministerpräsidentenkonferenz. Deswegen halte ich ein solches Treffen nicht für sinnvoll", sagte er dem "Handelsblatt".

Zuvor hatte sich der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), für erneute Bund-Länder-Beratungen ausgesprochen. Er halte es für geboten, dass die Regierungschefinnen und Regierungschefs "zu einer gemeinsamen Einschätzung der Lage kommen und ihr Handeln abstimmen", sagte Wüst am Mittwoch.

Notwendig sei sowohl eine Abstimmung der Länder untereinander als auch mit der Bundesregierung, sagte Wüst. Als möglicher Termin für die Bund-Länder-Runde gilt der kommende Donnerstag. Tagungen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) waren lange das zentrale Entscheidungsgremium in der Pandemie, was auch für Kritik sorgte.

Mehr als 600 Verfahren nach Protesten in Leipzig

16:22 Uhr: Rund um die Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Leipzig hat die Polizei 48 Straftaten und mehr als 600 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten aufgenommen. Gegen 43 Beschuldigte werde etwa wegen Beleidigung, Körperverletzung, Angriffs auf Polizisten, Landfriedensbruchs oder Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt, zog Polizeisprecher Olaf Hoppe heute vorläufig Bilanz.

Ein unbekannter Täter habe einem Polizisten Reizgas unter das Visier seines Helmes gesprüht, hieß es. Der Beamte erlitt Augenverletzungen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Fünf weitere Polizisten wurden bei dem Einsatz am Samstag verletzt, waren aber weiter dienstfähig. In einem Fall werde auch wegen Körperverletzung im Amt ermittelt.

Den Angaben nach wurden mehr als 300 Platzverweise ausgesprochen. 24 Personen der rechten Szene seien in Gewahrsam genommen worden. Weil sich zahlreiche Demonstranten an mehreren Stellen zu Aufzügen formiert hätten und gegen die Corona-Verordnung verstießen, wurden laut Polizei zeitweise mehr als 500 Menschen festgesetzt und kontrolliert.

Andrang auf Österreichs Impfzentren wegen 2G-Regel

14:20 Uhr: Vor Inkrafttreten der 2G-Regel in Österreich haben viele Impfstationen am Wochenende einen großen Zulauf verzeichnet. Ab Montag dürfen die meisten Ungeimpften keine Lokale, Hotels, Veranstaltungen und Friseure mehr besuchen. Wegen des exponentiellen Anstiegs an Corona-Infektionen hat die Regierung entschieden, den Zutritt auf Geimpfte und Genesene zu beschränken.

Die Regelung werde wohl mindestens bis Weihnachten in Kraft bleiben, sagten der konservative Kanzler Alexander Schallenberg und der grüne Vizekanzler Werner Kogler der "Kronen Zeitung".

Nach der Ankündigung der Maßnahme am Freitag stieg die Wartezeit in der größten Impfstraße Wiens auf eineinhalb Stunden. Im Salzburger Land holten sich am Samstag knapp 1.400 Menschen spontan ohne Termin einen Stich - in den Wochen zuvor waren es nur 2.000 pro Woche gewesen. Auch in anderen Regionen wie Vorarlberg war der Andrang groß.

Der Druck auf Ungeimpfte, sich doch die erste Dosis zu holen, stieg in den letzten Tagen aber nicht nur wegen der kommenden 2G-Regel. Seit Anfang November müssen nicht geimpfte oder genesene Arbeitende in ihren Betrieben mehrmals wöchentlich einen Testnachweis mitbringen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich lag zuletzt bei rund 570 Fällen pro 100.000 Einwohner, weit über dem deutschen Wert von 191,5.

Corona-Regeln in den Niederlanden wieder verschärft

13:44 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben in Den Haag gegen die am Wochenende verschärften Corona-Maßnahmen in den Niederlanden demonstriert. Seit Samstag gilt angesichts stark gestiegener Infektions- und Patientenzahlen die Maskenpflicht wieder für alle öffentlich zugänglichen Orte wie Geschäfte, Bibliotheken, Bahnhöfe, Krankenhäuser und Hochschulen.

Der Nachweis von Impfung, Genesung oder Corona-Test ist nun für mehr Orte wie etwa Sportclubs, Fitnesscenter und Zoos verpflichtend. Bürger sollen auch wieder den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter wahren.

Auf der Demonstration in Den Haag verglich eine Rednerin die Corona-Regeln mit Maßnahmen der deutschen Besatzer während der Nazi-Zeit und sprach zugleich von einer "Apartheid der Ungeimpften".

Polizei holt acht Maskenverweigerer aus Flugzeug aus Polen

12:50 Uhr: Die niederländische Grenzpolizei hat am Flughafen Schiphol acht Männer aus einem aus Polen eingetroffenen Flugzeug geholt, weil sie gegen die Maskenpflicht verstoßen haben. Außerdem hätten sie für Behinderungen im Flugzeug gesorgt, teilte die Grenzpolizei am Sonntag mit. Die Männer verpassten ihren Anschlussflug und mussten ein Bußgeld bezahlen.

Wie der Sender NOS berichtete, hatte der Pilot die Polizei eingeschaltet, weil die acht Polen sich nicht an die Anweisungen des Kabinenpersonals gehalten hätten. Die Männer seien während des Fluges im Gang stehen geblieben und hätten sich geweigert, eine Maske zu tragen.

Israel prüft Kauf der Corona-Pille von Pfizer

12:23 Uhr: Israels erwägt den Kauf einer neuen Pille gegen das Coronavirus vom US-Pharmakonzern Pfizer. Ministerpräsident Naftali Bennett sprach heute in der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem von "guten Nachrichten". Er habe die Verantwortlichen angewiesen, die Sachlage gründlich zu untersuchen und "einen Erwerb für den Staat Israel zu prüfen".

Der Konzern hatte am Freitag gemeldet, dass er im Kampf gegen die Corona-Pandemie über eine wirksame Pille verfüge, die schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten verhindern soll. Noch gibt es allerdings keine Zulassung. Pfizer vertreibt zusammen mit dem deutschen Konzern Biontech auch einen der wichtigsten Impfstoffe.

Israel ist es bislang gelungen, die vierte Corona-Welle ohne neuen Lockdown zu überstehen. Dabei setzt das Land stark auf Booster-Impfungen: Fast 43 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner sind inzwischen dreifach geimpft. 62 Prozent bekamen zumindest zwei Spritzen.

Corona-Inzidenz nähert sich der Rekord-Marke

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut deutlich angestiegen und nähert sich dem Rekord-Wert vom vergangenem Dezember.

Mehr Impfungen nach härteren Corona-Regeln in Griechenland

11:42 Uhr: In Griechenland hat sich Zahl der wöchentlichen Erstimpfungen gegen das Coronavirus nahezu verdoppelt, seit die Regierung härtere Regeln für Menschen ohne Impfschutz beschlossen hat. In der ersten Novemberwoche ließen sich nach einem Bericht der Tageszeitung "Kathimerini" mehr als 40.000 Menschen erstmals spritzen. In der letzten Oktoberwoche waren es etwa 25.000 Menschen.

Seit Samstag dürfen Ungeimpfte öffentliche Einrichtungen nun nur noch besuchen, wenn sie einen negativen Test vorlegen. Das gilt selbst für Behördengänge. Ausgenommen sind lediglich Supermärkte und Apotheken. Zudem müssen ungeimpfte Arbeitnehmer pro Woche zwei negative Tests vorlegen.

Die Maßnahmen werden streng kontrolliert. Die Regierung hat dafür zusätzlich etwa 8.000 Polizisten abgestellt. Nach Angaben der Polizei gab es allein am Samstag landesweit rund 85.000 Kontrollen. Die Beamten verhängten Hunderte Strafen. Mehrere Gastronomiebetriebe wurden vorübergehend geschlossen. Für ungeimpfte Gäste ohne aktuellen Test gab es Geldstrafen von je 300 Euro.

Mediziner beklagen zunehmende Angriffe wegen Impfungen

10:56 Uhr: Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sehen sich nach Angaben von Fachverbänden zunehmend Angriffen wegen der Verabreichung von Corona-Impfungen ausgesetzt. Attacken wie die gegenwärtigen seien vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "Das macht etwas mit einem."

Reinhardt sieht die Entwicklung als Teil einer "Hysterisierung der Gesellschaft", unter der nun das medizinische Personal in den Praxen leiden müsse. Auch der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, beklagte im Gespräch mit der Zeitung, dass gerade impfkritische Menschen Arztpraxen zunehmend als "Instrument der Politik" wahrnehmen würden.

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Peter Bobbert, sagte der FAS, es gehe um Bedrohungsszenarien, "die wir in dieser Form und Häufigkeit noch nie erlebt haben". Ihn erreichten sehr viele Nachrichten von Ärzten, die um Hilfe bitten würden, weil sie Drohbriefe erhielten oder ihre Adressen in sozialen Netzwerken gepostet würden, zusammen mit Ankündigungen wie "Wir kriegen dich".

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, sieht ebenfalls eine "deutliche Zunahme" von Aggressivität, was ihn sehr beunruhige. Er selbst habe schon Nachrichten bekommen, man werde ihn anzeigen "bis hin zum Europäischen Gerichtshof", sagte er der FAS.

Ärztekammer für Wiedereinführung kostenloser Tests

10:09 Uhr: Die Bundesärztekammer fordert eine schnelle Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests. Das Ende der Kostenübernahme für sogenannte Bürgertests habe nicht dazu geführt, Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren, sagte Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bund und Länder sollten deshalb den Mut aufbringen, diese Fehlentscheidung schnell und konsequent zu korrigieren.

Seit dem 11. Oktober sind Corona-Schnelltests in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen kostenlos. Der Bund hat die Finanzierung eingestellt, viele Teststationen sind inzwischen geschlossen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass nun jeder die Möglichkeit habe, sich durch eine Impfung zu schützen. Gratis-Schnelltests gibt es seither nur noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren, sowie übergangsweise für 12- bis 17-Jährige und Schwangere.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst forderte kostenlose Corona-Tests für Geimpfte und Genesene. "Die
hohen Infektionszahlen unter Ungeimpften führen zu immer mehr Durchbrüchen auch bei den Geimpften", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Kostenlose Schnelltests für Geimpfte und Genesene würden es auch für Menschen mit wenig Geld leichter machen, sich und andere zu schützen, ohne den Anreiz zum Impfen auszusetzen.

Lauterbach

"Kann noch sehr viele Menschenleben kosten": Wovon Karl Lauterbach jetzt abrät

Der SPD-Gesundheitspolitiker geht davon aus, dass diese Welle die wahrscheinlich letzte große der Pandemie sein wird. Vorschaubild: imago images/Political-Moments

Kuba und Jamaika sind keine Hochrisikogebiete mehr

09:27 Uhr: Kuba, Jamaika und mehrere weitere Karibikinseln werden von der Bundesregierung seit heute nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiete geführt. Wie das Robert-Koch-Institut bereits am Freitag mitgeteilt hatte, wird auch Myanmar in Südostasien von der Risikoliste gestrichen. Damit entfallen für diese Länder alle Quarantäneregeln wegen Corona.

Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Von den Karibikstaaten sind auch Antigua und Barbuda, St. Lucia und Grenada nun nicht mehr von dieser Regelung betroffen. Außerdem werden die niederländischen Inseln Aruba, Curaçao und St. Martin von der Risikoliste gestrichen.

Weltweit stehen derzeit rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Hendrik Streeck dämpft Hoffnungen auf Booster-Impfung

08:41 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck bezweifelt, dass Auffrischungsimpfungen die vierte Corona-Welle in Deutschland brechen können. "Die Hoffnung auf den Booster als Lösung gegen die vierte Welle könnte sich als trügerisch erweisen", sagte Streeck dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zwar könne die Booster-Impfung den Anteil an Impfdurchbrüchen reduzieren, wie Studien aus Israel gezeigt hätten.

"Meine Sorge aber ist, dass nicht der Booster für das Brechen der dritten Welle in Israel verantwortlich war", sagte der Virologe. Streeck verwies auf die überraschend stark gestiegenen Fallzahlen im Dezember und Januar des Vorjahres, nachdem die Welle im November gebrochen worden war. "Ich fürchte, dass dies jetzt wieder passiert und nicht der Booster, sondern ein bisher unbekannter Faktor die Welle in Israel gebrochen hat", sagte er.

Streeck hält die Auffrischungsimpfung aber dennoch zum Schutz älterer Menschen für notwendig. "Denn was uns Studien aus Israel auch gezeigt haben: Der Booster wirkt und kann schwere Verläufe verhindern." Allerdings sprach sich der Virologe gegen eine schnelle dritte Impfung für alle aus. Er verwies darauf, dass die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung noch nicht auf die Gesamtbevölkerung ausgeweitet hat. "Ich sehe es als wichtig an, diese Entscheidung abzuwarten."

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Freitag angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage für Auffrischungsimpfungen für alle ausgesprochen. "Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme", sagte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Beratungen in Lindau.

Hendrik Streeck

Streeck: "Hoffnung auf den Booster könnte sich als trügerisch erweisen"

Hendrik Streeck bezweifelt, dass Auffrischungsimpfungen die vierte Corona-Welle in Deutschland brechen können. Vorschaubild: picture alliance

Messebranche fordert mehr Flexibilität und die 3G-Regel

05:15 Uhr: Die deutsche Messebranche will auch negativ getestete Aussteller und Besucher auf ihren Veranstaltungen zulassen, nicht nur geimpfte und genesene. Denn die sogenannte 2G-Regelung - also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - würde vor allem viele Besucher aus dem Ausland ausschließen, kritisierte Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft (Auma).

Der Erfolg vieler Messen in Deutschland hänge eben auch von der Teilnahme ausländischer Besucher und Aussteller ab. "Impfstoffe wie Sinovac und Sinopharm sind in Deutschland bislang nicht anerkannt. Die damit geimpften Menschen gelten hierzulande als ungeimpft", teilte der Verband mit.

Noch besser seien Regelungen, die den Messeveranstaltern die Wahl zwischen 3G, 2G und ähnlichen Hygienekonzepten überlassen. "Was wir nun wirklich nicht brauchen, sind Debatten, die den Messe-Neustart behindern und die ganze Branche verunsichern", sagte Holtmeier. "Messen sind der Treffpunkt, um die Erholung der Wirtschaft voranzutreiben."

RKI registriert 23.543 Neuinfektionen - Inzidenz steigt

04:18 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut deutlich angestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner heute Morgen mit 191,5 an. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 183,7 gelegen, vor einer Woche bei 149,4 (Vormonat: 62,6).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.543 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:00 Uhr wiedergeben. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 37.120 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor einer Woche hatte der Wert bei 16.887 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 37 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.767.033 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

400er-Marke: Ganz Thüringen in höchster Corona-Warnstufe

Am Samstag rutschte mit dem Landkreis Nordhausen die letzte verbleibende Kommune Thüringens in die höchste Corona-Warnstufe. Dort lag die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen je 100 000 Einwohner den dritten Tag in Folge über 200. Vorschaubild: picture alliance

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Mit Material von dpa, afp, sid, reuters und apa.
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